Tirol trägt die rote Laterne

Gemeinsam aufwachsen, gemeinsam lernen.

Ortschild mit Aufdruck Tirol
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Weitere 138 Jahre wird es in Österreich dauern, bis das auch für Kinder mit einer Behinderung gilt, wenn deren Integration in die Regelschulen im gleichen Tempo vonstatten geht wie bisher. Das hat die Lebenshilfe errechnet.

In Tirol ist der Nachholbedarf besonders groß. In der Steiermark werden 81 Prozent der Kinder mit entsprechendem Förderbedarf in einer integrativen Klasse unterrichtet, bei uns in Tirol knapp 34 Prozent. Damit tragen wir bundesweit die rote Laterne.

Ist es ein Zufall, dass sich in Tirol Menschen mit Behinderung schwerer tun, Arbeit zu bekommen als im Südosten Österreichs?

Ich meine, das eine hat mit dem anderen zu tun: Wer schon von Kindheit an den selbstverständlichen Umgang mit behinderten Gleichaltrigen lernt, ist auch im späteren Leben zu unbefangener, vorurteilsfreier Begegnung fähig.

Dass Kinder mit Lernbehinderungen besonderer Förderung bedürfen, steht außer Streit. Die ist aber nicht an Sonderschulen gebunden. Inklusiver Unterricht mit zwei Lehrpersonen, die in einer allgemeinen Schule unterstützend und fördernd auf individuelle Fähigkeiten der Schüler eingehen können, nützt nicht nur den behinderten Kindern, auch alle anderen profitieren davon.

In Südtirol ist das längst Alltag. Vom menschlichen Mehrwert einer inklusiven Schule einmal abgesehen, schneiden selbst bei den PISA-Tests die dortigen Schulen besser ab als jene nördlich des Brenners.

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0 Kommentare

  • Danke Walter Guggenberger für die klaren Worte. Ich hoffe, dass Landesschulratspräsident Lintner und Landesrätin Palfrader deinen Kommentar auch zu lesen bekommen.