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Was kostet Pflege in Wien?

Derzeit wird viel vom "Pflegenotstand" berichtet. Immer wieder wird erwähnt, dass die Kosten für Pflege sehr hoch sind. BIZEPS erhebt jährlich, was Pflege in Wien bei 26 verschiedenen Organisationen kostet.

Die jüngste Diskussion rund um den so genannten „Pflegenotstand“ hat BIZEPS – Zentrum für Selbstbestimmtes Leben zum Anlass genommen, die Kosten für Hilfe und Pflege von 26 etablierten Trägervereinen im Raum Wien zu veröffentlichen.

Generell muss zu diesen Zahlen gesagt werden, dass von Wien – so wie auch von allen anderen Bundesländern – für die Sozialen Dienste maximale Stundenkontingente vorgeschrieben bzw. bewilligt werden.

Die Stundenanzahl richtet sich nach der Höhe der Pflegegeldstufe, der Bezug des Pflegegeldes ist Voraussetzung für die Genehmigung eines Sozialen Dienstes. Diese Stunden müssen – je nach Einkommen – nur anteilig bezahlt werden. In Wien liegt die Obergrenze – unseren Informationen nach – bei 6 Stunden pro Tag.

Preise von 26 Organisationen

Das bedeutet, dass jemand, der mehr Stunden benötigt, diese nur in Ausnahmefällen bewilligt bekommt. Der Rest muss selbst bezahlt werden. Wie hoch die Kosten sind, das zeigen die erhobenen Zahlen von BIZEPS. Hier finden Sie die Liste.

Berufsbild der Heimhilfe

Gemäß dem Berufsbild der Heimhilfe dürfen verschiedene Tätigkeiten nicht durchgeführt werden, wie z. B. der alleinige Weg zur Bank, Duschen am Wochenende, Begleitung ins Kino oder Theater etc.

Erhebung war schwierig

Die Erhebung dieser Zahlen gestaltete sich für BIZEPS äußerst mühselig. Von einzelnen Trägervereinen erhielten wir die Daten erst nach mehrmaligem Nachfragen, andere gaben keine aktuellen Preise für 2006 bekannt. In diesem Fall finden Sie in der Liste die Preise des Jahres 2005.

Dies ist insoweit interessant, weil es unüblich ist, Kunden den Preis einer Dienstleistung nicht sofort zu nennen.

Vergleich der Preise mit Pflegegeld erschreckend

Die Preise erschrecken, wenn man sie mit den rund 3 Euro pro Stunde vergleicht, die Betroffene an Pflegegeld erhalten. Das Pflegegeld muss daher deutlich erhöht und zumindest jährlich an die Inflation angepasst werden.

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0 Kommentare

  • @Friedrich Grass: Die Liste ist NICHT geschützt. Ich maile Sie ihnen aber trotzdem. ACHTUNG: Die Zahlen stammen – so wie der Artikel – aus dem Jahr 2006.

  • Löbliche Bizeps! Bitte mailen Sie mir den Artikel mit den Pflegekosten, er ist Passwortgeschützt und im Internet daher nicht frei abrufbar. Bin selbst Querschnittgelähmt und sehr interessiert. Beste Grüsse F. Grass

  • Der zu pflegende Mensch ist in seiner gewohnten Umgebung und unter der liebevollen Zuwendung der Angehörigen und unter Pflege der Sozialkontakte am besten aufgehoben. Die extramurale Pflege muss bedürfnisorientiert, interdisziplinär und flexibel sein, nur so kann auf die individuellen Bedürfnisse Rücksicht genommen werden. Pflege aus einer Hand – ist das Modell der Zukunft
    Dazu bedarf es aber einer Reihe an neuen Maßnahmen: Erste Schritte wären z.B. Pflege und Betreuung müssen bundesweit einheitlich geregelt sein: Qualität und Kosten für Pflege dürfen nicht vom Angebot in den einzelnen Bundesländern, wie das derzeit der Fall ist, abhängig sein.
    Multiprofessionelle Betreuung in der Mobilen Pflege: Um „Pflege aus einer Hand“ zu bieten und zu verhindern, dass Menschen von bis zu fünf verschiedenen Fachkräften pro Tag betreut werden müssen, bedarf es einer multiprofessionellen Herangehensweise.
    Diplomierte Pflegekräfte müssen oftmals auch soziale, organisatorische und psychische Hilfe leisten.
    Trotzdem sind einheitliche Ausbildungs- und Qualitätsstandards zur Sicherung der bedarfsorientierten Pflege und Betreuung, nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen notwendig.
    So muss zwischen den Kompetenzen und Aufgaben einer Hausbetreuung und jenen einer qualifizierten Pflegekraft klar unterschieden werden.
    Des weiteren bedarf es einer klaren Erstellung von Qualitätsstandards und einer Evaluierung derselben, sowie einer eingehenden Kontrolle über die Einhaltung der selben.
    Pfleglinge und deren Angehörige müssen (ohne Angst vor Repressalien)dazu befragt werden.
    Ebenso benötigen pflegende Angehörige ausreichend Schulungen über Pflege-, Hebetechniken und Wundversorgung, PEG-Pflege usw.
    Auch brauchen sie dringend Unterstützung bei Behördenwegen, Beratung zu Hilfsmitteln und Pflegeprodukten usw. Die Kurzzeitpflege in Institutionen ist keine Lösung, da der Mensch aus seiner gewohnten Umgebung herausgerissen wird (Verschlechterung des AZ und psych. Belastung)

  • Ich betreue seit 2005 meine an Demenz und Parkinson erkrankte Schwiegermutter. Sie befindet sich in Pfl-Geld-Stufe 7 (kann selbst gar nichts machen, hat Schluckstörungen und ist zudem noch sehr steif, was die Pflege körperlich erschwert). Da ich selbst berufstätig bin und es alleine nicht schaffe habe ich die Hauskrankenpflege.
    2x in der Woche kommt eine Physiotherapeutin (sie würde aber noch mehr benötigen). Meine Meinung ist, dass das Pflegegeld generell abgeschafft gehört und die zu Pflegenden aber alle benötigten Pflegeleistungen, Therapien (Ergo-, Physio-, Logotherapie), sowie alle benötigten Hilfsmittel ohne Kostenbeteiligung erhalten sollen.
    Dies wäre sicherlich noch immer billiger, als stationäre Pflege in Institutionen. Außerdem gehören fixe Sätze für den Aufwand der pflegenden Angehörigen her, denn sonst ist es so wie bei mir, dass man der Willkür der Sachwalterin ausgeliefert ist und zur Pflege, Reinigung, Wäsche usw. noch dazuzahlt. Andere Kinder haben keinen Aufwand, sind nicht körperlich belastet, sind nicht angehängt, können Urlaub fahren, wann sie möchten usw.. Die Pflegenden haben einen enormen körperlichen und zeitlichen Aufwand und die psychische Belastung, Ärger mit der GKK bei der Beschaffung von Hilfsmitteln, Aufwand mit den Behörden, können sich mühsam Informationen zusammenklauben und werden noch so hingestellt, als ob sie die Pflege nur machen, um sich zu bereichern. Der Gesundheitszustand der Pfleglinge könnte noch besser sein, wenn man es sich leisten könnte noch mehr Therapien und ZB Kur- oder Reha-Aufenthalte in Anspruch zu nehmen. Hat der zu Pflegende nicht ein entsprechendes Einkommen oder Vermögen und können sich die Pflegenden einen Mehraufwand nicht leisten, dann sind Abstriche zu machen, was zu Lasten der Pflegebedürftigen geht. Warum wird die Pflege zu Hause und die extramuralen Dienste nicht genau so gefördert und gestützt wie die Betreung in Pflegeheimen? Pflegepersonal der Hilfsdienste gehört besser geschult u. mehr DGKS!!!!

  • Schade finde ich es, dass nicht alle Pflegeorganisationen aufgelistet sind, sondern hauptsächlich nur jene die subventioniert werden. Kleine private Anbieter, wie wir, welche individuell auf den Einzelnen eingehen und dabei noch meist weit günstiger sind als die sogenannten „gestützten“ Organisationen werden nicht berücksichtigt.

    Unsere Organisation besteht seit 2004 und bekommt keine finanziellen Unterstützungen oder Subventionen. Wir müssen mit „Vollzahlern“ unser Auslangen finden. Wir machen kein Geheimnis aus unseren Tarifen, sie sind für jedermann im Internet nachzulesen. Wir haben mit einem einzigartigen Ausbildungsprojekt gehörlose Menschen zu Heimhilfen ausgebildet, diese stehen nun wiederum hörbehinderten Menschen in der Betreuung zur Verfügung.

    Als wir dies taten interessierte sich niemand für diese Randgruppe der Gesellschaft, mittlerweile haben auch die „grossen“ Organisationen“ diese Nische entdeckt. Pflege und Betreuung ist mittlerweile bedauerlicherweise ein beinhartes Geschäft geworden, wo es um Marktanteile und Betreuungstunden geht.

    Nur mehr wenige Organisationen sehen den Menschen und sein soziales Umfeld im Mittelpunkt. Dass das Pflegegeld oftmals nicht ausreicht um sich Betreuung und Pflege leisten zu können spüren wir täglich.

  • Ja Österreích ist wirklich anders! In Österreich darf man Leute verleumden, Lügen verbreiten und diskriminieren. Egal ob behindert oder nicht!

  • @Sofia Martinsson: nicht nur Diskriminierung, sondern institutionalisierte Menschenverachtung. Den Pflegenden gegenüber ist es Ausbeutung, die jede Sklaverei in den Schatten stellt. Offensichtlich existiert ein breiter öffentlicher Konsens darüber, dieses Unrechtssystem auszunützen, bis es kollabiert.

  • Das Pflegegeld ist Diskriminierung! Nicht nur betreffend denen die einen Pflegebedarf haben, sondern auch den Frauen gegenüber die unbezahlte Pflegearbeit ausführen! (Welches die Regierung in Dokumenten auf ihrer Homepage voll ok findet, da es dem Staat zu teuer kommen würde, lesen Sie nur auf der Homepage vom Sozialministerium, Unter Behinderung Broschüre Einblick 5 – zum Thema Pflege, auf s 25) In Schweden bekommt jeder Behinderte der Assistenz braucht diese als Dienst, also direkte persönliche Assistenz in Stunden, eine Person zu sich nach Hause, bezahlt vom Staat, da der Staat es als seine Aufgabe sieht allen das Teilnehmen an der Gesellschaft sichert! Österreich braucht eine Assistenz-Gesetz damit Behinderte endlich gleichberechtigte Mitbürger werden!

  • Die Forderung nach Erhöhung des Pflegegeldes ist mehr als berechtigt (mittlerweile langjährige Forderung der GdG-BVP), wie die Erhebung der Kosten für die Dienstleistungen beweist. Alle Politiker dieses Landes sind zur unverzüglichen Umsetzung gefordert.

  • Ja – „ÖSTERREICH IST ANDERS“ Leider – wie so oft – nicht zum Vorteil der Menschen, wie das Beispiel des geringen Pflegegeldes beweist. Für 3 Euro pro Stunde kann man sich keine Dienstleistung kaufen. Es ist beschämend wie viel Wert dem Staat der einzelne Mensch ist, der auf Pflege angewiesen ist. Die Behindertenvertretung der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten fordert daher (bisher ohne Erfolg) seit Jahren eine deutliche Erhöhung des Pflegegeldes.

  • Wow, ich hab mir die Liste auch angeschaut und ich bin reichlich irritiert. Ich hoffe nur, dass ich niemals auf diese Institutionen zurück greifen muss, denn die Preise sind erscheckend hoch. Wer kann sich das leisten? Ein Grund mehr, das Pflegegeld zu erhöhen. Man wird ja förmlich von Vater Staat bestraft, wenn man krank oder behindert ist. Und die Instituionen freuen sich ein Loch ins Bäuchlein, weil sie ja anscheinend Preise verlangen können, wie sie lustig sind. (Hätte da ne Idee für ein Interview *gg*)

  • Vergleich der Preise mit Pflegegeld erschreckend … Das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es für Sie nicht einfach war, die Daten von den sogen. Pflegediensten zu bekommen. Schlimm ist aber, dass manche Organisationen unter dem Deckmantel der Hilfe oder gar unter dem Deckmantel der „Nächstenliebe“ so tun, als seien sie reine Samariter. In Deutschland spricht sogar von den Konzernen der Nächstenliebe, wozu z.B. auch das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie und auch hier und da die Caritas, die sogen. Arbeiterwohlfahrt, eine Tarnorganisation der SPD gehören.
    Es ist und bleibt eine Schande, dass die sogen. Verantwortungsträger sich Einkommen durch Zwangssteuern genehmigen, die weit überzogen sind, den Bedürftigen aber fast immer wieder alles streitig machen wollen. Danke für Ihren Beitrag und für Ihre Mühe. Beste Grüße! Priester Wolfgang Bastian

  • Selbst die höchsten Preise sind „real“ und auf die arbeitsrechtlichen Standards und gerechte, faire Entlohnung zurückzuführen. Der Verwaltungsanteil mag zwar auch eine Rolle spielen, ist aber nicht überzubewerten. Warum soll uns qualitativ hochwertige Pflege und Assistenz weniger wert sein, als z.B. eine KFZ- Mechanikerstunde, die zahlen wir auch ohne großen Widerspruch. Das Lohniveau im Pflegebereich ist ohnehin sehr niedrig. Ursache des Pflegenotstandes sind nicht hohe Stundensätze, sondern die Abwertung dieser Dienstleistungen durch eine Sozialpolitik welche mit ihrer Ignoranz und Arroganz moderne Sklaverei fördert.

  • Vielen Dank für die sehr interessante Liste! Neben der absoluten Höhe sind auch die Unterschiede interessant. Wenn’s manche um 13,90 schaffen, fragt man sich schon, warum andere das doppelte brauchen. Vermutlich eine Unzahl von Leuten in der Verwaltung, die sich’s dort bequem eingerichtet haben und eine sehr ruhige Kugel schieben. Auf unsere Kosten!

  • Ich kann mir gut vorstellen, wie mühsam und zeitraubend die Erhebung der Stundensätze der verschiedenen Anbieter gewesen sein muss. Für Kunden – die für diesbezügliche Infos oft stundenlang herumtelofonieren müssen – ein wichtiger und super Service. VIELEN DANK!!!

  • Abgesehen von Stundenobergrenzen und der offenen Finanzierung ist das eine tolle Angebotsfülle in Wien! In den Bundesländern gibt es das Pflegemonopol einiger „sozialer“ Organisationen, welche sich ihre Reviere und Pfründe abgesteckt haben. Es steht meist nur ein Dienstleister zur Wahl, das Angebot orientiert sich in keiner Weise an den Bedürfnissen der Betroffenen. Die „illegele“ Selbsthilfe mit den Ostkräften gibt es nicht nur wegen der Kosten, sondern vor allem, weil sonst keine 24-Stunden Assistenz geboten wird. Trotzdem gibt es verantwortliche Landespolitiker, die in der Traumwelt flächendeckender Angebote mobiler und stationärer Dienste und ausreichender Versorgung schwelgen.
    Übrigens Pflegegeld beträgt bei 24-Stunden Assistenz (PG7) nur etwa € 2,20 je Std. Unter Abzug sämtlicher „Begehrlichkeiten“ auf diese Zuschussleistung bleibt aber meist kein Cent für die, welche die Hauptarbeit mit 120 bis 168 Wochenstunden leisten.