UN-Sondergipfel in New York entscheidend für Menschen mit Behinderungen

Wenn am kommenden Wochenende die Vereinten Nationen die neuen nachhaltigen Entwicklungsziele beschließen, öffnen sich damit große Chancen für die inklusive Entwicklungszusammenarbeit.

Flagge Vereinte Nationen
BIZEPS

Von 25. bis 27. September 2015 werden beim UN Summit in New York die 17 neuen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals – SDGs) und ihre 169 Unterziele beschlossen.

Die SDGs folgen auf die Millennium Development Goals und werden die Zukunft der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und der Klimapolitik bis 2030 maßgeblich bestimmen. Sie sind richtungsweisend – und die Chance auf eine nachhaltige, inklusive und barrierefreie Entwicklungspolitik.

Mehr als zwei Jahre wurde unter breiter Partizipation von Regierungen, internationalen Organisationen und Zivilgesellschaft an den neuen Zielen gearbeitet. Ein Blick in das Abschlussdokument, das am kommenden Wochenende in der UN-Generalversammlung verabschiedet wird, zeigt, dass ein historischer Erfolg für die inklusive Politik und Entwicklungszusammenarbeit erreicht werden konnte: Menschen mit Behinderungen werden in vier der 17 Ziele explizit erwähnt, insgesamt finden sich elf Referenzen zu Behinderung im Beschlusstext.

Nachdem Menschen mit Behinderungen bisher in den internationalen Entwicklungsprogrammen so gut wie unsichtbar waren, ist das ein Meilenstein für die internationale Behindertenrechtsbewegung.

Rupert Roniger, Geschäftsführer von LICHT FÜR DIE WELT: „In den Millenniums-Entwicklungszielen, die die Entwicklungspolitik seit dem Jahr 2000 geleitet haben, wurden Menschen mit Behinderungen mit keinem Wort erwähnt.“ Dabei leben weltweit eine Milliarde Menschen mit Behinderungen, 80 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern.

„Die konkreten Verweise auf Menschen mit Behinderungen im Abschlussdokument der Sustainable Development Goals sind eine wichtige Weichenstellung für zukünftige Programme gegen Armut und Ungerechtigkeit, dafür hat LICHT FÜR DIE WELT gemeinsam mit der internationalen Behindertenbewegung jahrelang gearbeitet. Wir danken allen UN-Mitgliedsstaaten, die während der Verhandlungen für Inklusion und Barrierefreiheit eingetreten sind“, freut sich Roniger.

Trotz dieser Erfolge gibt es nach wie vor Defizite. So finden sich etwa keine Referenzen in Bezug auf Menschen mit Behinderungen in den so wichtigen Zielen zu den Themen Armut, Gesundheit und Frauenrechte. Der Beschluss der SDGs ist jedenfalls ein wichtiger Schritt hin zu einer globalen, inklusiven Gesellschaft. Entscheidend wird letztlich sein, wie das Papier zum Leben erweckt wird.

Roniger dazu: „Dafür wird es weiterhin entsprechenden internationalen und öffentlichen Druck brauchen. Denn nur, wenn sich auch die Politik ausdrücklich zu den nachhaltigen Entwicklungszielen bekennt und sich für deren Umsetzung einsetzt, können wir gemeinsam dafür sorgen, dass niemand mehr auf der Strecke bleibt.“

Ganz im Sinne des Kernmottos der SDGs: „Leave no one behind“. Die neuen Ziele geben die Richtung vor, wie Regierungen ihre Programme – Bildung, Arbeit, Gesundheit etc. -gestalten, damit alle Menschen Zugang haben. „Im Bildungsbereich etwa bedeutet das starken Rückenwind für unsere Zielsetzung, dass behinderte Kindern in Äthiopien und Burkina Faso Zugang zu Schulbildung erhalten“, so Roniger abschließend.

LICHT FÜR DIE WELT wird beim UN-Summit in New York durch die beiden ExpertInnen Magdalena Kern und Gabriel Müller vertreten sein.

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