Tipps für Umgang mit blinden Menschen

Neue Broschüre informiert, wie auch Kinder helfen können - "Tag der offenen Tür" im Louis Braille Haus am 12. Oktober

In der U-Bahn, auf der Straße oder im Supermarkt – auch Kinder können blinden Menschen helfen. Wie das funktionieren kann, darüber informiert eine Broschüre des „Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, Landesgruppe Wien, Niederösterreich und Burgenland“, die zum „Tag der offenen Tür“ im Louis Braille Haus, Hägelingasse 4-6, 1140 Wien, am Freitag, 12. Oktober 2001,9 – 18 Uhr, herausgegeben wird.

„Helfen, aber wie? Tipps für Kids im Umgang mit blinden Menschen“ lautet der Titel des mit zahlreichen Comic-Zeichnungen illustrierten Heftes (Illustrationen: Gerhard Förster, Text: Dr. Waltraud Jakob). Die Ratschläge basieren auf den Erfahrungen, die blinde Menschen im Alltag machen. Goldene Regel: Man sollte einem Blinden nur helfen, wenn er auch zustimmt.

Eine Auswahl der Tipps:

  • Namen sind wichtig. Wer einen blinden Menschen trifft, sollte sich mit Nennung seines Namens als anwesend zu erkennen geben und mitteilen, wenn er sich entfernt.
  • Exakte Angaben helfen weiter. „Einen Schritt nach vorn“ informiert, „da“ oder „dort“ sind für einen Blinden nichtssagend.
  • Blindenhunde sollten von Passanten nicht gestört werden – kein Streicheln oder Füttern, wenn der Hund mit einem blinden Menschen unterwegs ist.
  • Um einem blinden Menschen beim Ein- und Aussteigen aus einem öffentlichen Verkehrsmittel zu helfen, genügt es, seine Hand auf die Griffstange zu legen. Schieben und zerren sollte auf jeden Fall vermieden werden.
  • Ist der blinde Mensch mit sehender Begleitung unterwegs, ist es unangebracht, mit der Begleitung über den Blinden zu sprechen. Dieser ist geistig völlig normal und möchte auch selbst angesprochen werden.
  • Einem blinden Menschen ist es hingegen keineswegs unangenehm, wenn vom Sehen die Rede ist. Im Gegenteil: Er verwendet das Wort meist selbst oft und gern und meint damit, daß er durch Tasten etwas „gesehen“ hat. Viele blinde Menschen mögen es auch, wenn man ihnen optische Eindrücke ausdrucksvoll und plastisch schildert.

Sich in die Erfahrungswelt eines blinden Menschen einzufühlen, diese für kurze Zeit selbst zu empfinden, ist ein eindrucksvolles Erlebnis, das den Besuchern des „Tags der offenen Tür“ im Louis Braille Haus geboten wird. In abgedunkelten Räumen und mit verbundenen Augen kann das Erproben von alltäglichen Handlungsabläufen zum Abenteuer werden.

Für Kinder und Jugendliche gibt es beim „Tag der offenen Tür“ heuer ein besonders attraktives Angebot. Dazu gehört auch die Vorführung von Blindenhunden oder das Malen von Ansteckknöpfen. Für Jugendliche ist auch der Spielfilm „Love at First Touch“ geeignet, der die Erfahrungen eines durch einen Unfall erblindeten jungen Mannes zeigt.

Am „Tag der offenen Tür“ wird aber auch einem breiten Publikum das umfangreiche Informations- und Serviceangebot des „Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes“ präsentiert. Es handelt sich dabei einerseits um Leistungen für blinde und stark sehbehinderte Menschen, wie Rehabilitationstrainings, Sozialberatung, Psychotherapie, Hilfsmittel, etc. Andererseits stehen viele Angebote im Louis Braille Haus das ganze Jahr über auch sehenden Menschen offen, z.B. das Restaurant Louis Braille Stuben, das Massagefachinstitut, der für Veranstaltungen mietbare Louis Braille Saal sowie das Verkaufslokal für Besen, Bürsten und Korbwaren aus den Blindenwerkstätten.

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