Trakatellis-Bericht leistet Selektion von Leben Vorschub

Markus Kurth, behindertenpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen hat die Billigung des Trakatellis-Berichts durch das Europäische Parlament kritisiert.

EU-Parlament
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„Der Trakatellis-Bericht leistet einen Beitrag zu einer unheilvollen Vision: Krankheit und Behinderung sollen durch moderne Medizin ausgemerzt werden. Der Bericht führt in eine Zukunft, in der Menschen von Beginn ihres Lebens an ausgesondert werden, sollten sie nicht gesund sein“, erklärte Kurth.

Schon heute müssten sich Eltern von Kindern, die von Geburt an eine Behinderung haben, anhören: „So etwas muss man ja heute nicht mehr bekommen“. Nach dem Trakatellis-Bericht würden in Zukunft werdende Eltern noch stärker unter Druck gesetzt, die Gesundheit ihres Kindes im Mutterleib überprüfen zu lassen. Die Akzeptanz von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft drohe zu sinken.

„Dabei vergessen die Verfasser des Berichtes, dass eine genetische Veranlagung zu einer Krankheit nicht unbedingt zu deren Ausbruch führen muss. Der Bericht enthüllt einen weiteren Zynismus: Es ist billiger das Leben von Menschen mit seltenen Erkrankungen zu verhindern, als durch Forschung deren Krankheiten zu erleichtern oder zu stoppen“, betonte der Bundestagsabgeordnete.

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