49. Woche 2025 – Bushaltestelle in Kuala Lumpur mit taktiler Türfindung
Dieses Foto aus Kuala Lumpur, Malaysia zeigt eine Bushaltestelle. Die schwarzen Metallsteher lassen laut unserem Leser auch blinde Menschen erkennen, …
Integration von Kindern mit Behinderungen kommt der gesamten Gesellschaft zugute
UNICEF ruft dazu auf, die Diskriminierung von Kindern mit Behinderungen zu überwinden und ihre Rechte zu stärken.
In Entwicklungs- und Schwellenländern leben diese Kinder und ihre Familien laut des neuen UNICEF-Berichts „Zur Situation der Kinder in der Welt“ zumeist in großer Armut. Statt bestmöglicher Förderung in der Familie und in den Gemeinden gilt in vielen Ländern nach wie vor die Unterbringung in Heimen als einzige Lösung.
Tief sitzende Vorurteile und Stigmatisierungen führen dazu, dass Kinder mit Behinderungen oft als „minderwertig“ betrachtet und an den Rand gedrängt werden.
„Wenn wir zuerst die Behinderung sehen, ist das nicht nur falsch für das Kind. Diese Sichtweise enthält der Gesellschaft all das vor, was dieses Kind ausmacht“, erklärte UNICEF-Exekutivdirektor Tony Lake bei der Vorstellung des Reports in Vietnam. „Damit Kinder mit Behinderungen etwas zählen, müssen sie gesehen werden, bei der Geburt, in der Schule, im Leben.“
Kinder mit Behinderungen und ihre Familien – so der UNICEF-Bericht – zählen weltweit zu den am stärksten benachteiligten und gefährdeten Menschen:
Viele Regierungen schenken dem Thema Behinderung bislang kaum Aufmerksamkeit. So haben nur wenige Staaten umfassende Informationen darüber, wie viele Menschen mit Behinderungen in ihrer Gesellschaft leben und wie sich diese auf ihr Leben auswirken.
Dabei tragen Armut und Unterentwicklung auch zur Verbreitung von Behinderungen bei. So ist zum Beispiel fehlende und unzureichende Ernährung eine Ursache für schwere körperliche und geistige Behinderungen. Weltweit sind deshalb 165 Millionen Kinder in ihrer körperlichen und häufig auch in ihrer geistigen Entwicklung beeinträchtigt. Und zwischen 250.000 und 500.000 Kinder sind jedes Jahr von dem Erblinden bedroht, da sie an Vitamin-A-Mangel leiden.
UNICEF setzt sich dafür ein, Kinder mit Behinderungen nicht länger als passive Empfänger von Schutz und Hilfe, sondern als volle Mitglieder der Familie, Gemeinde und Gesellschaft anzuerkennen. Dazu müssen physische, kulturelle, ökonomische, kommunikative und mentale Barrieren zur Teilnahme abgebaut werden. Die Verwirklichung der Rechte von Kindern mit Behinderungen muss ein Schwerpunkt der Sozial- und Entwicklungspolitik werden.
Einstellungen verändern: Eine „inklusive“ Gesellschaft setzt voraus, dass Unwissenheit und Diskriminierung überwunden werden und die Fähigkeiten und Rechte der Kinder in den Mittelpunkt rücken. Zuerst muss das Kind, nicht seine Behinderung gesehen werden.
Barrieren abbauen: Barrieren, die die Teilnahme von Kindern mit Behinderungen in Schulen, Gesundheitseinrichtungen und im öffentlichen Leben erschweren oder verhindern, müssen abgebaut werden.
Institutionalisierung beenden und Familien stärken: Die verbreitete Unterbringung in Heimen muss gestoppt werden. Stattdessen müssen Familien gestärkt werden – zum Beispiel durch den Aufbau lokaler Netzwerke. Gezielte Sozialprogramme müssen die Folgen von Armut, Arbeitslosigkeit und höheren Lebenshaltungskosten mindern.
Rehabilitation in den Gemeinden ausbauen: Medizinische Hilfe, Schulen und soziale Unterstützung müssen für alle Kinder in den Gemeinden zugänglich sein. Frühzeitige Diagnose von Risiken sowie fachkompetente Förderung sind dabei besonders wichtig.
Kinder mit Behinderungen „sichtbar“ machen: Um verlässliche und vergleichbare Informationen als Grundlage für politische Maßnahmen zu erhalten, ist verstärkte weltweite Forschung notwendig.
Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.
Dieses Foto aus Kuala Lumpur, Malaysia zeigt eine Bushaltestelle. Die schwarzen Metallsteher lassen laut unserem Leser auch blinde Menschen erkennen, …