UNESCO würdigt Verwendung und Weitergabe der Brailleschrift

Mit der Aufnahme der Brailleschrift wächst das Kulturerbe-Verzeichnis um einen zentralen Bestandteil barrierefreier Kommunikation.

Finger ertasten Brailleschrift
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Vier neue Traditionen wurden in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen. Das gab die Österreichische UNESCO-Kommission am 16. April 2026 bekannt. Eine der wichtigsten neuen Eintragungen ist die Brailleschrift.

Die Brailleschrift ist ein Schriftsystem für blinde und sehbehinderte Menschen. Sie wurde im 19. Jahrhundert von Louis Braille entwickelt. Die Schrift besteht aus erhabenen Punkten, die mit den Fingern ertastet werden können. Sie ermöglicht vielen Menschen den Zugang zu Bildung, Information und kultureller Teilhabe.

Markus Wolf, Präsident des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Österreich (BSVÖ), betont die große Bedeutung der Brailleschrift. Gegenüber BIZEPS sagt er:

Bis 1825 mussten blinde und stark sehbehinderte Menschen sich Texte vorlesen lassen. Mit der Brailleschrift haben wir einen direkten Zugang zur Literatur bekommen.

Heute können wir selbstständig unsere Medikamente einnehmen, weil sie in Brailleschrift beschriftet sind, können selbstständig den richtigen Bahnsteig finden und können auch ein gutes Buch mit den Fingern lesen.

Der Wert der Brailleschrift kann nicht überschätzt werden!

Mit der Aufnahme der Brailleschrift wird ihre gesellschaftliche Bedeutung besonders hervorgehoben. Sie ist nicht nur ein Hilfsmittel, sondern ein zentraler Bestandteil von Kommunikation, Bildung und Selbstbestimmung.

Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich

Das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes wurde 2010 im Rahmen des von Österreich 2009 ratifizierten UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes von 2003 etabliert.

Neben der Brailleschrift wurden auch weitere kulturelle Praktiken in das Verzeichnis aufgenommen. Sie zeigen die Vielfalt des kulturellen Lebens in Österreich und machen sichtbar, wie lebendig Traditionen heute sind.

Immaterielles Kulturerbe umfasst Bräuche, Wissen und Fertigkeiten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Ziel ist es, diese zu schützen und ihre Bedeutung stärker ins Bewusstsein zu rücken.

Siehe: Eintrag bei der UNESCO zu Brailleschrift

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