In Ungarn steht ein politischer Wandel bevor. Der zukünftige Ministerpräsident Péter Magyar hat am 24. April 2026 sein Regierungsteam vorgestellt. Der blinde Jurist Vilmos Kátai-Németh soll Sozial- und Familienminister werden. Das ist eine Premiere in der Geschichte des Landes.
Péter Magyar gewann mit seiner TISZA-Partei die Parlamentswahl am 12. April 2026. Damit endet die 16-jährige Amtszeit von Viktor Orbán. Die neue Regierung soll am 9. Mai 2026 vereidigt werden.
Der Wahlsieger und zukünftige Regierungschef Magyar setzt bei der Besetzung seines Kabinetts auf Fachleute aus Wissenschaft und Gesellschaft.
Am 24. April 2026 gab Péter Magyar bekannt, dass Vilmos Kátai-Németh Sozial- und Familienminister werden wird.
Vilmos Kátai-Németh
Magyar begründet seine Entscheidung damit, dass Kátai-Németh die Herausforderungen von Menschen mit Behinderungen aus eigener Erfahrung kennt. Das Ministerium soll künftig stärker für Barrierefreiheit und Chancengleichheit zuständig sein.
Vilmos Kátai-Németh erblindete im Alter von 16 Jahren. Zuerst war er als Masseur tätig; heute ist er ein bekannter Rechtsanwalt. Außerdem trägt er den schwarzen Gürtel in Aikido und hat eine spezielle Selbstverteidigung für sehbehinderte Menschen entwickelt.
Ungarn wird mit Kátai-Németh voraussichtlich bald einen blinden Minister ernennen – ein Schritt, der derzeit in den Medien breite Aufmerksamkeit erhält.
Allerdings wäre dies kein Novum in Europa: In Großbritannien war der ebenfalls blinde Labour-Politiker David Blunkett Minister (von 2001 bis 2004 Innenminister und danach 2005 Arbeitsministers).
Siehe: ORF, Salzburger Nachrichten
Astrid ,
02.05.2026, 11:38Mir gefällt dieser Artikel sehr gut! Ich bin selbst blind! Herzliche Grüße
Heinz Gutschner ,
29.04.2026, 11:10Toll!