Text über Persönliches Geld

Ich heiße Aglaia Parth. Ich bin ein Mensch mit Lernschwierigkeiten. Ich arbeite seit Oktober 2009 als Beraterin bei der Beratungs-Stelle Wibs. Ich erzähle Ihnen heute vom Persönlichen Geld.

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Es hat so angefangen.
Ein paar Menschen mit Behinderungen haben das Persönliche Budget gefordert. Budget ist ein schweres Wort.
Budget ist ein anderes Wort für Geld.

Das Land Tirol hat nach einer Zeit mit den Menschen mit Behinderungen geredet.
Das Land Tirol hat mit den Menschen mit Behinderungen 2014
eine Gruppe gemacht zum Persönlichen Geld.

Die Gruppe hat einen Plan gemacht für das Persönliche Geld.
Die Gruppe hat den Plan gemeinsam mit dem Land Tirol gemacht.
Ich war ein Teil der Gruppe.

Wir haben viel geredet und verhandelt, bis der Plan für alle gepasst hat.
Sobald der Plan für alle Personen gepasst hat,
hat man den Plan ausprobieren können.

In dem Plan steht:

  • Welche Wahlmöglichkeiten hat man mit dem Persönlichen Geld?
  • Wofür kann man das Persönliche Geld verwenden?
  • Für wen ist das Persönliche Geld?
  • Wie lange hat die Gruppe das Persönliche Geld zuerst ausprobieren dürfen?
  • Dürfen alle Menschen das Persönliche Geld ausprobieren oder war das nur in eurer Gruppe?

Welche Wahlmöglichkeiten hat man mit dem Persönlichen Geld?

Man hat 4 verschiedene Wahlmöglichkeiten mit dem Persönlichen Geld.

Die 4 Wahlmöglichkeiten sind:

  1. Man kann die Assistenz selbst bei sich anstellen. Und dann die Assistenten selbst bezahlen.
  2. Man kann die Assistenten bei verschieden Organisationen einkaufen.
  3. Man kann die Assistenten bei sich anstellen und mit einem Dienstleistungsscheck die Assistenten bezahlen.
  4. Man kann die 3 Wahlmöglichkeiten mischen.

Wofür kann man das Persönliche Geld verwenden?

Mit dem Persönlichen Geld bezahlt man die Assistenz, die man angestellt hat.
Oder man kauft die Persönliche Assistenz oder Mobile Begleitung bei den Organisationen ein.

Für wen ist das Persönliche Geld?

Das Geld bekommen die Menschen mit Behinderungen, die persönliche Assistenz oder Mobile Begleitung haben.
Alle Menschen mit Behinderungen können Persönliches Geld beantragen.

Wofür kann man das Persönliche Geld verwenden?

Das Persönliche Geld darf man nur für persönliche Assistenz oder Mobile Begleitung verwenden.
Das Persönliche Geld war zuerst ein Projekt vom Land Tirol.

Das Land wollte herausfinden, ob damit das Leben von Menschen mit Behinderungen verbessert wird.
Wenn die Menschen das Geld vom Land bekommen.
Und die Menschen sich die Leute selber bei sich anstellen können.
Das Projekt ist von der Uni Innsbruck begleitet und ausgewertet worden:

Ich und andere Menschen aus der Gruppe haben das ausprobiert.
Bevor ich das Persönliche Geld ausprobiert habe,
war ich bei Selbstbestimmt Leben Innsbruck.
Ich habe von Selbstbestimmt Leben (SL)
meine Assistenz-Stunden bekommen und verbraucht.

Ich habe damals immer wieder verschiedene Probleme gehabt.
Zum Beispiel: Wenn eine Assistenz Urlaub hatte
und aus meinem Team niemand Vertretung machen konnte,
habe ich erst sehr kurzfristig erfahren, wer Ersatz machen kann.
Ich hatte keinen guten Überblick über meine Assistenz-Stunden.

Ich habe eine Vertrauens-Person
Ich habe zu meiner Vertrauens-Person gesagt.
Ich möchte das so ausprobieren.
Ich möchte die Misch-Form ausprobieren.

Meine Vertrauens-Person hat zu mir gesagt:
Wenn du das ausprobieren willst, dann machen wir das so.
Ich habe zuerst die Misch-Form ausprobiert.
Ich habe teilweise selbst Assistentinnen bei mir angestellt und Assistenz beim SL eingekauft.

Ich habe eine Anzeige für die Assistenz in das Internet gestellt.
Verschiedene Menschen haben sich bei mir beworben.

Ich habe mir die Bewerbungen angeschaut und ausgesucht.

Wen will ich zu einem Bewerbungs-Gespräch einladen?

Ich habe die Termine für die Bewerbungs-Gespräche ausgemacht.
Ich habe die Bewerbungs-Gespräche gemacht.
Danach habe ich mir überlegt,
ob die Person bei mir als Assistentin anfangen soll.

Ich habe auf mein Gefühl gehört.
Es gab bei meinen AssistentInnen viel Wechsel.
Ich habe immer wieder eine Anzeige in das Internet gestellt.
Aber es haben sich immer weniger Menschen bei mir beworben.

Dann habe ich für mich entschieden,
dass ich die persönliche Assistenten
ganz bei Selbstbestimmt Leben einkaufe.
Und das ist die richtige Entscheidung gewesen.

Ich habe 3 AssistentInnen von Selbstbestimmt Leben,
die zu mir kommen.

Ich brauche jeden Tag persönliche Assistenz für 3 bis 4 Stunden.
Wenn einmal eine Assistenz ausfällt,
dann kann ich zu meiner Koordinatorin gehen. Und ihr sagen, dass ich da noch eine Assistenz brauche.

Ich teile meine AssistentInnen selber ein.
Bei mir gibt es Team-Sitzungen,
wo die nächsten 1 bis 2 Monate geplant werden.
Ich bin jetzt sehr zufrieden, so wie es jetzt ist.

Peer Beratung - Persönliches Budget
PB Tirol

Aus der Gruppe ist ein Verein entstanden.
Es gibt den Verein seit 2020.
Der Verein heißt Peer Beratung Persönliches Budget.

Der Verein macht:

  • Peer Beratung zum Thema Persönliches Geld
  • Unterstützt beim Beantragen vom Persönlichem Geld
  • Jeder Mensch braucht unterschiedlich viel persönliche Assistenz.

Der Verein schaut darauf, dass das die Menschen auch bekommen.
Das nennt man bedarfs-gerecht.
Der Verein hat eine Internet-Seite.
Die Internet-Seite heißt: pb-tirol.at

Zur Info: Richtlinie des Landes Tirol nach § 15 Tiroler Teilhabegesetz über die in Form eines persönlichen Budgets gewährten Leistungen (Persönliches Budget-Richtlinie)

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2 Kommentare

  • Eine bundeseinheitliche Lösung wäre natürlich sinnvoll. Jedoch sind die Richtsätze der Anbieter von Persönlicher Assistenz (PA) von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Gerade Tirol hat einen sehr hohen Stundenrichtsatz. Auch die Zugangskriterien sind sehr unterschiedlich. Wer ist berechtigt PA im Privatbereich zu beziehen?
    Eines muss klar sein: Je mehr Menschen PA beziehen, umso teurer wird das für das jeweilige Bundesland. Den bürokratischen Aufwand darf man nicht unterschätzen. Schon alleine deshalb verweigern viele Menschen mit Behinderung, die PA beanspruchen könnten, dieses sinnvolle Angebot der PA.
    Das Pflegegeld ist eine informelle Hilfe, das bedeutet, dass diese nicht abgerechnet werden muss. Z.B. mobile Begleitung ist sicher so leichter und kostengünstiger zu organisieren als über Vereine, die PA anbieten…

  • das persönliche Buget sollte es in allenBundesländern in Österreich geben, schon längst überfällig!