Von der Kretinenanstalt zur Inklusion

Ein Kurzfilm erzählt von der europaweit ersten Einrichtung für Menschen mit Lernschwierigkeiten bis hin zur heutigen Inklusionspädagogik.

Die Worte BILDUNG INKLUSIVE und im Hintergrund geht ein Mann in einem Glashaus mit grünen Pflanzen vorbei.

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es den ersten Unterricht für Menschen mit Lernschwierigkeiten in Einrichtungen, die man als Kretinenanstalten bezeichnete.

Heute ist der Ausdruck Kretinismus eine Beleidigung. Auch was damals noch großer Fortschritt war, nämlich dass es eigene Unterrichtsanstalten für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen gab, ist heute längst nicht mehr zeitgemäß.

Den langen Weg vom exklusiven Unterricht für Menschen mit Lernschwierigkeiten bis hin zur Inklusion zeigt der Film „Bildung inklusive“ auf.

Ein Blick in die Vergangenheit

Anfang des 19. Jahrhunderts schrieb der ursprünglich aus Deutschland stammende Gotthard Guggenmoos Bildungsgeschichte, indem er in Salzburg die erste Bildungsanstalt für Menschen mit Lernschwierigkeiten gründete. Für diese Schule gab es keine staatliche Unterstützung, sie musste von Spenden finanziert werden.

Aus den Quellen geht hervor, das es Guggenmoos hauptsächlich darum ging, seinen Schülerinnen und Schülern das Sprechen und Schreiben beizubringen. Wie damals üblich, wurden in der Schule hauptsächlich männliche Schüler unterrichtet. Angehörige und Verwandte kamen für die Bildung ihrer Familienmitglieder auf.

Von Exklusion zu Inklusion

Damals waren eigens für Menschen mit Behinderungen geschaffene Lehranstalten ein Fortschritt. Heute weiß man aber, dass zur wirklichen Teilhabe in der Gesellschaft mehr gehört. Heute werden diese Sondereinrichtungen als Hindernisse für Inklusion betrachtet.

Im zweiten Teil des Films erzählen mit Menschen mit Lernschwierigkeiten aus der Lebenshilfe Salzburg über ihre Berufserfahrungen und was ihnen ihre Arbeit bedeutet. „Inklusion ist eine Beziehungsangelegenheit“, führt Bildungswissenschaftler Robert Schneider-Reisinger aus.

Eine Behinderung würde sich letztlich auch durch soziale Isolation auszeichnen. Diese Ansicht ist auch in den sozialen Modellen von Behinderung vertreten, die davon ausgehen, dass die eigentliche Behinderung nicht in einer Person selbst liegt, sondern im Ausschluss, den sie erlebt.

Der kurze Einblick in die Geschichte der Bildung von Menschen mit Behinderung macht eines deutlich: So fortschrittlich das Modell der Sonderanstalten für Menschen mit Behinderung im 19. Jahrhundert war, so rückschrittlich ist es jetzt. Vom gemeinsamen Lernen und Arbeiten profitieren alle, nicht nur Menschen mit Behinderungen.

Den Film „Bildung inklusive“ können Sie auf YouTube mit deutschen Untertiteln sehen.

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