Viennale spart an Behinderten

Bericht aus der Wiener Zeitung vom 14. Oktober 1995:

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Viennale

Als behindertenfreundlich präsentiert sich die Viennale: stolz weist der Prospekt immerhin vier Veranstaltungsstätten als „rollstuhltauglich“ aus, nämlich das Stadtkino, das Metro und Gartenbau sowie die Urania. Nun besitzen jedoch manche Behinderte die Frechheit, das Angebot tatsächlich anzunehmen – zum Beispiel das der Urania. Da sieht´s dann böse aus. Die Urania hat nämlich, entgegen der Katalogankündigung, durchaus keine zwei Rollstuhlplätze, auch nicht einen, sondern schlicht und einfach gar keinen.

Was bei der Kassa schamhaft mit „sind leider ausverkauft“ vertuscht wird. Seitens der Viennale weist man darauf hin, daß die Adaption – am wichtigsten die Rampe – die Summe von 80.000 bis 100.000 Schilling verschlungen hätte.

Daß der Prospekt eine falsche Auskunft gibt, daß man sich bei entsprechenden Nachfragen irgendwie durchzumogeln versucht – wen stört´s? Irgendwo muß man ja sparen. Warum nicht an Behinderten?

Gerade deshalb sei noch eines besonderen Schildbürgerstreiches gedacht: Im Vorjahr wurde besagte Urania mittels Rampe bereits adaptiert. Statt nun die Behindertentauglichkeit zur Dauereinrichtung zu machen, hat man sie mit Ende der Viennale schnell wieder entfernt, die Rampe samt der Behindertentauglichkeit der Urania.

Bleibt zu hoffen, daß sich die Subventionsgeber bei ihren nächsten Zuteilungen an die Viennale dieses Details erinnern.

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