Wann werden wir geimpft?

Beunruhigung unter Menschen mit Behinderungen steigt.

Impfstofff COVID-19
Daniel Schludi on Unsplash

Trotz intensiven Nachfragens von BIZEPS beim Gesundheitsministerium gibt es keine klare Impfstrategie für Menschen mit Behinderungen, die im eigenen Haushalt mit mobiler Unterstützung wie beispielsweise Persönliche Assistenz leben.

Zwar sind sie im Papier des Gesundheitsministeriums „COVID-19-Impfung: Impfstrategie für Österreich – Umsetzung und Durchführung“ von Dezember 2020 kurz erwähnt, doch es fehlt, so scheint es, jede Idee, wie die Menschen mit Behinderungen mit erhöhtem Gesundheitsrisiko an die schützende Impfung kommen sollen und vor allem wann.

Viele betroffene Personen wenden sich an uns – hier ein Beispiel:

Ich möchte mich mit folgender Frage an Euch wenden: Ist es so, dass nur die Risikopatienten, die sich in Heimen aufhalten, ehebaldigst (Jänner bis März) geimpft werden können oder auch Behinderte, die zu Hochrisikopatienten gehören und die zu Hause gepflegt werden?  

Ich habe eine hohe Querschnittslähmung (Tetraplegie) und meine Lunge ist sehr angegriffen. Daher wäre es dringend notwendig, möglichst bald geimpft zu werden. Ich werde privat gepflegt und habe daher, sowie wegen meiner Behinderung ein erhöhtes Risiko mit Corona infiziert zu werden. 

Zusätzlich habe ich seit März 2020 aus Sicherheitsgründen kaum private Kontakte und das ist auf Dauer psychisch sehr belastend.

Jenseits jedes Inklusionsgedankens

An diesem Versäumnis wird nicht nur die Fantasielosigkeit des Ministeriums, was die Problemlösung  betrifft, wieder einmal deutlich, sondern auch die Tatsache, dass, wenn es um Menschen mit Behinderungen und andere Risikogruppen geht, man immer noch nur an Institutionen denkt.

Menschen mit Behinderungen, die in einer eigenen Wohnung wohnen, arbeiten, ihren Interessen nachgehen, Familie haben und sich die Unterstützung, die sie benötigen, selbstbestimmt organisieren, existieren gedanklich immer noch nicht als Teil der Gesellschaft.

Siehe auch: Kurier: Kein Plan für MassenimpfungenDerStandard: „Jede Verzögerung vermeiden“ sowie HEUTE: Geheimcode 4.694 – Die wahren Impfzahlen in Österreich und das Theater dahinter.

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16 Kommentare

  • Scheinbar ist die Logistik ein Fremdwort für die verantwortlichen für Covid19 impfen. Man hört immer andere Ausreden. In anderen Ländern sind schon hunderttausende geimpft bei uns ist man nicht einmal fähig in drei Wochen Altersheime, Gesundheits- Personal und der Exikutieve ausreichend Impfschutz zu bieten. Wann beginnt man zu impfen nicht immer nur darüber zu Quatschen? Die Ösrerreicher/innen erwarten sich Taten.

  • Wie aus den Medien zu entnehmen, sind nicht genug Inpfseren zur Verfügung, da die Lagerung bei minus 80 Grad Celsius erfolgt. Und innerhalb von 5 Tagen geimpft werden muss. Außerdem hat man nun den einzelnen Bundersländern die Organisation übertragen…

  • Leider kann man aktuell keinerlei aussagekräftige Informationen erhalten, wann und wo Menschen,
    – die eigenständig (mit persönlicher Assistenz) im eigenen Haushalt leben
    – ihren Arbeitsalltag (mit persönlicher Assistenz) bewältigen
    – aber definitiv nach allen Definitionen zur Hochrisikogruppe zählen

    und trotz schwerer gesundheitlicher Beinträchtigung (Querschnittlähmung, schwere Lungenfunktionsbeeinträchtigung, Beatmung …..) durchgehend während der Pandemie im Abeitsprozess (Homeoffice und zwischendurch auch Präsenztätigkeit) stehen, die Möglichkeit erhalten, an der Impfung gegen Covid 19 teilzunehmen. Sämtliche Anfrageversuche werden mit diversen Hinweisen auf Impfplan und Impfstrategie abgehandelt, ohne dass man diese Gruppe benannt bzw. klar definiert irgendwo miteinbezogen hat.
    Selbst im Gesundheitsministerium fehlt offensichtlich auch im 21. Jhdt. noch immer das Bewusstsein für uns!!!

  • Vielleicht kann Alexander Wrabetz als Chef des von der Regierung mit einer Extraration an Impfdosen versorgten Staatsfunkt ein paar Dosen abgeben?

    https://www.horizont.at/medien/news/aufreger-impfprivileg-fuer-den-orf-83423

    Schließlich macht der Staatsfunkt jedes Jahr mit „Licht ins Dunkel“ Quote und stellt sich als besonders wohltätig dar. Jetzt kann der ORF einmal echte Solidarität beweisen!

  • Danke, für diesen Artikel, ich habe diesen gleich auf Twitter dem Journalisten Franz Renner vom ORF geschickt und werde ihn auch auf Twitter und FB teilen. Ich plädiere unbedingt für Impfzentren als eine Alternative zu den niedergelassenen Ärzten, das wäre eine Änderung der österreichischen Impfstrategie, aber Israel hat es vorgemacht, wie es funktionieren könnte.

  • das chaos setzt sich, wie zu erwarten war, fort. wie reagieren die großen behindertenverbände? JETZT müssen sie an die öffentlichkeit gehen. ostern ist zu spät.

    • Ja, Erwin, danke, genauso sollte es sein. Nur ein großer öffentlicher, medialer Druck seitens der Behindertenverbände würde weiterhelfen.

  • Ich habe totale Angst vor der Impfung. Höre über sehr viele schlimme Nebenwirkungen. Es sollen wieder an Menschen mit Behinderung getestet werden und das macht mir totale Angst. Das war im zweiten Weltkrieg auch so. Wieso müssen sich alle impfen lassen? Ich will das nicht!

    • Liebe Martina!

      Nichts wird an Menschen mit Behinderungen getestet. Leider gibt es sehr viele Falschinformationen die verbreitet werden. Die Impfstoffe sind, wie alle anderen Impfungen auch, vor der Zulassung an 30 bis 40 tausend Menschen getestet worden.

      Eine Impfpflicht gibt es in Österreich nicht.

    • Ehrlicherweise muß schon gesagt werden, dass die in Rekordzeit entwickelten Impfstoffe natürlich nicht bei weitem ausreichend getestet sind. Vor allem die Frage der Langzeitwirkung, ob der Impfstoff wirklich schützt und für wie lange, ist noch offen!

      Da verbreiten viele Impfeuphoriker auch Falschinformationen!

      Sie dazu die Stellungnahme vom Leiter der ärztlichen Impfkommission in Deutschland

      https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-impfstoff-zulassung-kritik-ludwig-100.html

      Eine „Behinderung“ alleine ist allerdings bei weitem noch ein Risikofaktor, das betrifft nur spezielle Gruppen.

      Für Allergiker sind diese Impfungen vorerst noch ein großes Risiko. In einem Spital in Alaska hatten von 144 geimpften Mitarbeiter*innen 2 allergische Reaktionen, eine mußte auf die Intensivstation …

      Update vom 18. Dezember: Zwei weitere Fälle allergischer Reaktionen sind bei Impfungen mit der COVID-19-Vakzine
      https://www.aerztezeitung.de/Nachrichten/Neue-Corona-Studien-Remdesivir-Lockdown-Folgen-Masken-et-al-410212.html

    • Was wollen sie mit ihrem Post bewirken? Dass es Fälle allergischer Reaktionen gibt ist doch völlig normal bei Personen mit Risiko für allergische Reaktionen.

      Sie weisen hier immer wieder auf den gleichen Herrn Schuler hin, der sehr tendenziös berichtet und Fakten schön ausblendet wenn es nicht in sein Bild passt wie zum Beispiel dass die Personen in den Studienphasen bereits vor zig Monaten geimpft wurden und daher wären Auffälligkeiten auch schon aufgefallen. Mittlerweile sind Millionen von Menschen geimpft. Ebenso die schnelle Entwicklung, na klar, wenn weltweite kaum an etwas Anderem geforscht wird geht es schnell, das kann man sich sonst halt nicht leisten und deswegen dauert es im Normalfall auch länger, aber nicht, weil man schaut ob die Leute Spätfolgen haben.

      Hier ein einfach erklärtes Video zu „Langzeitwirkungen/Spätfolgen“: https://www.youtube.com/watch?v=Aov3qGYv7ls


      Sie dürfen natürlich kritisch sein, aber dann bitte nicht immer mit dem gleichen Link Angst verbreiten.

    • Unabhängige Fachinformation gibt es im vom Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), Prof. W.-D. Ludwig, J. Schuler, herausgegebenen Arzneimittelbrief

      https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2020&S=85

  • Im gestrigen Interview von der Sektionscheffin Katharina Reich konnte man hören,
    dass von der Regierung eine Impfung von Personen, die zu Hause gepflegt werden
    erst im März geplant ist. Man kann sich also vorstellen, wann die Behinderten
    an die Reihe für eine Impfung kommen. Zusätzlich konnte man im Interview erfahren,
    dass zur Zeit skandalerweise sogar einiger Impfstoff „herumliegt“, da durch ein
    Planungschaos nur ein geringer Anteil des Impfstoffes, der zur Verfügung steht,
    verimpft wird. Auch ist man bei den Verantwortlichen des Gesundheitsministeriums
    offenbar nicht in der Lage einzuschätzen, wer geimpft werden will und wer nicht.
    Ich kenne viele Behinderte, die sehnlichst auf eine Impfung warten. Zur Zeit ist man als Behinderter oder Betroffener noch nicht einmal in der Lage, sich als Risikopatient registrieren zu lassen ( das ist erst irgendwann gegen Ende Januar geplant)
    Offenbar müssen noch viele Betroffene sterben, bevor man im Ministerium begreift,
    dass es Gruppen gibt, die man vergisst, leider gehören wir als Behinderte
    zu diesen betroffenen Gruppen.

  • Werden sie auch nie und nicht, weil man für sie Sonderwelten aufgebaut und die auch eingeschriftlicht hat wie z. B. durch die UNBRK. Sie, die behinderten Menschen können sich nur sichtbarklagen. Aber dafür fehlt den meisten der Mut und frusteln stattdessen vor sich hin.

    • Bin verwundert, dass Ihr provokanter Eintrag im Forum bleibt. Sie haben vom Leben als Mensch mit Behinderung keine Ahnung. Oder sind Sie Jurist? Recht haben heißt nicht immer recht bekommen!

    • „Selbst schuld“ – sonst noch was? Was wollen Sie Menschen mit Behinderung eigentlich mitteilen? Was soll das heißen „sichtbarklagen“? Haben Sie überhaupt eine Ahnung, was Sie da reden?