Volksanwalt Achitz: Sozialversicherung muss bei Kinder-Reha mehr Flexibilität zeigen

Damit Eltern ihre Kinder begleiten können, müssen kürzere Reha-Aufenthalte möglich sein, so lange es keine arbeitsrechtliche Lösung für Freistellung gibt

Volksanwalt Mag. Bernhard Achitz
Volksanwaltschaft / Photo Simonis

Nicht nur Erwachsene, auch Kinder brauchen nach Unfällen oder Krankheiten Rehabilitation, um wieder fit zu werden. Und auch Kinder mit Behinderungen sollten regelmäßig auf Reha.

Die Volksanwaltschaft hat lange eigene Reha-Einrichtungen für Kinder und Jugendliche gefordert – diese gibt es mittlerweile seit 2016.

„Vor allem für Kinder ist es wichtig, dass ein Elternteil sie zur Reha begleiten kann. Nicht nur aus emotionalen Gründen; die Eltern sollen auch in die Reha miteinbezogen werden“, sagt Volksanwalt Bernhard Achitz, denn sie sollen in Schulungen gemeinsam mit ihren Kindern auf den Alltag vorbereitet werden.

„Eltern haben aber immer wieder Schwierigkeiten, sich für die Reha ihres Kindes freizunehmen. So lange es für diese Fälle keine arbeitsrechtliche Lösung, etwa eine Freistellung, gibt, müssen die Reha-Einrichtungen und Sozialversicherungsträger flexibel sein und die Dauer der Reha an die Bedürfnisse der betroffenen Familien anpassen“, fordert Achitz.

In letzter Zeit melden sich bei der Volksanwaltschaft immer wieder Familien, die auf Schwierigkeiten stoßen. Die Sozialversicherung bewilligt etwa nur eine Einrichtung, wo der Reha-Aufenthalt 36 Tage dauert – nicht zu stemmen für berufstätige Eltern.

In der ORF-Sendung „Bürgeranwalt“ brachte die Volksanwaltschaft zuletzt den Fall einer Kärntner Familie, deren Sohn mit Autismus und ADHS lebt und nun – statt wie im Vorjahr zwei Mal 14 Tage – heuer für 36 Tage ins Reha-Zentrum sollte. Das ist, ganz abgesehen von den praktischen Schwierigkeiten, ihn zu begleiten, auch medizinisch nicht zu empfehlen, wie der Facharzt, der den Buben behandelt, gewarnt hatte.

Volksanwalt Achitz: „Auch wenn die Sozialversicherung prinzipiell Reha-Aufenthalte bei bestimmten Vertragspartnern bewilligt, die 36 Tage dauern: In begründeten Einzelfällen ist hier Flexibilität notwendig!“

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