Wehsely verdächtigt Pflegebedürftige als Sozialschmarotzer

Die Grünen Wien werden in einer Anfrage an Wehsely Belege für die Behauptung einfordern, dass Pflegebedürftige ihr Geld widmungsfremd ausgeben.

Sigrid Pilz
GRÜNE

„Mit der Behauptung, mit dem Pflegegeld würden Manche das Moped des Enkerls finanzieren, heizt Wehsely völlig fahrlässig die Sozialschmarozerdebatte wieder an“, zeigt sich Sigrid Pilz, Gesundheitssprecherin der Grünen Wien, verärgert.

Im standard.at-Interview zeigt die Gesundheitsstadträtin sachliche Unkenntnis und soziale Kälte. Das drängende Problem des Pflegegeldes ist nicht die Motorisierung des Enkerls, sondern die Tatsache, dass es bei Weitem nicht ausreicht, die dringendsten Pflegebedürfnisse der Betroffenen zu bezahlen.“, so Pilz.

„Offensichtlich bereitet Wehsely den geplanten Kahlschlag im Gesundheitsbudget vor“, vermutet Pilz. „Wehsely bürdet die Last den Schwächsten der Gesellschaft auf und verzichtet auf die überfälligen Reformvorhaben, insbesondere im Spitalsbereich. Leitende ÄrztInnen mit Spitzengagen in Millionenhöhe werden nicht zur Kasse gebeten, unnotwendige Spitalsbetten werden nicht abgebaut, sondern die Ärmsten und Schwächsten der Gesellschaft sollen für Wehselys rote Fehlplanungen mit ihren schmalen Geldbörsen bezahlen. Das soll die SPÖ sein, die sich um die Ärmsten der Stadt kümmert?“, fragt Pilz.

Die Grünen Wien werden in einer Anfrage an Wehsely Belege für die Behauptung einfordern, dass Pflegebedürftige ihr Geld widmungsfremd ausgeben. „Wenn Wehsely keine konkreten Angaben machen kann, was zu vermuten ist, ist sie als Denunziantin der Hochbetagten und deren Angerhörigen entlarvt“, schließt Pilz.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • @Erwin Kapl: Wenn ich Sie richtig verstehe, nehmen sie pflegende Angehörige in Schutz, entschuldigen es quasi, wenn ihnen ‚für sich‘ etwas vom Pflegegeld für die geleistete Betreuung bleiben sollte.
    Ihrem Beitrag dürfte aber ein großes Missverständnis zu Grunde liegen. Ein gezielt immer wieder in der Öffentlichkeit gestreuter Rechtsirrtum, das Pflegegeld sei nicht für die pflegenden Angehörigen bestimmt, sondern nur für professionelle Anbieter. Laut Gesetz (BPGG §1) gebührt es aber denen als „Entgelt“, die die Pflege leisten, seien es mobile Hilfsdienste ODER pflegende Angehörige.
    Der/die Pflegebedürftige soll mit diesem Zuschuss, der gerade mal einige Prozent bis zu einem Viertel des tatsächlichen Aufwandes ausmacht, seine nötige Unterstützung selbstbestimmt organisieren können und jene Menschen damit betrauen dürfen, die er/sie an sich heran lassen möchte.
    Die Sicht, die Sie offensichtlich – trotz Wohlwollens für pflegende Angehörige – im Hinterkopf haben, ist leider eine skandalöse Verkennung und Verdrehung des Pflegegeldgesetzes und der Sachlage, die leider auch durch fehl- oder uninformierte Politiker und wenig wohlwollende VertreterInnen mobiler Pflegedienste immer wieder verbreitet wird.
    Die Pflegedienste (und auch die Heime) bekommen den enormen Fehlbetrag zwischen Pflegegeld und tatsächlichen Kosten durch die Länder (und indirekt durch Krankenversicherungen) als Pflegezuschuss ersetzt, die pflegenden Angehörigen aber nicht. Diese Ungerechtigkeit ist die eigentliche klaffende Wunde in unserem menschenverachtenden Pflegesystem.

  • Frau Wehsely kennt die Situation der Pflegegeldbezieherinnen und -bezieher sehr gut, sucht sie in unserem Bezirk doch immer wieder den Kontakt zu unseren Behindertenvereinen und erkundigt sich.

    Wenn man sich in den Vereinen so unterhält, dann kennt JEDER viele Beispiele, wo das Pflegegeld, wenn auch nicht gerade für ein Moped, für Angehörige verwendet wird. Was ja auch klar ist. Sind es doch unsere Angehörigen, die es uns ermöglichen, in unserer gewohnten Umgebung zu bleiben. Denn professionelle Hilfe werde ich mir um € 3,– Pflegegeld pro Stunde wohl kaum kaufen können.

    Deshalb verstehe ich auch nicht, dass die ÖAR dies unterstützt sowie aufklärend und beratend zur Seite stehen möchte. Ich sehe darin auch keinen Mißbrauchsfall, sondern Hilfe zur Selbsthilfe!

    Erwin Kapl

  • das arme rathaus muss langsam baufällig werden, hoffentlich rennen nicht alle an der selben stelle an… Zwangspflege???? nach einer op habe ich mir kurzfristig eine heimhilfe gegönnt. kosten – erfahren sie im nachhinein !!!
    eine südostasiat. (thai?) 100kg frau hat
    -meinen neuen staubsauger schwer beschädigt
    -braucht für 3m2 fliesenboden kehren 30min
    -darf nicht einkaufen gehen-zieht sich auf meine kosten 2x um -kann kaum deutsch
    Ich spreche 2 sprachen perfect, verstehe 3 weitere recht und schlecht – aber thai ist leider nicht dabei
    nach dem 3.besuch hab ich die sache beendet-weil ..beschwerden gibts nicht…

  • Liebe Fr. Wehsely.
    Ich hätte einmal eine Frage.
    Können Sie sich überhaupt in die gesundheitliche Situation der Behinderten und somit Pflegebedürftigen hineinversezten ?
    Anscheinend nicht, wenn Sie die Pflegegelbezieher, die meist weit unter der tatsächlichen Einstufung liegen, als „Sozialschmarotzer“ verdächtigen.

    Es ist eine Difamierung höchsten Grades, was man sich alles bieten lassen muss, während andere, Gesunde teilweise Sozialschmarotzer sind und über die arbeitende, diese systemerhaltende Gesellschaft noch lästern.

    Diese realitätsfremde Diskriminierung müsste in meinen Augen einer sofortigen Enthebung dieser Dame erfordern.

    Nähmlich zum Schutz der Ärmsten und Schwachen.

  • Danke Sigrid für die Idee mit der Anfrage. Ich bin schon recht neugierig auf die Antwort.

  • ist die dame wo angrennt?

  • ich kanns schon nicht mehr lesen. wenns nicht so traurig und tragisch wär, dass ständig überall nur missbrauch und sozialschmarotzertum einfach so in den raum gestellt wird… man sollte sich wirklich erkundigen, ob da eine klage zulässig wär. das nimmt echt immer schlimmere formen an und wird total legitim, damit die absurdesten spar- und kontrollmaßnahmen jenseits jeder menschenwürde zu rechtfertigen.

  • Kann bitte ein/e Rechtskundige/r prüfen, ob die heutigen Äußerungen der Wiener Stadträtin nicht den Straftatbestand des § 6 MedienG „Üble Nachrede, Beschimpfung, Verspottung und Verleumdung“ erfüllt? http://www.jusline.at/index.php?cpid=ba688068a8c8a95352ed951ddb88783e&lawid=67&paid=6

  • Immer wieder werden solche Pflegeschmarotzer-Meldungen publiziert. Kaum zu glauben, dass diese von der langjährigen Gesundheits- und Sozialstadträtin von Wien kommt.. Auch wenn einige „Omas“ sich was „vom Mund absparen“ damit der Enkel sie halt öfter besucht und ihr ein wenig hilft, so ist doch hoffentlich jedem, vor allem SozialpolitikerInnen klar, dass Heime und Sozialdienste alleine auf Dauer umfinanzierbar werden – und eine jährliche Pflegegelderhöhung kommen wird müssen.. Dies ist den österreichischen christlichen als auch den neosozialistischen Verantwortlichen im Sozialbereich tätigen Politikern hoffentlich klar.