Günter Wild

Vorarlberg: Kompromiss beim Festspielhaus

Am 7. Juli 2006 wurde das 1.700 Sitzplätze umfassende Festspielhaus in Bregenz mit nur zwei Rollstuhlplätzen eröffnet. Nun wurde ein Kompromiss erreicht.

Groß war die Aufregung im Sommer als das um 40 Millionen Euro umgebaute Festspielhaus in Bregenz nach zehn Monaten eröffnet wurde und SPÖ-Stadtvertreter Günter Wild, der selbst einen Rollstuhl benützt, das Fehlen von ausreichenden Rollstuhlplätzen im Großen Saal kritisierte. Es standen nur zwei – noch dazu kleine – Rollstuhlplätze bei 1.700 Sitzplätzen zur Verfügung.

Die entsprechende Ö-NORM sei bei der Planung nicht eingehalten worden, kritisierte Wild im Sommer. „Denn ansonsten müssten 17 Sitze im Saal ausgewiesene Rollstuhlplätze sein“, berichtete der ORF-Vorarlberg.

Wie üblich gab es bei dieser Art der Versäumnisse seitens der Ausführenden Ausflüchte. Man habe die Erfahrung vor die Vorschriften der Ö-NORM gestellt, wird Stadtbaumeister Bernhard Fink in den Medien zitiert. Stadtbaumeister Bernhard Fink und Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP) sagten in einer ersten Reaktion, diese Anzahl reiche auf Grund langjähriger Erfahrungen.

Unwahre Behauptungen

Außerdem sei – so wurde behauptet – der Experte für „Menschengerechtes Bauen“ des Institutes für Sozialdienste (IFS) zugezogen worden. Dieser Aussage widerspricht der IFS-Sachverständige Hermann Mayer. Er sei nicht hinzugezogen worden, gibt er dem ORF-Vorarlberg bekannt.

Der ORF berichtete weiter: „In Sachen Behindertengerechtigkeit gibt Mayer Stadtvertreter Wild Recht. Sie entspreche nicht der Ö-Norm. Klarzustellen sei aber auch, dass der Bauherr dazu nicht verpflichtet sei.“ Die Stadt Bregenz kündigte daraufhin Verbesserungen an.

Nun wurde bekannt, dass der große Saal künftig sechs Plätze für Rollstuhlfahrer bieten wird und bei Bedarf auch noch Sitze für weitere Plätze ausgebaut werden können. Diese Lösung wurde gemeinsam vor Ort mit Betroffenen erarbeitet, berichtete der ORF. Auch die Dienststelle Menschengerechtes Baues beim Institut für Sozialdienste sei vollinhaltlich mit der Lösung einverstanden, heißt es in der Meldung.

Lösung zufrieden stellend

SPÖ-Stadtvertreter Günter Wild bezeichnet im BIZEPS-INFO Interview die nun gefundene Lösung „als zufrieden stellend“. Die ausreichende Anzahl von Rollstuhlplätzen habe deswegen gefehlt, „weil die Architekten das vergessen haben“, vermutet er.

„Ein sehr positives Ergebnis im Sinne aller Beteiligten“, beurteilt Festspiel-Vizepräsident Wilhelm Muzyczyn als Vorsitzender der Projektkommission die neue Lösung gegenüber Vorarlberg Online.

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  • Leider wurden im Festspielhaus auch die Bedürfnisse der Schwerhörigen nicht berücksichtigt und eine Funkanlage (trotz anders lautender Ausschreibung) eingebaut, die ein umständliches Handling erfordert und ein verbessertes Hören wegen allfälliger induktiver Störungen nicht garantiert. Nach dem bisher erfolglosen Schriftverkehr wird der Österreichische Schwerhörigenbund ein Mediationsverfahren einleiten und eine Überprüfung der Vergaberichtlinien beantragen.