Verpflichtendes Kindergartenjahr – nicht für Kinder mit Behinderung

Diakonie fordert Rechtsanspruch auf Kindergartenbesuch und Bundesrahmengesetz

Michael Chalupka
Diakonie

„Anstatt bestehende Kindergärten integrativ zu gestalten, werden Kinder mit Behinderung von der Kindergartenpflicht befreit“, sieht Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, die pädagogische Begleitung von Kindern mit Behinderung in Gefahr.

„Dass hier eine Befreiung der Kindergartenpflicht ausgesprochen wird, kommt einer Integrationsverweigerung seitens der Bundesregierung gleich. Daher fordern wir das Gegenteil: Die Verpflichtung der Bundesregierung, adäquate Kindergärten für alle in Wohnortnähe anzubieten!“

Mit Beginn des Schuljahres 2009/2010 wird der Kindergartenbesuch für alle Fünfjährigen in Österreich verpflichtend. Ausgeschlossen werden Kinder mit Behinderung, wenn für sie keine adäquate Kinderbetreuungseinrichtung in Wohnortnähe zur Verfügung steht.

„Die Argumentation, dass Eltern eine mögliche Strafe aufgrund Verletzung der Kindergartenpflicht erspart wird, kann nicht gelten. Ziel muss es sein, für alle Kinder frühe Förderung zu bieten, um ihre individuelle Entwicklung bestmöglichst zu fördern“, so Chalupka.

Der derzeit noch fehlende Rechtsanspruch auf integrativen Kindergartenbesuch müsse so schnell wie möglich realisiert werden, ebenso wie ein bundesweit einheitliches Rahmengesetz für Kindergärten in ganz Österreich.

„Ein solches Rahmengesetz kann eine einheitliche Finanzierung von Kindergärten schaffen, ebenso wie geregelte Gruppengrößen, Qualitätsstandards und vieles mehr.“

Die Zahl von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Kindergärten wird derzeit nicht erhoben, da seit 2002/03 ein gesetzlicher Rahmen zur genauen Erfassung fehlt. Daten aus der älteren Erhebungen zeigen, dass mehr als 12% aller Kinder in österreichischen Kindergärten sonderpädagogischen Förderbedarf haben. Dieser bezieht sich auf körperliche Behinderungen, Sinnesbehinderungen, Lernbehinderungen, Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsstörungen oder Mehrfachbehinderungen.

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0 Kommentare

  • „Die Argumentation, dass Eltern eine mögliche Strafe aufgrund Verletzung der Kindergartenpflicht erspart wird, kann nicht gelten. Eines der billigsten, heuchlerischsten und verlogensten Argumente dieser Bundesregierung, Gratulation!
    Es gibt bald keine Steigerungsmöglichkeit mehr! Sollte man denken, so schlau wie ein Fuchs hierbei gewesen zu sein, ich denke, jeder Fuchs ist schlauer. Ist das Diplomatie? Waua, net schlecht! Man lernt sichtlich niemals aus! „Die Argumentation, dass Eltern eine mögliche Strafe aufgrund Verletzung der Kindergartenpflicht erspart wird, kann nicht gelten.