Von Audiodeskription bis Untertitel – Wie barrierefrei ist der ORF?

ORF-Bericht für das Jahr 2017: Nur geringe Steigerungen sowohl im Bereich der akustischen Bildbeschreibung als auch bei den Untertiteln

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BIZEPS

Jetzt ist er da! Der Bericht des ORF für das Jahr 2017. Zeit, um einen Blick auf das Angebot für gehörlose und sehbehinderte Menschen zu werfen.

Wie haben sich Untertitel und Audiodeskription entwickelt?

Da geht noch mehr

Audiodeskription, auch akustische Bildbeschreibung genannt, heißt ein speziell für Menschen mit Sehbehinderung entwickeltes Angebot. In den Dialogpausen werden Bildelemente, die für das Verständnis oder das Wahrnehmen der Atmosphäre wichtig sind, akustisch beschrieben. Auch der ORF bietet dieses Service an.

2010 verpflichtete sich der ORF in einem Etappenplan zu einer jährlichen Steigerung des Prozentsatzes um rund 20 %. Vergleicht man die Zahlen der Jahre 2015 bis 2017 lassen sich durchaus Steigerungen erkennen.

2015 belief sich der Prozentanteil der Stunden, die mit akustischer Bildbeschreibung ausgestattet waren, auf 6,02 %, das sind in Stunden gerechnet 1054 Stunden. 2016 waren es 8,38 %, also umgerechnet 1460 Stunden. 2017 belief sich der Anteil auf 8,48 %, also 1486 Stunden.

Der Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich zeigt sich in einem Kommentar zur akustischen Bildbeschreibung über die im Jahresbericht beschriebenen Entwicklungen erfreut. Dennoch ist noch viel zu tun. In einem Artikel zum Thema verweist der Verband auf das positive Beispiel der BBC, die über 20 % ihres Programms mit akustischer Bildbeschreibung auf sechs Sendern ausstrahlt.

Nur langsame Fortschritte im Bereich der Untertitelung

Das Angebot der Untertitelung des ORF hat Videoblogger Martin Habacher 2016 für BIZEPS genau unter die Lupe genommen. Schon damals ließ sich feststellen, dass der Anstieg der Untertitelung in den letzten Jahren eher schwach ist. Dafür sprechen leider auch die aktuellen Zahlen.

Im ORF 1 und ORF 2 lag der Prozentanteil der untertitelten Sendestunden im Jahr 2016 bei 69,47 % und 2017 bei 71,42 %. Das ist eine Steigerung von knapp 2 %. Noch schwächer war die Steigerung bei ORF 3 von 36,83 % auf 37,16 %.

Welche Sendungen sind eigentlich barrierefrei

Ausbaufähig ist auch das Angebot an barrierefreien Sendungen. Im Bereich der akustischen Bildbeschreibung sind es vor allem einzelne Film- und TV-Produktionen des ORFs, wie der TV-Zweiteiler „Maria Theresia“ und Unterhaltungs- und Sportevents, wie der Eurovision Songcontest, die Champions League oder die Europa League Qualifikationsspiele.

Untertitelt werden vor allem Informationssendungen, wie zum Beispiel die ZiB-Formate, die Pressestunde, Sendungen zu den Nationalratswahlen und einzelne TV-Events.

Fazit

Festzuhalten sind nur geringe Steigerungen sowohl im Bereich der akustischen Bildbeschreibung als auch bei den Untertiteln. Nur ein gewisser Teil der Sendeformate ist barrierefrei gestaltet.

Um Menschen mit Sehbehinderungen oder Hörbehinderungen bzw. gehörlosen Menschen einen umfassenden Zugang zu Information, Bildung und Unterhaltung zu geben, ist noch einiges zu tun.

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2 Kommentare

  • Dies wird sich Alles zum Besseren ändern, haben wir jetzt doch erstmals einen selbst Betroffenen im Publikumsrat sitzen!

    Wir werden die Veränderungen zumindest genau beobachten!