Von Afrika bis Asien – Braille schafft Chancen

Der blinde Franzose Louis Braille ist erst 16, als er im Jahr 1825 die Blindenschrift erfindet. Ein einfaches, aber geniales System aus sechs Punkten, das blinden und sehbehinderten Menschen Zugang zu Bildung und Wissen ermöglicht.

achtjähriges blindes Mädchen in Ruanda lernt Braille lesen
Licht für die Welt

LICHT FÜR DIE WELT macht zum Welt-Braille-Tag am 4. Jänner 2012 auf die enorme Bedeutung der Blindenschrift für Menschen in Entwicklungsländern aufmerksam.

Eine Schrift aus sechs Punkten. Mit diesen Punkten, die einer Sechs auf dem Würfel gleichen, können 64 Kombinationen für Buchstaben und Zahlen dargestellt werden.
Erst nach Louis Brailles Tod 1852 wird die Punktschrift in Frankreich offiziell an Blindenschulen eingeführt, in Österreich 1873. Sie ist bis heute gültig und unverzichtbar: Denn erst seit Erfindung der Braille-Schrift haben blinde und sehbehinderte Menschen dieselben Bildungschancen wie sehende. Braille ermöglicht damit die Chance am wirtschaftlichen, politischen und vor allem auch kulturellem Leben einer Gesellschaft teilzuhaben.

Großer Nachholbedarf in Entwicklungsländern

Während blinde Menschen in Österreich heute mit Computern mit so genannter Braillezeile, ihrem „Bildschirm“, und Sprachprogrammen arbeiten, besteht in Entwicklungsländern noch großer Nachholbedarf: Viele blinde Kinder haben keinen Zugang zu Schulen, an denen sie lernen können.

Zudem stehen die Hilfsmittel, die sie benötigen, oft nicht zur Verfügung. In Armutsgebieten hat nur etwa jedes zehnte blinde oder sehbehinderte Kind die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Dabei ist gerade für diese Kinder Bildung der einzige Weg aus der Armut.

LICHT FÜR DIE WELT setzt sich dafür ein, dass auch blinde Menschen in Entwicklungsländern die Brailleschrift lernen, sich dadurch weiterbilden und verstärkt am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Leben teilhaben können. In Hilfsprojekten von LICHT FÜR DIE WELT werden Braille-Lehrer ausgebildet und Schulen mit Braille-Schreibmaschinen und Büchern in Blindenschrift ausgestattet.

Weltweit gibt es 40 Millionen blinde Menschen, 90 Prozent von ihnen leben in Entwicklungsländern. In Österreich wird die Zahl blinder und sehbehinderter Menschen mit 300.000 beziffert. LICHT FÜR DIE WELT fördert derzeit mehr als 19.000 blinde und anders behinderte Kinder, die meisten von ihnen in Gemeindenahen Rehabilitationsprogrammen in Afrika.

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