Wagner-Spital: Hunderte neue Präparate von NS-Opfern entdeckt

Die Presse: Im Otto-Wagner-Spital wurden Hunderte Präparate von Psychiatrie-Patienten gefunden, die ebenfalls von den Nazis getötet wurden.

Opfer der NS-Zeit
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

Wie „Die Presse“ berichtet hat ein Mitarbeiter des jetztigen Otto-Wagner-Spitals Tausende Präparate der Pathologie durchgearbeitet und dabei eine schreckliche Entdeckung gemacht: Etwa 1000 bis 1500 Präparate, die noch in den Lagern der Prosektur liegen, dürften von Patienten der „Heil- und Pflegeanstalt Am Steinhof“ stammen, die zwischen 1938 und 1945 der sogenannten „wilden Euthanasie“ zum Opfer fielen.

„Etwa 100 Personen konnten bisher namentlich erfaßt werden. Es wird geschätzt, daß von jedem der Psychiatrie-Patienten 50 Hirnschnitte gemacht wurden. Wo die restlichen 3500 bis 4000 Präparate sind, kann man nur mutmaßen: Wahrscheinlich im Archiv des Ludwig-Boltzmann-Instituts, das auch über Tausende Präparate der Spiegelgrund-Opfer verfügte (Gross war Leiter des „Instituts zur Erforschung zerebraler Mißbildungen“). Warum man die Entdeckung erst jetzt gemacht hat? Nach der Affäre Gross sei alles von der Aufklärung der Spiegelgrund-Zeit überlagert gewesen, 30.000 Präparate mußten durchsucht werden, um sie den getöteten Kindern zuordnen zu können.“, informiert „Die Presse“ weiter.

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