Vermessen von der WHO

Die Weltgesundheitsorganisation WHO berechnet die menschliche Lebenserwartung nach einer neuen Methode.

Bei dieser, der DALE-Methode (Disability Adjusted Life Expectancy), werden die Jahre herausgerechnet, die ein Mensch wahrscheinlich krank oder behindert leben wird. Heißt das nun, daß meine individuelle Lebenserwartung in genau jener Minute geendet hat, in der vor mittlerweile neun Jahren eine chronisch fortschreitende Erkrankung diagnostiziert worden ist?

Keine Frage, daß ich nicht über einen sehr, sehr langen Zeitraum selbst massive Schwierigkeiten damit gehabt hätte, mein Leben mit Krankheit und Behinderung als sinnvoll zu definieren, meinen Lebenswillen auf die Zukunft auszurichten und loszulassen, was plötzlich nicht mehr war.

Keine Frage, daß es den „Umstehenden“, den Nichtbetroffenen, den „Gesunden“ Schwierigkeiten bereitet, sich mit Krankheit, Behinderung und Tod auseinanderzusetzen. Keine Frage, daß es das Leben auf der „richtigen“ Seite der Norm vereinfachen wird, wenn alle Menschen, die sich auf der anderen, der „falschen“ Seite, befinden, gleich als am Ende ihrer Lebenserwartung befindlich „herausgerechnet“ werden.

Stellt sich zuletzt nur die Frage, ob sich die WHO da nicht vermessen hat, wenn sie so vermessen ist, anzunehmen, daß Krankheit und Behinderung per se und sozusagen empirisch das Leben beenden. Und plötzlich macht es Sinn, daß die Hospizbewegung von Lebensbegleitung spricht, wenn sie Menschen in den letzten Momenten ihres Lebens beisteht.

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