Terror der „Normalen“ brechen

"Wir sind bunt und frech!" In dieser kurzen Formel fasste Prof. Dr. Theresia Degener all das zusammen, was sich gestern bei der ersten Pride Parade in Deutschland zeigte.

Theresia Degner tritt gegen ein Brett
ISL

Als Beweis zertrümmerte sie nach ihrer beeindruckenden Rede auf der Abschlusskundgebung am Kottbusser Tor per Fuß ein Holzbrett mit der Aufschrift „Terror der ‚Normalen'“. Das betonte heute die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), die auf ihrer Webseite die Rede von Theresia Degener dokumentiert.

„Es ist höchste Zeit“, so Degener, „die Verschleierung und Legitimierung von Menschenrechtsverletzungen an Behinderten durch das medizinische Modell zu enttarnen. Sondereinrichtungen für Behinderte sind keine Schonräume sondern Apartheid. Mitleid mit Behinderten ist keine Tugend, sondern Dominanzverhalten. Zwangsbehandlung ist keine Therapie, sondern Traumatisierung!“

Während des Marsches selber sprach sich Degener am ISL-Megaphon auch für das Gesetz zur Sozialen Teilhabe des Forums behinderter Juristinnen und Juristen aus. „Der Artikel 19 der UN-Behindertenrechtskonvention gibt allen Menschen das Recht ihren Wohnort und die Wohnform selbst zu bestimmen“, so die Menschenrechtsaktivistin. „Eine Prüfung auf Einkommen und Vermögen bei einem hohen Bedarf an Assistenz wirkt diesem Recht entgegen und ist unzulässig“.

Die Existenz dieser diskrimierenden Rechtsvorschrift war längst nicht allen Teilnehmenden an der Pride Parade bekannt, wie ISL-Geschäftsführerin Dr. Sigrid Arnade berichtet. „Wir haben ja mit unseren Plakaten und T-Shirts auch auf die Petition zum Recht auf Sparen aufmerksam gemacht und wir wurden von vielen angesprochen, was damit eigentlich gemeint sei“, sagt Arnade. „Als sie dann von der 2600-Euro-Grenze erfuhren, waren sie zu Recht empört.“

Arnade begrüßte diese erste Pride Parade und hofft auf noch beeindruckendere Züge in den nächsten Jahren: „Es wird höchste Zeit, dass wir auch in Deutschland auf der Straße beweisen, dass aus Scham Stolz werden kann und muss!“

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0 Kommentare

  • Super Aktion und Lebensgefühl!

  • “ TERROR der BEHINDERTEN – APARTHEID BRECHEN “ !

    Total eindrucksvoll und zugleich ausdrucksstark : da steht so ein fürchterliches KRÜPPEL plötzlich aus dem Rollstuhl auf und schlägt ordentlich aus mit dem Fuß, sodaß der „Terror der Normalen“ in Trümmer fällt! Das sollte eigentlich heute auf allen Tageszeitungen der deutschsprachigen Länder auf der allerersten Seite verewigt werden !

    DENN : hierzulande, insbesondere im erzkonservativen Kanton SALZBURG herrscht nach wie vor gnadenlose Apartheid und erbarmungsloser flächendeckender förmlicher “ MENSCHENHANDEL “ im Sinne von § 104 a Strafgesetzbuch : die Salzburger Landesregierung “ VERSCHACHERT “ förmlich Hunderte völlig wehrlose OLIGOPHRENE an diese höchst suspekte „Lebenshilfe“ zur lebenslangen unauffälligen Verwahrung und Scheinbeschäftigung in bestens getarnten und äußerlich perfekt behübschten „Wohnheimen“ und „Werkstätten“, die durchaus KZ – artig geführt & betrieben werden !!!

    Um davon abzulenken, wird nun “ INKLUSIONS – THEATER “ an allen möglichen & unmöglichen Stellen aufgeführt mit einigem Erfolg ! Der durchschnittliche Salzburger Spießbürger ist sehr dankbar für dieses exkulpatorische und purgatorische Inklusionstheater, das ihm jedwede Verantwortung gegenüber den armselig asylierten und internierten Hascherl abnimmt. Hat doch sogar der ERZBISCHOF HÖCHSTDEROSELBST mit dem ganz großen Weihwasserkübel kürzlich wieder so eine Hascherlhaftanstalt eingeweiht mit salbungsvollen Segenssprüchen, die Wohlbehagen auslösen unbeschreibliches in der abgrundtiefen Seele des segregierenden Spießbürgers : Sieh doch mal, wie G U T wir sind gegenüber dem behinderten Volke “ !
    Ob nun die neue, massiv GRÜN eingefärbte Landesregierung daran etwas ändern wird in nächster Zeit : wir warten seit über 20 Jahren ( ! ) vergeblich auf menschenrechtskonforme Richtlinien für die Heimunterbringung von Oligophrenen nach den Vorgaben der Pflegevorsorgevereinbar