Was macht das Innenministerium nun mit dem Hitler-Geburtshaus?

BIZEPS hat nachgefragt, wie es mit dem Geburtshaus von Adolf Hitler weitergeht. Eines steht schon mal fest: Die Barrierefreiheit des Standorts wird gewährleistet sein.

Mahnstein Für Frieden Freiheit und Demokratie nie wieder Faschismus Millionen Tote mahnenm vor dem Geburtshaus von Adolf Hitler
Bürgerhaus, Mahnstein gegen Krieg und Faschismus von Anton-kurt / CC BY-SA 3.0 AT

Nachdem der Rechtsstreit zwischen der Eigentümerin des Geburtshauses und der Republik Österreich durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs entschieden wurde, gehört das Hitler-Geburtshaus nun der Republik.

Doch was plant das Innenministerium nun mit dem Haus? BIZEPS hat beim zuständigen Bundesministerium für Inneres nachgefragt und wollte u.a. wissen, wie es um den ausgeschriebenen Architektinnen- und Architektenwettbewerb steht.

Wie soll das Haus genutzt werden und wird es barrierefrei umgebaut?

BIZEPS wollte vom Bundesministerium für Inneres Details über den Architektinnen- und Architektenwettbewerb erfahren.

2016 wurde ein „Abschlussbericht – Kommission zum historisch korrekten Umgang mit dem Geburtshaus Adolf Hitlers“ veröffentlicht. Er ging der Frage nach, was mit dem Hitler-Geburtshaus in Zukunft passieren soll.

Erwogen wurde u.a. die Übernahme als Verwaltungseinheit aber auch die Zurverfügungstellung für eine Sozialhilfe-Organisation (wie beispielsweise die Lebenshilfe).

Eine Übernahme durch die Lebenshilfe wurde vom ehemaligen oberösterreichischen Landeshauptmann Pühringer favorisiert: „Wir werden dann der Lebenshilfe anbieten, dort ein Behindertenhaus zu führen.“ Die Lebenshilfe Oberösterreich stand diesen Plänen positiv gegenüber – es gab aber auch Kritik daran; beispielsweise von BIZEPS.

Wir wollten daher vom Innenministerium wissen, ob nun eine „sozial-karitative“ oder eine „behördlich-administrative“ Nutzung für das Gebäude bevorzugt wird. Die Barrierefreiheit des Standorts war ebenfalls Thema der Anfrage.

Zum Wettbewerb gab das Bundesministerium für Inneres folgende Antwort:

Der Architekturwettbewerb wird derzeit seitens des Bundesministeriums für Inneres initiiert, weshalb keine weiteren Informationen erfolgen können. Sobald sämtliche Eckdaten feststehen, werden diese öffentlich bekannt gegeben.

Ebenfalls unklar ist die Art der Nutzung. Hierzu heißt es: „Die Nachnutzungsvariante – ’sozial-karitativ‘ oder ‚behördlich-administrativ‘ – wird nach Vorliegen der konkreten Umbauvariante entschieden.“

Eine klare Aussage des Innenministeriums gibt es allerdings auf die Frage, ob die Barrierefreiheit gemäß Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGStG) an diesem Standort herstellbar ist: „Ja, die Barrierefreiheit gemäß BGStG ist an diesem Standort herstellbar und es wird die Zielsetzung des § 1 BGStG gewährleistet werden.“

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4 Kommentare

  • Von: Andreas Maislinger [mailto:maislinger@aon.at]
    Gesendet: Sonntag, 8. Dezember 2019 23:41
    An: ‚wolfgang.peschorn@bmi.gv.at‘
    Betreff: Bundesminister Dr. Wolfgang Peschorn: Ausschreibungsfrist endet am 75. Todestag von Adolf Hitler

    Verehrter Herr Bundesminister Peschorn,

    darf ich anregen, dass Sie die Bewerbungsfrist für den Hitler-Haus-Architekturwettbewerb noch einmal überdenken?
    Der 30. April 2020 ist sein 75. Todestag und zehn Tage nach seinem 131. Geburtstag. Da ist mit einer besonderen Aufmerksamkeit
    zu rechnen und es ist durchaus zu befürchten, dass kritisch auf diesen zeitlichen Zusammenhang hingewiesen wird.
    Ich möchte das für das Hitler-Geburtshaus zuständige Bundesministerium für Inneres bitten alles zu unternehmen,
    um weiteren Schaden von der Stadt Braunau am Inn und der gesamten Republik Österreich abzuwenden.

    Mit besten Grüßen aus Innsbruck
    Andreas Maislinger

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung 22. November 2019
    Hitlers Geburtshaus: Braunau braucht einen neuen Frame
    https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/neuer-frame-hitlers-geburtshaus-wird-zur-polizeistation-16496928.html

  • Da es im Bericht nicht erwähnt wird möchte ich noch erwähnen, dass es eine weitere Möglichkeit gibt das Hitler-Geburtshaus zu nutzen. Mit dieser Möglichkeit beziehe ich mich auf eine Idee von Andreas Maislinger, dessen Intention es ist ein “Haus der Verantwortung“ zu gründen. Jener Gedanke existiert nun schon seit 19 Jahren und gewinnt weiter und weiter an Popularität. Es geht dabei darum, sich in den drei Stockwerken des Hauses den drei Themen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu widmen und sich in den jeweiligen Stockwerken mit interessierten Menschen und auch Schülerinnen und Schülern darüber auszutauschen. Somit würde das Haus auch als Bildungsstätte dienen, welches durch seine Vergangenheit auch das vorhandene Interesse besser nützen könnte.

  • Für die Idee Haus der Verantwortung vom Februar 2000 gibt es immer mehr Unterstützung. Wer sich dafür interessiert, kann sich über http://www.facebook.com/houseofresponsibilitybraunau und http://www.hrb.at informieren.
    Gerne stehe ich auch zur Verfügung 0664 100 83 61.