Warum der Besuch einer Sonderschule keine echte Wahl ist

Roman Scamoni hat ein sehr lesenswertes Statement zur schulischen Inklusion veröffentlicht. Es zeigt, dass die viel zitierte „Wahlfreiheit“ der Eltern in Wahrheit keine echte Entscheidung ist – sondern eine, die vom System vorgegeben wird.

Schulgebäude von außen
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Roman Scamoni
Roman Scamoni

Roman Scamoni, Mitarbeiter bei Integration Tirol, einer Organisation, die sich für schulische Inklusion einsetzt, begleitet Eltern im Umgang mit einem Schulsystem, das zwar Wahlfreiheit verspricht, Kinder mit Behinderungen jedoch oft ausschließt.

Für viele Familien bleibt daher faktisch keine andere Möglichkeit als der Besuch einer Sonderschule.

In seinem Statement „Sonderschule oder Regelschule: Wenn Wahlfreiheit zur Farce wird“ macht Scamoni deutlich: Der Besuch einer Regelschule ist ein Menschenrecht. Dass dieses Recht häufig nicht eingelöst wird, liegt nicht an Eltern, Lehrer:innen oder Kindern, sondern an Barrieren in den Köpfen und im System.

Was wird gegen schulische Inklusion vorgebracht

Häufig werden folgende Argumente gegen schulische Inklusion vorgebracht:

  • Für manche Kinder ist die Sonderschule besser
  • Kinder ohne Behinderung werden benachteiligt
  • Die Wahlfreiheit muss erhalten bleiben
  • Inklusion können wir uns derzeit nicht leisten

Roman Scamoni widerspricht diesen Argumenten und zeigt auf, woran schulische Inklusion tatsächlich scheitert.

Zudem betont er, wie wichtig es ist, die Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen einzubeziehen, wenn über Bildung gesprochen wird.

Seine Forderung an das System ist klar:

Hört auf, Inklusion zu verwalten. Finanziert sie. Bildet dafür aus. Und fragt endlich – ernsthaft, strukturell, nicht nur in Konzeptpapieren – die Menschen, um die es geht.

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  • Maria Brandl , Antworten

    22.06.2026, 18:11

    Ich unterstütze diesen Beitrag vollinhaltlich. Meinerseits gehöre ich der Elterngeneration an die sich auf politischer Ebene dafür eingesetzt haben, dass es 1993 und 1997 gesetzliche Regelungen für den Besuch einer (damals Integrationsklasse genannt) gibt. Engagierte Elterninitiativen und viele Fachkräfte haben sich damals schon für die Aufhebung des 2Klassen Systems und eine massive Veränderung des Schulwesens = der Bildungsangebote eingesetzt. Letztlich mussten wir uns mit der „Wahlmöglichkeit“ zufrieden geben. Nach wie vor sprechen VIELE Argumente für das gemeinsame Lernen, sie werden jedoch negiert bzw. vom System ruiniert. Diese Vorgehensweise beobachte mich mit großer Sorge und mit großem Bangen = so „bringt man Eltern von Kindern mit Behinderung dazu sich oftmals nicht für die Regelklasse zu entscheiden obwohl es nicht den Wünschen entspricht.
    Ja, fragt die Menschen – auch jene die entsprechende Erfahrung damit haben und findet und zeigt nicht jene Argumente auf, die durch schlechte Rahmenbedingungen vorzufinden bzw. gemacht wurden.

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