Der Wiener Gemeinderat hat am 27. April 2026 eine umfangreiche Förderung für inklusive Betreuung in Kindergärten beschlossen.
Der Wiener Gemeinderat hat am 27. April eine neue Förderung für inklusive Betreuung in Kindergärten beschlossen.
Für die Jahre 2026 bis 2029 stellt die Stadt bis zu 86,6 Millionen Euro bereit, davon 20,8 Millionen Euro im Jahr 2026. Ziel ist es, Kinder mit besonderen Bedürfnissen besser zu unterstützen und ihnen Zugang zu Bildung und Betreuung zu sichern.
Die Förderrichtlinie wird vereinfacht, eine Begrenzung für Integrationsgruppen fällt weg. Dadurch sollen mehr Plätze entstehen. Gefördert werden unter anderem zusätzliches Personal, spezielle Materialien und Unterstützungsangebote.
SPÖ-Gemeinderat Marcus Gremel betonte: „Inklusion darf kein schönes Wort auf Papier bleiben. Sie muss im Alltag spürbar sein.“ Kritik kam von der ÖVP. Gemeinderat Harald Zierfuß sagte, es sei unklar, „wie effektiv diese Förderung ist“ und ob die Gelder tatsächlich bei den Kindern ankommen.
Auch die Grünen sehen weiteren Handlungsbedarf. Gemeinderat Felix Stadler erklärte, die Maßnahme erhöhe vor allem die Förderung pro Kind, schaffe aber nicht automatisch mehr Plätze. Deshalb sei sie „kein großer Meilenstein“.
Der Beschluss wurde schließlich einstimmig angenommen. Wien will damit die Inklusion im Kindergarten weiter ausbauen.
Defizite im Fördersystem aufgezeigt
„Wir begrüßen die Erhöhung der Inklusionsförderung als wichtigen Schritt, um mehr Kindern mit erhöhtem Betreuungsbedarf den Zugang zu Kindergartenplätzen zu ermöglichen. Gleichzeitig kritisieren wir, dass die strukturellen Defizite des Fördersystems weiterhin ungelöst bleiben und eine nachhaltige Qualitätsentwicklung ohne grundlegende Reform nicht möglich ist. Die bislang gewährten Sonderförderungen wurden eingestellt“, erläutert Nadja Madlehner von der Diakonie Bildung gegenüber BIZEPS.
Damit fasst sie die Kritik zusammen, die die „Träger*inneninitiative Elementare Bildung Wien“ im Zuge der Beschlussfassung zur Änderung äußerte.