Werkstätten und Inklusion: Ein Widerspruch?

Behindertenwerkstatt und Inklusion. Schon die Begriffe spiegeln ein Spannungsverhältnis wider. (Dieser Beitrag ist im Aktion Mensch-Blog erschienen.)

Am Arbeitsplatz
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Da sind auf der einen Seite Einrichtungen, die einst speziell für die Gruppe der Menschen mit Behinderung geschaffen wurden. Auf der anderen Seite steht das wünschenswerte Ziel des gleichberechtigten Miteinanders von Menschen mit und ohne Behinderung. Lässt sich dieser Widerspruch auflösen?

Die Werkstätten stehen vor der Herausforderung, sich zu reformieren, sich zu öffnen, wollen sie auch zukünftig bestehen. Aber wie werden Werkstätten inklusiv? Es gibt mehrere Ansätze: Genannt seien hier die Vermittlung in den Arbeitsmarkt, die Schaffung von Außenarbeitsplätzen, die Gründung von Integrationsbetrieben, die Erweiterung des Angebotes auf neue Zielgruppen und die konsequente Ausrichtung von Produktionen und Dienstleistungen auf das Gemeinwesen.

„So muss es uns möglich sein, unter dem Dach eines Kunden beispielsweise Zweigstellen oder Teilbetriebe zu gründen. Dadurch schwindet die unveränderte Zurückhaltung in der Zusammenarbeit mit behinderten Menschen“, sagte Günter Mosen gegenüber den kobinet-nachrichten.

Der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Behindertenwerkstätten sagte weiter: „Inklusion bedeutet mehr als das Schaffen von ausgelagerten Arbeitsplätzen. Inklusion ist erst dann vollbracht, wenn die Menschen mit Behinderungen nicht mehr gemieden, sondern anerkannt und fair behandelt werden. Davon sind wir zwar noch ein Stück entfernt, aber auch schon vorangekommen.“

Ob die Werkstätten die geeigneten Einrichtungen hierfür sind, ist durchaus umstritten. So heißt es in einem Leserkommentar zum obigen Zitat: „Wie immer geht es hier weder um Inklusion noch um Menschen, einzig ist hier der Gedanke, wie können wir noch mehr Geld umsetzen.“

Was denken Sie? Sind Behindertenwerkstätten und Inklusion vereinbar? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

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0 Kommentare

  • ich finde behinderteneinrichtungen nicht notwendig,es ist quatsch,und unfair.man beurteilt uns falsch,aber woran liegt das,schuld ist die gesellschaft.mehr sag ich dazu nicht.die gesellschaft ist komisch,und die komischen fachärzte die sich leute nennen sind keine leute,die so genannten gutachter,vertrauensärzte kann man in den wind schießen,und am meisten regen mich berichte auf.das uns gruppeleiter beurteilen.die können uns gar nicht beurteilen,fertig,diesen blöden spießerstaat,das kotzt mich an.aber sie stimmen mir bestimmt zu,man ist wie ein mensch zweiterklasse behandelt.mehr nicht.und man ist es sich leid.sauerei.aber das ist deutschland,an deutschland wundert mich nichts mehr.und da gibts noch einige sachen.

  • ich sehe keinen widerspruch – wenn die voraussetzungen stimmen.

    werkstätten dürfen eben nicht mehr stätten der versteckten arbeit, weitab vom wirtschaftsgeschehen sein. KEINE werkstätten – und dann menschen mit besonderen bedürfnissen einfach ohne die für wichtigen rahmenbedingungen stehen zu lassen – das wäre keine inklusion.

    werkstätten sind dann inklusiv, wenn sie sich als „vorbereitete umgebung“, als „barrierefreie zone“ in den wirtschaftsbetrieben „draussen“ ansiedeln. natürlich mit dem ziel, dass irgendwann jeder wirtschaftsbetrieb alljene standards als selbstverständlich betrachtet, die es ALLEN ermöglicht, dort zu arbeiten (das bedeutet eben auch betreuung, infrastruktur).

    ich sehe eine parallele im schulbereich: sonderschulen sind „alte werkstätten“, inklusionsklassen sind die entsprechung zu den sich öffnenden und auf den weg machenden werkstätten wie oben beschrieben und ziel ist eine schule für ALLE – aber niemals ohne adäquate betreuung und infrastruktur.

  • I N K L U S I O N bedeutet in erster Linie jedoch durchaus das prompte Gegen-Teil, nämlich gradwegs die E I N – S C H L I E S S U N G, somit die K L A U S U R, die nach außen hin abgeschlossene, versperrte Schein-Beschäftigungs-Zwangs-Anstalt ! Machen wir uns doch nichts vor,liebe Normalos und noch liebere Anormalos, vulgo „Behinderte“: all diese hochprofessionell aufgezogenen „Hascherl-Beschäftigungs-KZs“ bringen diese ganze üble Clique von über-gescheiten, über-studierten OBER – GSCHEIDLINGEN immer mehr an die Macht: sie mischen sich dann absolut immer mehr ein in familiäre Zuständigkeiten, wissen immer alles viel besser als eine Mu

  • Die Inklusionsdebatte führt auch dazu, dass in den Diskussionen Werkstätten für die Zukunft abgelehnt werden.Das ist falsch.Es ist Faktum, dass Arbeit für beeinträchtigte Menschen genau so wichtig ist als für alle anderen. Ein Schutz ist jedoch immer nötig, wenn Beeinträchtigungen im normalen Wettbewerb des Wirtschaftslebens nicht bestehen können.
    Die Wirtschaft „tickt“ anders, Unternehmen müssen sich im Wettbewerb bewähren. Wenn nun Leistungen von Menschen mit Beeinträchtigungen auf dem allgemeinen Markt erfolgreich sein sollen, müssen sie unterstützt sein. Diese ist je nach Grad verschieden, geht von der Stützung von Arbeitsplätzen in der freien Wirtschaft über Stützung von Integrationsbetrieben bis zur vollen Unterstützung von Werkstätten, in denen „Beschäftigungstherapie“ überwiegt.
    Dieses Bündel an Massnahmen bleibt auch am Weg zur Inklusion, ist auch sinnvoll, Anerkennung und Fairness sind auch in den bestehenden Einrichtungen machbar, sie müssen nur gelebt werden.Ein „Hineinpressen“ von Menschen mit Behinderung in die Wirtschaft ist falsch und bewirkt das Gegenteil von Inklusion.

  • bin sonderpaedagoge und sehr an informationen interessiert.