Wehsely überreichte Julius-Tandler-Medaille an Kinder- und Jugendpsychiater Ernst Berger

"Berger widmete sein ganzes Schaffen der seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen"

Ernst Berger
Ärztekammer für Wien / Stefan Seelig

Der Kinder- und Jugendpsychiater Ernst Berger erhielt heute, Mittwoch, die Professor-Dr.-Julius-Tandler-Medaille der Stadt Wien in Gold. Berger feierte vor wenigen Tagen seinen 65. Geburtstag und war jahrzehntelang in zahlreichen Führungsaufgaben des Wiener Gesundheitswesens tätig.

Bis 2007 wirkte Berger als Ärztlicher Abteilungsvorstand am Neurologischen Zentrum Rosenhügel. Der Kinder- und Jugendpsychiater war 2002 einer der InitiatorInnen des Volksbegehrens „Sozialstaat Österreich“ und hatte maßgeblich an der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen am Spiegelgrund teil. Seit 2007 führt Berger eine Facharzt- und Psychotherapie-Praxis in Wien.

„Die Professor-Dr.-Julius-Tandler-Medaille der Stadt Wien wird zur Anerkennung und Würdigung an Menschen verliehen, die sich durch ihre uneigennützige und aufopfernde Tätigkeit um das Wohl der WienerInnen besonders verdient gemacht haben. Ernst Berger widmete sein ganzes Schaffen der seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Im Zentrum steht sein gesamtgesellschaftliches Anliegen, für die Kinder das Beste herauszuholen“, unterstrich Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely am Mittwoch anlässlich der Verleihungszeremonie.

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0 Kommentare

  • … so sicherte sich damals und wohl auch heute immer noch jede Randgruppe vor allem ihre oder seine „Pfründe“, ließ es geschehen oder zettelte es an, dass vermeintlich schwächere Personen oder Gruppen eliminiert wurden. Pfui – es tut weh! Danke Gerhard für deinen geschichtlichen Background dazu.

  • @meia: Nein Pepo, Frau Mag. Wehsely und viele andere PolitikerInnen leisten sich keine Lohnschreiberlinge wie Bundeskanzler Faymann und Bundespräsident Fischer. Mir sind auch keine anderen PolitikerInnen bekannt, die nicht authentisch in Facebook vertreten sind.
    Zur vorletzten „Tandler-Ehrung“ vor einem Monat wurde gepostet: „Julius Tandler – das war doch der: Julius Tandler, jüdischer Herkunft, seit 1910 Universitätsprofessor in Wien, 1920 bis 1933 sozialdemokratischer Stadtrat für Wohlfahrtsangelegenheiten, ideologischer Wegbereiter der NS-Massenvernichtung an sog. »lebensunwertem Leben«“
    Darauf antwortete Frau Sonja Wehsely (persönlich): „Ihre historische Einschätzung teile ich nicht.“ Auf meine Nachfrage, wie denn ihre eigene historische Einschätzung laute, reagierte sie wie vorhin schon beschrieben. Also Frau Wehsely und vermutlich die meisten Wiener Sozialdemokraten sind sehr wohl im Bilde über das Wirken des Julius Tandler, meiden aber ganz offensichtlich, sich dazu konkret zu äußern bzw. sich einer kritischen Hinterfragung zu stellen.

  • Lieber Gerhard, das ist ja unglaublich. In welcher Zeit leben wir? Man sollte die Gesundheitsstadträtin persönlich mit Julius Tandler konfrontieren, da ich mir fast sicher bin, dass die Facebook-Einträge nicht von ihr selbst getätigt werden. Schon alleine deshalb meide ich Facebook …

  • Der Mediziner Julius Tandler, Universitätsprofessor (ab 1910), Unterstaatssekretär für Volksgesundheit (1919-20) und Mitglied der Wiener Landesregierung (1919-34), wirkte als hauptverantwortlicher Sozialpolitiker im Wien der Nachkriegszeit des 1. Weltkrieges. Er hatte großen Einfluss auf „die Geschichte des Wohlfahrtswesens in Wien mit seinem ‚geschlossenen System der Fürsorge‘. Tandler vertrat mehrfach in Aufsätzen und Vorträgen die Forderung nach der Vernichtung bzw. Sterilisierung von ‚unwertem Leben‘.“ (Quelle: Wikipedia).

    Wegen Tandlers diskrimineller Wertung von Menschen nach Merkmalen ihres Unterstützungsbedarfs, seiner selektiven Förderungspolitik im Sinne der Sozialeugenik zur Hebung der Volksgesundheit und letztlich der Befürwortung eines staatlichen Rechtes zur Eliminierung von Soziallasten, ist Julius Tandler als ideologischer Wegbereiter der staatlich organisierten Systemverbrechen des späteren NS-Regimes, nämlich der industriell durchorganisierten Massenermordung behinderter und kranker Menschen anzusehen. Es ist absolut unverständlich, dass Julius Tandler heute noch wie ein „Säulenheiliger“ der Wiener Sozialdemokratie geehrt wird. Neben dieser Auszeichnungspraxis ist auch ein Platz (Julius Tandler Platz) und sogar das Verwaltungszentrum der Jugendwohlfahrt (Julius Tandler Zentrum) nach ihm benannt.

    Zu einem Facebook-Eintrag betreffend letzter Preisverleihung vor einem Monat gab es einige Hinweise von Facebook-NutzerInnen auf diese dunkle und gerne verschwiegene Seite Tandlers, wegen der groben Zweifelhaftigkeit solcher Auszeichnungen. Beim entsprechenden Facebook-Eintrag der Wiener Stadträtin Mag. Sonja Wehsely wurden Hinweise darauf gepostet. Frau Mag. Wehsely antwortete darauf, dass sie eine andere Sicht vertrete. Auf meine Frage hin, wie sie die Rolle Tandlers denn sehen würde, wurden die kritischen Einträge eliminiert und ich wurde als Fb-Kontakt „entfriendet“.

  • Ich schätze Prof. Berger und sein Wirken und kann es gerade deshalb nicht fassen, dass man ihm das antut.

  • Ich ringe um Fassung.