Piergiorgio Welby

Welby in Rom begraben

Der 60 jährige Italiener Piergiorgio Welby wurde am 24. Dezember 2006 in Rom begraben. Der Sterbehilfe-Verfechter löste in den letzten Tagen weltweites Aufsehen aus.

Piergiorgio Welby wurde am 24. Dezember 2006 in Rom beerdigt. Hunderte Menschen waren – laut Medienberichten – zu der Trauerfeier vor einer Kirche auf der Piazza San Giovanni Bosco gekommen.

Er wurde in einer weltlichen Zeremonie zu Grabe getragen, weil die katholische Kirche eine religiöse Beerdigung abgelehnt hatte. Papst Benedikt XVI. betonte erneut die Bedeutung menschlichen Lebens von der Geburt bis zu seinem natürlichen Ende.

Welby starb am 20. Dezember 2006, nachdem sein Arzt die künstliche Beatmung abgeschaltet hatte.

Er hatte jahrelang medienwirksam für sein Recht auf Sterbehilfe gekämpft. Ein Zivilgericht in Rom hatte Mitte Dezember eine Entscheidung in diesem Fall abgelehnt und festgehalten, dass es kein Gesetz zur Sterbehilfe in Italien gibt.

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0 Kommentare

  • @ Rena: Die Flucht in den Tod hat sehr oft mit Egoismus zu tun, wie widersinnig das auch klingt. Meist führt aber auch ein Sinnverlust, Perspektivenlosigkeit und tiefe Verzweiflung dazu, was man kaum begreifen kann, wenn man nicht selber mal in diesen Abgrund geblickt hat.
    @ Leben in Ewigkeit: Ich finde auch, dass es kein Recht auf den „Freitod“ gibt, Wirklich daran hindern kann man letztlich auch Niemanden. Ich bin froh, dass es dich noch gibt! Nur der das Leben gegeben hat, ist berechtigt es zurückzufordern, zu Seiner Zeit.
    @ Alexandra: Deinem ersten Absatz widerspreche ich heftigst. Erstens gibt es nur ganz wenige behinderte Menschen, die ohne fremde Hilfe nicht lange lebensfähig sind. Zweitens hat der Schöpfer in uns etwas von Seinem Wesen hineingelegt, das uns sehr wesentlich von der Instinktsteuerung der Tiere unterscheidet (obwohl man manchmal daran zweifeln möchte). Wenn es bei uns Menschen nur nach dem Prinzip der natürlichen Auslese und des „Survival of the Fittest“ ginge, hätten wir uns schon längst ausgerottet. Es gäbe keine Rettungsdienste, Zivil- und Katastrophenschutz, Krankenhäuser, Intensivstationen, Ärzte und Pflegepersonal, kein Sozialsystem, Verwaltung, Landesverteidigung und Rechtssystem, keine Wasser- und Energieversorgung, keine Infrastruktur und Verkehrssysteme usw. Ich denke nicht, dass so eine „Gesellschaft“ ohne gegenseitiger „Hilfe“ in allen Ausprägungen, deinem Wunsch entspricht. Kaum jemand – egal ob behindert oder nichtbehindert – wäre darin auch nur kurze Zeit überlebensfähig, weder im Großstadt-Dschungel noch „in the wild“.

  • Jaja, der Schöpfer!

    — Bedenke, jedes Leben ist von Deinem Schöpfer gewollt —

    Wenn es nach dem Schöpfer ginge, würden Behinderte überhaupt nicht existieren, da wir ohne Hilfe gar nicht lebensfähig sein. Die natürliche Auslese existiert in der Natur, wo der Mensch nicht eingreift – hierbei gilt „Der Stärkere überlebt“.

    Jedoch ist der Mensch in der Lage durch seinen freien Willen (vom Schöpfer gegeben siehe Adam und Eva) selbst zu entscheiden, wie er sein Leben lebt und/oder beendet und er ist in der Lage auch über das Leben Anderer zu entscheiden. Daher sollten wir auch den Wunsch eines Mannes respektieren, der sich dafür entschieden hat, sein Leben würdevoll zu beenden.

    Das Recht auf Beendigung seines Lebens hat jeder – ob es egoistisch ist, wage ich zu bezweifeln.

  • @Rena – Du entscheidest über Dein Leben – Bedenke, jedes Leben ist von Deinem Schöpfer gewollt – er will nicht Deinen Tod, auch wenn Du denkst dass Dein Leben sinnlos ist – Nicht einmal Deine Eltern haben das recht, über Deinen Tod zu entscheiden. Jeder Mensch leidet in irgend einer Form – das gehört zum Leben – psychische Qualen können ärger als jede Behinderung sein.
    Wenn es nach mir ginge, würde ich nicht mehr leben (Selbst-Tötungsversuch). Doch seit ich im Rollstuhl sitze, habe ich das Leben lieben gelernt, trotz aller Probleme, das so ein Leben mit sich bringt.. Finde Selbst-Tötung egoistisch, noch egoistischer ist, die Last dieser Selbst-Tötung jemand aufzubürden – Wenn Du tatsächlich sterben willst, kann Dich keiner daran hindern, außer Dein Schöpfer macht es Dir unmöglich es zu tun.. Mir hat er es unmöglich gemacht.. und sitze jetzt im Rollstuhl – doch dieses Leben ist Lebenswert.. Mit legaler Sterbehilfe kann sehr viel Missbrauch getrieben werden.

  • Wer entscheidet über mein Leben….und meinem Tod? Sollte nicht ich das recht haben, selbst zu entscheiden,was ich will und wie ich es will! Selbstmörder seien egoistisch,sagen manche!Aber ist es denn nicht egoistisch von der Umwelt zu erwarten, dass man weiterlebt, wenn man einfach nicht mehr kann?!?
    Wenn man das Leben nicht lebt, sondern leidet,dann sollte man das Recht besitzen selbst zu entscheiden, wie es weitergeht…und ob es weitergeht…oder etwa nicht??

  • *** leben soll leicht gemacht werden! – nicht sterben! ***

    Tja, so einfach kann man es sich machen. Piergiorgio Welby hing sogar mehr am Leben, als es für andere den Anschein hatte. Denn es gehört große Liebe zum Leben dazu um für einen würdevollen Tod zu kämpfen, oder? Meinen Respekt hat er!

  • @ Hans Jakob: Leben bleibt immer wertvolles Leben und immer lebenswert, menschenwürdiges Sterben gehört aber auch dazu. Klar, nicht jede technisch mögliche lebenserhaltende Massnahme immer anzuwenden, entspricht der Menschenwürde (Patientenverfügung hat da ihre Berechtigung aber auch ihre Grenzen). Beeinträchtigtes Leben als „dahinsiechen“ zu empfinden, ist im subjektiven Erleben immer sehr relativ (Beispiele: Liebeskummer oder Überlebenskampf auf Intensivstation) und vor Allem von vielen beeinflußbaren Rahmenbedingungen (Schmerz, Lebensumfeld, Beziehungen, etc.) abhängig. Eine „objektive“ Beurteilung von „außerhalb“ ist nicht möglich, der Versuch ist immer eine Anmaßung. Ihren letzten Satz verstehe ich nicht, scheint mir widersprüchlich, bitte erläutern.

  • ab wann ist das Leben noch Leben oder nur ein dahinsiechen?.Man sollte Menschen mit unheilbaren Krankheiten oder schweren Behinderungen das Leben nicht durch eine unsinnige Gerätemedizin gegen ihren Willen das Leben verlängern. Auch sollte man eine Verfügung (Patiententestament) des Kranken,wenn er schon willenlos ist akzeptieren.

  • leben soll leicht gemacht werden! – nicht sterben!

  • Die Kirche hat noch zuviel Macht: wenn ein Mensch mit derartigen Behinderungen sterben will, dann ist es ein Akt der Barmherzigkeit, ihm diesen Wunsch zu erfüllen. Da zählt des Menschen Wille und nicht der der Kirche. Soll sterben jeder wann er will, das fällt keinem Menschen leicht, aber es soll ihm dann leicht gemacht werden! Er fordert nicht Deinen Tod oder eines Anderen, er bittet um seine Erlösung! – Die Kirche ist grausam, sie sei hierfür schwer getadelt