Was macht die Rehabilitationszentren „Weißer Hof“, „Bad Häring“ und „Bad Tobelbad“ für Querschnittspatienten so unumgänglich?

Bei immer mehr Menschen mit Querschnittlähmung, werden Anträge der PVA, WGKK und KFA für zweite bzw. dritte Rehabilitationsaufenthalte - sogenannte Wiederholungstrainings – im Rehabilitations-Zentrum Weißen Hof abgelehnt (manchen Patienten wird sogar der erste Aufenthalt verwehrt). Ein Kommentar.

AUVA
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Seit kurzem werden andere Orte herangezogen, wie z.B. Bad Radkersburg, Kittsee, Baumgartner Höhe oder der Rosenhügel etc. … Sicherlich sind diese Reha-Zentren für Menschen mit anderen Diagnosen geeignet, jedoch stellen sie für Querschnittsgelähmte keine reale Option dar.

Bis zum Jahre 1986 führte die AUVA zwei Rehabilitationszentren, die, zusätzlich zu anderen Abteilungen, auch für Querschnittspatienten konzipierte Stationen anboten: Bad Häring, in Tirol und Bad Tobelbad, südwestlich von Graz.

Querschnittspatienten aus ganz Österreich wurden ausschließlich auf diese zwei aufgeteilt und zwar gingen Patienten von Vorarlberg bis Oberösterreich nach Bad Häring und Patienten aus den südöstlichen Bundesländern nach Bad Tobelbad.

Da die Kapazität dieser beiden Einrichtungen nicht mehr ausreichte, wurde zusätzlich ein drittes Rehabilitationszentrum von der AUVA erbaut: der Weiße Hof in Klosterneuburg. Dieses Zentrum umfasste die folgenden Bundesländer: östliches Oberösterreich, Niederösterreich, Wien und Teile des Burgenlandes. Die Inbetriebnahme erfolgte anschließend im Herbst 1986.

Vom Krankenhaus ins Rehabilitationszentrum:

Nach dem Krankenhausaufenthalt (meist Intensivstation) wird der Patient ins Rehabilitationszentrum eingeliefert. Durch das Eintreten plötzlicher Verletzungen der Wirbelsäule, durch Unfälle oder missglückte Operationen, ändert sich das Leben des Betroffenen drastisch.

Bei manchen Rückenmark-Verletzungen kann eine Querschnittslähmung von temporärer Natur sein, jedoch sind in den meisten Fällen Menschen, mit derartigen Verletzungen, ihr Leben lang auf einen Rollstuhl angewiesen.

Wie der Patient den Alltag meistern muss, um im täglichen Leben zurecht zu kommen, erlernt er in den drei genannten Reha-Zentren, die teilweise genau für diese Zwecke erbaut und eingerichtet wurden. Nicht nur die psychische Belastung, sondern auch die Physische, ist mehr als groß.

Da es sich bei vielen Patienten mit Querschnittlähmung um Menschen handelt, die komplett in Gesellschaft und Berufsleben integriert werden wollen, müssen viele Schwierigkeiten überwunden werden. Der tägliche Umgang mit der neuen Lebenssituation nach einem Unfall muss demnach von Grund auf erlernt werden.

Beispiele aus dem Programm des „Weißen Hofes“:

  • Rollstuhltraining: z.B. Selbstständige Fortbewegung im öffentlichen Raum (Überwinden von Gehsteigen), Transfer vom Rollstuhl ins Bett usw.
  • Begleitung für „Führerschein für Behinderte“, z.B. Training für Transfer mit Rollstuhl beim Ein- und Aussteigen, Unterbringung des Rollstuhls in PKW / Übungsauto ist vorhanden
  • diverse Sportarten: u. a. Tischtennis und Basketball, tragen erheblich zur Stabilisierung und Gleichgewicht der Patienten bei, was von größter Bedeutung ist
  • Physiotherapie und Ergotherapie (mit eigener Schneiderei) sind speziell für die Bedürfnisse von Querschnittspatienten angepasst, z.B. wird mit verschiedensten Behelfen Menschen mit manueller Bewegungseinschränkung das Essen und die Betätigung des Computers erheblich erleichtert
  • In der Station: Von hochqualifizierten, erfahrenen, auf Querschnitt spezialisierten Ärzten (Urologie!) und diplomierten PflegerInnen erlangt man das essentielle Wissen, das so wertvoll und notwendig für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist (z.B. Vorbeugung Dekubitus durch spezielle Lagerung, Erlernen des fachmännischen Katheterisierens, Blasenstimulierungsübungen, usw.)
  • Hilfsmittelberatung: Vor allem für die Neuanschaffung des ersten Rollstuhls werden Beratungen von einem Berater, der selbst im Rollstuhl sitzt (Angestellter vom Weißen Hof) angeboten. Mit einem Vertreter des Händlers und dem Patienten wird gemeinsam alles genauestens besprochen, nach Lösungen gesucht und diese auch gefunden. Es ist nicht einfach, da vor allem für Tetraplegiker genaue Maße sehr wichtig sind, damit diese den Rollstuhl selbstständig bewegen können. Zudem ist auch die Beratung zu Sitzunterlagen essentiell, aufgrund der hohen Dekubitus-Gefahr, die für Querschnittgelähmte ein großes Problem darstellt.

Es ist wichtig zu betonen, dass behinderte Menschen mit Querschnittlähmung, ein solches Angebot, in diesen drei Zentren, aufgrund der oben angeführten Argumente, in Anspruch nehmen können. Bis jetzt wurde deutlich bewiesen, dass jeder Aufenthalt zur Verbesserung ihrer Lebensqualität beiträgt.

Es wäre bedauerlich, in Zukunft einen solchen Wunsch-Aufenthalt nicht mehr zu ermöglichen.

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Ein Kommentar

  • auch ich habe es schon erfahren, die AUVA Rehazentren werden Schritt für Schritt demontiert, indem die Leute dort nicht mehr hin dürfen. Wollten doch die FPÖVP die vollständige Auflösung der Rehazentren der AUVA, ist ihnen das nicht ganz gelungen. So erfolgt die Demontage dieser so wichtigen AUVA Rehaeinrichtungen jetzt durch die Hintertür und das geht eben so, wie Herr Wurstbauer es beschreibt.