Wien baut Diskriminierungen bei den Öffis ab

Reihe von Maßnahmen angekündigt

Sepp Rieder
Rigaud, Peter

In einer am 12. März 2001 vom neuen Wiener Verkehrsstadtrat, Dr. Sepp Rieder (SPÖ), initiierten Gesprächsrunde mit BehindertenvertreterInnen wollte sich Dr. Rieder im Beisein des Stadtwerkedirektors Dipl.-Ing. Grois eine Übersicht über aktuelle Anliegen und Forderungen und über den Stand der Umsetzung machen.

Als Ergebnis dieser Runde kündigte der Stadtrat – wenige Tage vor den Wiener Wahlen – eine Reihe von Maßnahmen an, welche die derzeit noch immer bestehenden Benachteiligungen behinderter Menschen reduzieren sollen:

  • die Verpflichtung zur Mitnahme einer Begleitperson für RollstuhlfahrerInnen soll mit 1. Mai 2001 bei der U 1, U 2, U 3 und der U 4, beim ULF (Niederflurstraßenbahn) und den Niederflurbussen endlich und nach jahrelangen Kämpfen fallen;
  • gleichfalls fällt ab dem 1. Mai 2001 die Beißkorbpflicht bei geprüften Blindenführhunden und bei ausgebildeten Partnerhunden weg;
  • beim ULF (Niederflurstraßenbahn) und beim Prototyp des neuen U-Bahnwagens soll an der äußeren Glasscheibe eine Folie in signalroter Farbe und mit einer rauhen Oberfläche angebracht werden, damit sehbehinderten und blinden Fahrgästen das Auffinden und Betätigen der Türöffnungseinrichtung erleichtert wird;
  • die Türöffnungstaste soll bei der neuen U-Bahn deutlich abgehoben sein und mit einem merkbaren Druckpunkt versehen werden;
  • im Wageninneren des neuen U-Bahnwagens sowie beim ULF und den Niederflurbussen soll auf Displays der Name der nächsten Station angezeigt werden;
  • bei den Silberpfeilen (alte U-Bahn Garnituren) soll diese Information in die Train-Infoscreens integriert werden;
  • der Lifteinbau in die U-Bahnstation Taubstummengasse soll – gegen den Widerstand der Bezirksmehrheit – nach dem Muster der Station Nestroyplatz (Lift direkt vom Bahnsteig aus an die Straßenoberfläche) gebaut und der Stadt Wien damit die halben Umbaukosten erspart werden;
  • in die Stationen der sogenannten „Ustrab“ (Untergrundstraßenbahn) werden ab heuer Aufzüge eingebaut.

Bedauerlicherweise warten einige wichtige Bereiche, in denen behinderte KundInnen nach wie vor diskriminiert werden, noch immer auf ihre Realisierung, wie z. B. die viel zu hohen und damit für viele unerreichbaren Bedienungselemente in und an den Aufzugskabinen und bei den Fahrkartenautomaten sowie die Nachrüstung der alten U-Bahngarnituren mit Einstiegshilfen.

Weiters die Anbringung von Aufmerksamkeitsfeldern im Haltestellenbereich, die Kennzeichnung großer Glasflächen (etwa in Wartehäuschen), eine optische Anzeige des Schließens der U-Bahntüren, Induktionsanlagen an Schaltern, die Adaptierung und Benützbarkeit aller Einstiegsbereiche bei den neuen U-Bahnwagen sowie die Überwindung der Höhendifferenz in deren Einstiegsbereich (daran wird bereits gearbeitet) usw.

Allerdings hat uns Stadtrat Dr. Rieder die Behandlung unerledigter Punkte bei einem weiteren Informationsgespräch noch im Frühsommer zugesichert.

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