41. Woche 2026 – Austellung „Rechte statt Almosen!“
Die Ausstellung „Rechte statt Almosen“ zeigt 100 Jahre Behindertenbewegung in Österreich zeigt und die Bemühungen für Rechte und gesellschaftliche Teilhabe …
Eine Beratungsstelle kann nur helfen, wenn sie auch zugänglich ist. Für gewaltbetroffene Frauen mit Behinderungen ist das noch nicht überall selbstverständlich. Ninlil und FmB wollen das mit dem Projekt „Türen Öffnen“ ändern.
Frauen mit Behinderungen sind besonders häufig von Gewalt betroffen. Gleichzeitig stoßen sie auf zusätzliche Hürden, wenn sie Beratung, Schutz oder Unterstützung suchen. Das österreichweite Projekt „Türen Öffnen“ will deshalb untersuchen, wie Beratungsangebote verbessert werden können, wurde kürzlich in einer Aussendung bekannt gegeben.
Hinter dem Projekt stehen der Verein Ninlil – Empowerment und Beratung für Frauen mit Behinderung und FmB – Interessensvertretung Frauen* mit Behinderungen. „Türen Öffnen“ läuft von Juli bis Dezember 2026 und untersucht Beratungsangebote in ganz Österreich. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von L&R Sozialforschung.
Frauen mit Behinderungen können auf unterschiedliche Barrieren treffen, wenn sie nach einer Gewalterfahrung Unterstützung benötigen. Manche Beratungsstellen sind baulich nicht ausreichend barrierefrei. Schwierigkeiten gibt es aber auch bei zugänglichen Informationen und bei der Kommunikation. Zudem fehlt teilweise Wissen über die Situation von Frauen mit Behinderungen.
Umgekehrt fehlt Beratungsstellen für Menschen mit Behinderungen teilweise das Fachwissen zum Thema Gewalt. Genau an dieser Schnittstelle setzt „Türen Öffnen“ an.

„Das Projekt ‚Türen Öffnen‘ will die Unterstützung für gewaltbetroffene Frauen* mit Behinderungen verbessern – und richtet sich dabei nicht nur an Frauenberatungs- und Gewaltschutzstellen, sondern auch an allgemeine Beratungsstellen für Menschen mit Behinderungen. Uns ist wichtig, möglichst breit alle Beratungsstellen zu erreichen – damit Frauen* mit Behinderungen sich in Zukunft besser darauf verlassen können, die passende Unterstützung zu bekommen.“, hält Elisabeth Udl, Geschäftsführerin von Ninlil, gegenüber BIZEPS fest.
Das Ziel sei, möglichst viele Beratungsstellen zu erreichen. Frauen mit Behinderungen sollen sich künftig besser darauf verlassen können, die passende Unterstützung zu bekommen.
Im Projekt wird untersucht, wie gut Beratungsstellen derzeit auf gewaltbetroffene Frauen mit Behinderungen vorbereitet sind. Dazu wurden zwei unterschiedliche Online-Fragebögen entwickelt. Einer richtet sich an Frauenberatungs- und Gewaltschutzeinrichtungen, der andere an Beratungsstellen für Menschen mit Behinderungen.
Gefragt wird unter anderem nach bestehenden Barrieren, der Zugänglichkeit der Angebote und dem vorhandenen Fachwissen. Zusätzlich finden Fokusgruppen mit Expert mit und ohne Behinderungen statt.
Eine zentrale Rolle spielt dabei das Erfahrungswissen von Frauen mit Behinderungen. Sie sollen nicht nur als Zielgruppe betrachtet werden, sondern selbst an der Entwicklung von Verbesserungen mitwirken.

„Gewaltbetroffene Frauen* mit Behinderungen sollen sich darauf verlassen können, dass Beratungsstellen auch für sie da sind. Viele Organisationen sind bereit, sich hier weiterzuentwickeln. Mit ‚Türen Öffnen‘ wollen wir gemeinsam herausfinden, was es dafür braucht – mit der Expertise von Frauen* mit Behinderungen als Basis“, erläutert Heidemarie Egger, Co-Vorsitzende von FmB.
Aus den Ergebnissen des Projekts sollen Vorschläge für Schulungen, Workshops und weitere Sensibilisierungsmaßnahmen entstehen. Beratungsstellen sollen dadurch besser auf die Bedürfnisse gewaltbetroffener Frauen mit Behinderungen eingehen können.
Das Projekt steht auch im Zusammenhang mit dem Nationalen Aktionsplan Gewaltschutz 2025–2029. Darin ist die Stärkung des barrierefreien Zugangs zu Beratungsstellen für Frauen mit Behinderungen als Maßnahme vorgesehen. Ninlil, FmB und der Österreichische Behindertenrat hatten ihr Fachwissen und die Erfahrungen von Frauen mit Behinderungen in die Entwicklung des Aktionsplans eingebracht.
Langfristig soll Beratung für gewaltbetroffene Frauen mit Behinderungen leichter zugänglich werden. Dabei geht es nicht allein um Rampen oder andere bauliche Maßnahmen. Ebenso wichtig sind verständliche und zugängliche Informationen, passende Kommunikation und Fachwissen über Gewalt und Behinderung.
Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.
Die Ausstellung „Rechte statt Almosen“ zeigt 100 Jahre Behindertenbewegung in Österreich zeigt und die Bemühungen für Rechte und gesellschaftliche Teilhabe …
Amber Skye ,
02.10.2026, 10:58Ein wirklich wichtiges Thema, vielen Dank dafür! Allerdings hätte ich gerne gesehen dass es erweitert wird auf „Frauen und geschlechtliche Minderheiten“, denn viele trans Personen (das ganze Spektrum) und auch Intersex Personen werden leider sehr oft Opfer von (und/auch/oder sexueller) Gewalt.
Klaudia Karoliny
05.10.2026, 21:52…da haben Sie Recht! Der Rahmen sollte unbedingt erweitert werden, wenngleich die Anforderungen an eine Beratungs-/ Gewaltschutz-einrichtung wahrscheinlich sehr ähnlich sind, das Verbindende ist u.a. ja auch eine Behinderung.