Wie wirkt sich Trumps diversitätsfeindliche Politik auf österreichische Hochschulen aus?

Ein internationales Gütesiegel für wirtschaftswissenschaftliche Hochschulen entfernt aufgrund von Donald Trumps politischem Kurs Diversität und Inklusion aus seinen Leitlinien. Welche Auswirkungen hat das auf österreichische Hochschulen? Ein Kommentar.

Schild Universität
BilderBox.com

Seit US-Präsident Donald Trump zum zweiten Mal an der Macht ist, wird aktiv gegen Diversität und Inklusion vorgegangen.

Das betrifft die sogenannten DEI-Programme in allen gesellschaftlichen Bereichen wie beispielsweise bei Unternehmen – und selbstverständlich auch Universitäten und Hochschulen. DEI-Programme sollen Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion in einer Gesellschaft fördern.

Viele Universitäten in den USA haben ihre Beauftragten für Inklusion abgeschafft, Studiengänge für Disability Studies werden gestrichen.

Wie vom DerStandard berichtet, streicht das Gütesiegel der Agentur AACSB (Association to Advance Collegiate Schools of Business) Diversität und Inklusion aus den Leitlinien für Hochschulen. Das Gütesiegel soll Qualität in Forschung und Lehre ebenso garantieren wie akademische Vernetzung und gesellschaftliches Engagement.

Bisher waren auch Inklusion und Diversität wichtige Qualitätsmerkmale für das Gütesiegel. Durch Trumps Politik sind viele Hochschulen unter Druck geraten. Man gibt nach, um das Gütesiegel zu behalten und sich vor möglichen juristischen Konsequenzen zu schützen.

Das hat sich auch auf die AACSB, die ihren Hauptsitz in den USA hat, ausgewirkt. Ein Abschnitt in den Leitlinien, der vormals mit „Diversity and Inclusion“ betitelt war, wurde in „Community and Connectedness“ umbenannt. Überhaupt wurden alle Formulierungen, die nach DEI klingen, aus der aktualisierten Version der Leitlinien entfernt.

Wie reagiert man in Österreich?

In Österreich haben drei Hochschulen das Siegel der AACSB: die Wirtschaftsuniversität Wien (WU), die Wirtschaftsfakultät der Universität Klagenfurt und die Fachhochschule Management Center Innsbruck (MCI).

Das Gütesiegel kostet die Universitäten eine jährliche Gebühr zwischen 7.000 und 10.000 Euro. Trotz der problematischen Veränderungen bei der AACSB wenden sich die oben angeführten Universitäten zunächst nicht vom Gütesiegel ab.

Die Rückmeldungen gegenüber dem Standard sehen folgendermaßen aus:

  • WU-Direktor Rupert Sausgruber teilt mit: „Gelebte Vielfalt ist in unseren eigenen Leitbildern verankert. Die Verpflichtung zu Diversität ist kein externes Kriterium, sondern innerer Anspruch.“ Aufgrund der „formalen Anpassungen“ die Teilnahme aufzukündigen, würde aber – so Sausgruber – „dieser repressiven Politik noch in die Hände spielen“.
  • Auch die Universität Klagenfurt teilt mit, das Qualitätssicherungsprogramm nicht zu verlassen. Man sagt aber gleichzeitig: „Wir werden in unserem Denken und Handeln weder eingeschränkt noch in eine Richtung geführt, die unseren Werten widerspricht.“
  • Das MCI habe noch nicht endgültig entschieden, wie es mit dem Gütesiegel weitergehen soll.

Die österreichischen Universitäten äußern auch Verständnis für den Druck, unter dem die AACSB steht. Man habe durch die Änderungen der Leitlinien die Universitäten vor Konsequenzen schützen wollen, insofern sei die Handlungsweise der AACSB verständlich.

Also ist Nachgeben die beste Verteidigung?

Das alles ist mehr als bedenklich und zeigt die internationalen Konsequenzen von Trumps Politik.

Bleibt die Frage: Wann sagt endlich jemand Stopp?

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Weiterführende Themen zu diesem Artikel

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.