Wie ein Stück Vieh …

Unlängst hat der Schaffner sogar im Gepäckwagen den Behindertenausweis verlangt.

Brunhilde Plank
SPÖ

Eher in die Nachkriegszeit zurückversetzt als im auslaufenden 20. Jahrhundert wähnt man sich, wenn man hört, daß der 35jährige Rollifahrer Günther Novotny aus Salzburg im heurigen Jahr bereits viermal im ungeheizten Gepäckwagen der ÖBB reisen mußte.

Unlängst hat der Schaffner sogar im Gepäckwagen den Behindertenausweis verlangt. 360 Schilling zahlt Herr Novotny für seine 14tägige Fahrt von Innsbruck nach Salzburg, wo er seine Tante – seine einzige nähere Angehörige – besucht.

Die ÖBB rechtfertigen sich so: „Das kann passieren, wenn der Zug laut Kursbuch zwar einen Behindertenwaggon führt“, dieser aber in Reparatur ist. Auch für die Zukunft wurde keine Änderung dieses Zustandes in Aussicht gestellt. Dafür aber wurden Herrn Novotny zwei 50-Schilling-Gutscheine zugesandt.

Jetzt wissen wir es also: Ganze 25 Schilling ist den ÖBB die Entschädigung für die Beschneidung der Rechte eines behinderten Menschen wert!

Mit der Eisenbahn fahren hat für RollifahrerInnen noch immer eine gewisse Ähnlichkeit mit dem „Russischen Roulette“ wie wir aus eigener Anschauung und aus zahlreichen Beschwerden von Betroffenen wissen. Man kann sich nicht darauf verlassen, daß ein Waggon mit einem Behindertenabteil auch wirklich mitgeführt wird.

Die Behindertensprecherin der SPÖ, Abg.z.NR Mag. Brunhilde Plank erblickt in diesem Vorfall eine Beschneidung der Rechte behinderter Menschen und hat dies zum Anlaß genommen, eine Parlamentarische Anfrage an die Verkehrsministerin zu stellen, in der sie u.a. wissen möchte welche Möglichkeiten die Ministerin hat, auf einen weiteren Ausbau des Angebotes, insbesondere im Hinblick auf die geringe Zahl an Kurswagen der ÖBB mit Behindertenabteil hinzuwirken.

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