Tomacek: Wir wollen ernst genommen werden

"Die Lebenshilfe macht am 5. Mai den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen zum Tag der Inklusion", hieß es in der Ankündigung. Ein Bericht.

Aktionstag der Lebenshilfe 20100505
Lebenshilfe Wien

In Wien hat die Lebenshilfe diese Forderung den Rathausverantwortlichen und der Wiener Bevölkerung anschaulich vor Augen gehalten, betont Bernhard Schmid, Generalsekretär der Lebenshilfe Wien.

Ausgangspunkt der Demonstration war die Werkstatt Schottengasse der Lebenshilfe Wien, von der eine bunte Gruppe aus Menschen mit Lernschwierigkeiten, Angehörigen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Wiener Rathaus marschierte und Flugzettel verteilte.

Hindernisse verbauen Teilhabe

„Wir wollen ernst genommen werden und unser Leben selbst bestimmen!“, fordert Heide Tomacek, Sprecherin von Menschen mit Lernschwierigkeiten aus Wien. Viele Hindernisse verbauen ihre Teilnahme am öffentlichen Leben: Schwer verständliche Sprache, Vorurteile oder mangelnde Assistenz. „Wir gehören dazu!“, hält Tomacek unmissverständlich fest.

Vielzahl von Forderungen

„Konkret fordern wir, dass mobile Assistenzleistungen in allen Lebensbereichen, z.B. in der Schule oder in der Freizeit, gesetzlich geregelt und gefördert werden“, betont Bernhard Schmid, Generalsekretär der Lebenshilfe Wien. „Maßgeschneiderte Assistenz und leichte Sprache in Wort und Schrift sind neben einem einklagbaren Diskriminierungsschutz die wichtigsten Eckpfeiler auf dem Weg zu einer wirklichen Teilhabe.“

Gespräch mit Politikerinnen und Politikern

Die Gruppe wurde von den Landtagsabgeordneten Gabriele Mörk und Anica Matzka-Dojder (beide SPÖ), Karin Praniess-Kastner (ÖVP), Claudia Smolik (GRÜNE) und David Lasar (FPÖ) empfangen und es wurde ihnen eine Mappe mit politischen Forderungen in Kurz- und in Langform überreicht.

Zu den Forderungen an die Stadtpolitik zählen „Mitbestimmung“, „Barrierefreiheit (Leichte Sprache)“, „Assistenz“, „Schulung“ und „Information und Aufklärung“.

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0 Kommentare

  • Ich kann dem Inhalt des Artikels nur zustimmen!

  • @ meia: Es fehlt der politische Wille.

  • @Ein netter Mensch: Sie haben leider Recht – Doch es führt KEIN Weg an Persönlicher Assistenz vorbei, da PA kostengünstiger ist als Heime und sogenannte Pflegedienste – Doch wer hindert das Sozial- und das Gesundheitsministerium das Bundesweit vorzuschreiben wie z.B. das Pflegegeld oder den Tierschutz der auch mit 15a Vereinbarungen bundesweit geregelt wurde.

  • @ meia: Für eine bundesweite Regelung wären sogenannte Artikel 15a Vereinbarungen (nach Artikel 15a der österreichischen Bundesverfassung, abzurufen unter http://www.ris.bka.gv.at) mit jedem Bundesland notwendig.
    Derzeit ist ja nur „persönlichliche Assisstenz am Arbeitsplatz“ bundeskompetenz.

  • Mobile Assistenzleistungen in allen Lebensbereichen, z.B. in der Schule oder in der Freizeit, gesetzlich geregelt und gefördert werden. Es sollte einheitlich, bundesweit geregelt werden. Warum protestiert man nicht beim Ballhausplatz – Bundeskanzleramt?