50. Woche 2025 – Schmalster Gehsteig St. Pöltens?
Dieser Gehsteig in der Steinergasse in St. Pölten ist wohl nur für besonders schmale Menschen. In einem Rollstuhl, mit Kinderwagen …
Am 8. Juni 2017 stellten die Wiener Linien ihre neue App WienMobil vor. Ein Kommentar.
Die neue WienMobil-App ermöglicht das Routing und die Buchung unterschiedlicher Verkehrsmittel sowie Kauf und Anzeige von Wiener-Linien-Tickets.
„Mit der neuen App werden wir unserer klar definierten Digitalstrategie gerecht. Mit WienMobil werden immer mehr Tickets und Services der Wiener Linien zusammengeführt, vereinheitlicht und in einer einzigen digitalen Anwendung zur Verfügung gestellt“, so Alexandra Reinagl, Geschäftsführerin der Wiener Linien, bei der Vorstellung der neuen App.
WienMobil ist laut den Wiener Linien „mittelfristig“ dazu gedacht, qando zu ersetzen. Sie ist schnell installiert – es gibt sie für Android und iOS. Was die App im Detail kann, wird online erklärt.
Als Rollstuhlfahrer interessiert mich vor allem, ob Aufzüge funktionieren und ob Fahrzeuge barrierefrei sind. Was genau davon kann WienMobil derzeit liefern? Ein Test.
Vorausschicken muss man, dass die App WienMobil ganz neu ist und sicherlich noch einiges an Verbesserungspotential hat. Grundsätzlich – so wurde uns bestätigt – wurde versucht, Informationen zur Barrierefreiheit einfließen zu lassen.

Es gibt in der Routenplanung die Möglichkeit, „Nur barrierefreie Fahrten“ auszuwählen. Gemeint sind damit Fahrzeuge, die die Wiener Linien als zugänglich erkennen können. Die Busse sind alle mit Rampe zugänglich und bei den Straßenbahnen wird erkannt, ob es eine Niederflurstraßenbahn ist.
Nur leider wird diese Information auf der Detailseite NICHT angegeben und auch nicht bei der grafischen Darstellung der Stationsabfahrten angezeigt – sehr wohl aber anscheinend bei der Auswahl der Routen berücksichtigt. (Zumindest deuten Tests darauf hin, wenn man es mit dem Wiener Linien Service iTIP vergleicht, wo angezeigt wird, welche Busse und Straßenbahnen barrierefrei sind.)
Falsch – wie bisher alle Wiener Linien Informationen (wie beispielsweise Qando) – ist die Angabe zur Barrierefreiheit bei den U-Bahnen. Da wird bei ALLEN U-Bahnen behauptet, dass sie barrierefrei sind. Die Wiener Linien können laut eigener Darstellung nämlich NICHT zwischen U-Bahnen mit Höhenunterschied und Spalt (genannt Silberpfeil) und U-Bahnen mit Rampen (V-Wagen) unterscheiden.
Das ist zwar peinlich (immerhin schreiben wir schon 2017), dürfte aber bei den Wiener Linien Realität sein. Es verwundert daher auch nicht, dass die App WienMobil bei der Routenplanung diesen wichtigen Unterschied nicht berücksichtigen kann. Daher sind die Ergebnisse falsch.
Die Anzeige der defekten Aufzüge ist auch noch nicht gesondert in der App zu finden (auf der Homepage der Wiener Linien aber schon); wird aber angeblich bei der Routenberechnung berücksichtigt. Es wurde auf BIZEPS-Nachfrage zugesagt, dass beim nächsten Update der App diese Informationen aufgenommen werden.
Was die App leider derzeit fast noch überhaupt nicht kann, ist einen individuellen Service im Bezug auf Barrierefreiheit bieten. Weder kann ich mich per Push-Nachrichten über Störungen bei mir wichtigen Linien informieren lassen, noch über ausgefallene Aufzüge oder sonstige für mich relevante Informationen.
„Derzeit werden aktuelle Störungsinfos bei allen betroffenen Linien angezeigt. Eine eigene Auswahl von Störungsinfos bzw. ein Abo für bestimmte Fahrzeuge oder Linien ist aber geplant“, informiert aber der Kundendienst der Wiener Linien auf meine Nachfrage.
„Insgesamt wirkt die Bedienung an einigen Stellen komplizierter, als sie sein müsste“, schreibt die futurezone. Dem muss man leider beipflichten. Aber diese Schwachstellen können sicher bei einiger Anstrengung ausgemerzt werden.
Es gibt auch grundsätzliche Kritik, warum die Stadt Wien und die Wiener Linien mehrfach Steuergeld für verschiedene Apps einsetzen, statt es Profis machen zu lassen. Es besteht derzeit kein Interesse, diese Daten öffentlich zu machen.
Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.
Dieser Gehsteig in der Steinergasse in St. Pölten ist wohl nur für besonders schmale Menschen. In einem Rollstuhl, mit Kinderwagen …