16. Woche 2026 – Ungewöhnliches Wegweiserschild zu öffentlichen Toiletten
Dieser Wegweiser zu öffentlichen Toiletten wurde in Malta gesichtet. Vielen Dank unserer Leserin Elisabeth Chlebecek für dieses Foto!
dabei-austria mit drei Forderungen an die Regierung. Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Behinderungen steigt fünfmal so stark wie insgesamt – Druck auf bewährte Programme steigt
Anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tags am 21. März erinnert dabei-austria – Dachverband berufliche Inklusion Austria – daran, dass berufliche Teilhabe für Menschen mit Behinderungen keine Selbstverständlichkeit ist.
Gerade für Menschen mit Trisomie 21 ist der Einstieg in Beschäftigung besonders herausfordernd, umso wichtiger sind stabile Unterstützungsangebote. Trotzdem drohen massive Kürzungen bei jenen Programmen, die berufliche Inklusion überhaupt erst ermöglichen.
Die aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigen jedoch eine alarmierende Entwicklung: Im Februar 2026 waren 17.199 Menschen mit Behinderungen arbeitslos gemeldet. Das ist ein Anstieg von 14,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit fünfmal so stark wie die Gesamtarbeitslosigkeit. Der Bedarf ist steigend, während die Finanzierung in Frage gestellt ist.
„Man hat es kommen sehen und hat die Zeit versäumt. Jetzt befindet man sich in einer Zeit, wo man ausschließlich in Richtung Einsparungen, Kürzungen arbeitet, ohne diesem Kapitel die geeignete Priorität zu geben“, sagt Eva Skergeth-Lopič, Vorstandsvorsitzende von dabei-austria.
Das Netzwerk Berufliche Assistenz (NEBA) und ergänzende Maßnahmen für berufliche Perspektiven leisten einen zentralen Beitrag zur beruflichen Inklusion. Die Wirkung ist messbar:
Hinter diesen Zahlen stehen rund 2.800 Fachkräfte österreichweit, die jährlich 110.000 Menschen mit Behinderungen und ausgrenzungsgefährdete Jugendliche begleiten.
Finanziert werden diese Programme über den Ausgleichstaxfonds (ATF). Laut aktuellem Budgetfahrplan sollen die Bundeszuschüsse jedoch von 65 Millionen Euro im Jahr 2026 auf nur noch 15 Millionen Euro im Jahr 2029 sinken – bei gleichzeitig steigendem Bedarf und wachsenden Personalkosten durch Kollektivvertragserhöhungen.
„Kürzungen bei bewährten Inklusionsprogrammen sind nicht nur sozialpolitisch falsch. Sie sind auch volkswirtschaftlich kurzsichtig“, sagt dabei-austria-Geschäftsführerin Christina Schneyder.
Wer heute bei der beruflichen Inklusion spart, zahlt morgen mehr für Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe und den Verlust von Fachkräften.
dabei-austria fordert die Bundesregierung und alle beteiligten Ministerien zu konkreten Schritten auf:
Mit der Ratifikation der UN-Behindertenrechtskonvention hat sich Österreich verpflichtet, Menschen mit Behinderungen gleichberechtigte Teilhabe am Berufsleben zu ermöglichen. Ein Bekenntnis zu sozialer Teilhabe, das nicht mit den nötigen Mitteln hinterlegt wird, bleibt eine leere Hülle.
„Es reicht nicht, sich zu sozialer Teilhabe zu bekennen und gleichzeitig die Mittel dafür zu kürzen. Die Bundesregierung muss jetzt handeln, bevor Strukturen zerstört werden, die sich über Jahre bewährt haben und nicht so schnell wiederaufgebaut werden können“, sagt Christina Schneyder abschließend.
Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.
Dieser Wegweiser zu öffentlichen Toiletten wurde in Malta gesichtet. Vielen Dank unserer Leserin Elisabeth Chlebecek für dieses Foto!