Tagung: Integration messen

"Was Integration genau ist, und unter welchen Bedingungen Menschen mit Behinderungen als integriert betrachtet werden können, kann prinzipiell nicht objektiv festgestellt werden", so eine These bei Integrations-Tagung. Ein Kommentar.

Alard du Bois­-Reymond präsentiert Formel
BIZEPS

Unter dem Titel „Integration messen – Zur Wirksamkeit von Integrationsmassnahmen – insbesondere für Menschen mit Behinderungen“ rief die Schweizerische Vereinigung für Sozialpolitik am 22. September 2009 in Bern zu einer Tagung.

Die Schweiz ist in einigen Bereichen Weltspitze, die Integration von Menschen mit Behinderungen gehört nicht dazu. Daher verliefen viele der Beiträge zu angesprochen Themen noch auf einem sehr grundsätzlichen Niveau. Selbst die Frage, ob Integration zu einem höheren Erfolg führe, sei so nicht unumstritten, musste man in Ganggesprächen hören.

So wunderte es auch nicht, dass Deutschland und Österreich als Beispiele einer schon besseren Integration genannt werden. Deutschland als gutes Beispiel in Integrationsfragen? Immerhin seien dort schon 13 % der behinderten Schülerinnen und Schüler integriert, hörte man.

Darüber hinwegzusehen fiel nicht ganz leicht, gelang mir aber als ausländischem Beobachter noch.

Menschenverachtende Formel

Vollendens schräg wurde es aber beim Punkt: „Wie wird die Wirkung von Integrationsmassnahmen gemessen / bewertet? – Stand der Praxis in der Schweiz und Ausblick“.

Bei diesem Tagungsordnungspunkt sprach Alard du Bois-Reymond, Vizedirektor des Bundesamtes für Sozialversicherungen, Leiter des Geschäftsfelds Invalidenversicherung, aus seiner Sicht Klartext und rechnete stolz mit einer Formel vor, ab wann Förderungen für behinderte Menschen sich nicht mehr rechnen.

Auf die Details dieser menschenverachtenden Formel will ich gar nicht eingehen. Das Bild spricht für sich.

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