Wiener Stadtrat fällt mit behindertenfeindlichen Äußerungen aus der Rolle

Die jüngsten Aussagen von Wiens Planungsstadtrat, Dr. Rudolf Schicker (SPÖ), im Zusammenhang mit der baulichen Umgestaltung einer Tabak-Trafik sind eine unglaubliche Entgleisung, die so nicht akzeptiert werden kann. Ein Kommentar.

Rudolf Schicker
Votava

Die Vorgeschichte: Im Feber 2010 war mit dem Abriss eines von Hans Hollein gestalteten Trafikportals am Wiener Stephansplatz begonnen worden. Ziel war die Modernisierung und der Umbau in ein behindertengerechtes Geschäftslokal.

Kurz nach Beginn dieser Arbeiten wurde vom Denkmalamt ein sofortiger Baustopp verfügt und das Objekt unter Denkmalschutz gestellt.

Die Austria Tabak als Eigentümerin der Liegenschaft sagt, sie hätte der Stadt Wien mittlerweile bereits mehrere Vorschläge bezüglich des Umbaues vorgelegt, die aber allesamt abgelehnt worden seien.

Hohe Umsatzeinbußen

Der Österreichische Kriegsopfer- und Behindertenverband (KOBV), er ist Trafikbetreiber und führt an diesem Standort seit vielen Jahren eine Schulungstrafik für Menschen mit Behinderungen, beklagt hohe Umsatzeinbußen.

Der KOBV und Austria Tabak erklärten, sie fühlten sich wegen der ablehnenden Haltung „derzeit von Stadtrat Schicker im Stich gelassen„.

Schicker droht

Stadtrat Schicker behauptet, die Arbeiten an der Fassade der Trafik seien „ohne jedwede Bewilligung erfolgt“, spricht von einem „Skandal sondergleichen“ und verlangt „die sofortige Wiederherstellung der Portalfassade„. Er droht auch mit Zwangsmaßnahmen: „Es wird wahrscheinlich eine Ersatzvornahme werden“. Auch wäre kein einziger Kompromissvorschlag vorgelegt worden.

In einem Gespräch, bei dem versucht werden sollte, eine vernünftige Kompromisslösung zu erreichen, erklärte Dr. Rudolf Schicker, dass ihm die derzeitige Lage egal sei und man schließlich an der Situation selbst schuld sei.

Ratschlag des Stadtrates

Der Ratschlag des Stadtrats: Man möge die Trafik doch einfach an nichtbehinderte Trafikanten vermieten, dann wäre das Problem gelöst!

Wenn hier auch Meinung gegen Meinung steht, eines steht jedenfalls fest: Behindertenfeindliche Äußerungen des Stadtrats werden wir uns ganz sicher nicht gefallen lassen! Und ein Mindestmaß an Sensibilität kann auch von einem Stadtrat verlangt werden.

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0 Kommentare

  • was kann man von einem stadtrat verlangen der nicht einmal weis was er unterschreibt ich hatte mit dem herrn schon einigemal zu tun er ist genauso abgehoben wie alle anderen spö mitglieder wertlos und kalt wie eine hundeschnauze er passt genau zu unserem bundeskanzler der ist genauso aalglatt

  • Rauchen in Maßen, ist Genuß pur! Es ist alles eine Frage der Menge, und ob dann ein Suchtverhalten eintritt! Warum diese Trafik besonders gut zur Lehrtrafik geeignet sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Begünstige Behinderte mit beispielsweise Herzerkrankungen sind aber als Mitarbeiter denkbar. Solange man in der Trafik keinen Rolli wenden muss, ist eh alles paletti. Den Denkmalschutz halte ich für übertrieben, nicht jede Flatulenz eines berühmten Künstlers ist schützenswert. Das hat das Denkmalamt anscheinend auch jahrelang so gesehen!

  • @Manfred Srb: Danke für Deine Klarstellung!
    @K.Götzinger: Dann nimm Deinen Labtop und schreibe Artikel und Briefe und zeige Missstände auf – informieren ist ja OK! Ich denke Wissen macht „Kopfweh“ man muß auch mit seinem Wissen was unternehmen und nicht „sich alles gefallen lassen und hinunterschlucken“ _ Auf die Barrikaden – denn scheinbar ist niemand von den geförderten „Vereinen“! bereit was zu unternehmen – „Treten wir geschlossen auf“ und zeigen denen, dass wir uns nicht alles gefallen lassen! Manfred Srb und Andere in der „alten Behindertenszene“ haben es vor 20 und mehr Jahren bewiesen, dass das Erfolg hat oder sind alle zu „satt“ geworden?

  • @ R.Holi: @Alice Benkö: Mein 1. Satz soll richtig heißen: „Ich habe mich nicht instrumentalisieren lassen und werde das auch in Zukunft NICHT tun.“

    @ Heinz Vorweg: 1. BIZEPS macht keine Parteipolitik! Wir machen „Politik“ für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige in ganz Österreich.
    2. BIZEPS unterstützt „ignorante Großfirmen“ selbstverständlich nicht – warum sollten wir auch?
    3. BIZEPS besinnt sich nicht „doch wieder“ sondern tagtäglich auf seine Rolle als Interessenvertreter. Die Umstände – speziell auch die in Wien (!) – machen dies bitter nötig!!

    Ihren letzten Satz habe ich nicht verstanden. Ich darf Sie darum bitten, sich etwas klarer auszudrücken.

  • @ Herr Gscheit: @ Gewissenswurm: Die Aussagen Schickers sowie auch andere Informationen habe ich einer Presseaussendung des KOBV und der Austria Tabak vom 25. März 2010 entnommen und ich hatte keinerlei Grund zu der Annahme, dass deren Inhalt unrichtig ist.

    @ Ein mündiger Wiener: Ich gebe mich nicht „für so etwas her“. Ich habe bloß Teile der oben angeführten Presseaussendung zitiert. Ich bin durchaus kein Verteidiger der Austria Tabak.

    @ R.Holi: Alice Benkö: Ich habe mich nicht instrumentalisieren lassen und werde das auch in Zukunft tun. Ich habe mich gewehrt gegen eine ganz bestimmte diskriminierende Haltung, die der Presseaussendung entnommen habe.

  • Bange Frage: Werden MmB vom KOBV deswegen auf einen Behindertenparcous durch Mikro-Trafiken gegängelt, um zu testen ob sie den „Begünstigten“-Status auch wert sind ? Oder um zu checken, wie schnurzig sie Lungenkrankenheiten zu induzieren imstande sind?

  • Wo sind jetzt die Diskussionsteilnehmer hin verschwunden. Fragen sind unbeantwortet, die „Behinderten“ sind plötzlich verschwunden? Also doch nur Mittel zum Zweck?

  • @meia – ich möchte festhalten: bei dieser Veranstaltung war ich als Privatperson und diesen Beitrag habe ich aus Privatperson geschrieben!

  • @Kornelia Götzinger: Nachtrag: – Ich hab leider nicht bedacht, dass Du Angestellte der Stadt Wien bist. Sorry!

  • @Kornelia Götziner: Das ist eine starke Ansage ich Dir glauben möchte – doch als Journalistin, hättest Du darüber einen Artikel schreiben können – ja sogar müssen, da Du das selbst gehört hast und Schicker das vor Zeugen gesagt hat – ich bin überzeugt, dass Martin Ladstätter als Chefredakteur von BIZEPS dies veröffentlicht hätte ? ! Jetzt ist ea schwer sich über diesen Vorfall ein Urteil zu bilden – Tatsache ist, dass die Bezirksvorsehung „Schwarz“ ist, die Geschäftsleute eine Klientel der Wirtschaftskammer sind, wobei die Gewerbeordnung noch immer nicht zu Gunsten für behinderte Menschen geändert wurde, obwohl ÖVP Behindertensprecherin von Wien Frau Pranies-Kastner und auch Wirtschaftskammer-Boss Brigitte Jank in meinen Interviews immer wieder betonen wie wichtig das ist..- Tja das liebe Geld.. An wen liegt es denn dass wir immer wieder verarscht werden?

  • @ Wurm. Wenns nicht wahr ist, dann wäre das üble Nachrede. Und die wäre ja sogar nach unserem Strafgesetzbuch strafbar. Oder ist Herr Srb als Ex-Parlamentarier davon ausgenommen. Dann könnte er sich auch den Tomanek als Verteidiger nehmen, der machts sicher jetzt nach dem Brandanschlag auf sich selber billiger. Oder hat gar der Tomanek die Trafik kaputt gemacht, weil er darin schon Routine hat;-) Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung. Er schaut zwar ziemlich stark aus, aber soviel Kraft hat er auch wieder nicht.

  • Lieber Herr Srb, von wem haben Sie die Berichterstattung, dass Schicker behautptet hat, dass ihm die Situation egal ist und an nichtbehinderte Menschen vermietet werden soll. In welcher Rolle waren sie da dabei oder nicht oder doch oder nur ein bisserl oder nur vom Hörensagen?

  • Das Eigeninteresse ist nicht ganz logisch. Welches besondere Interesse soll ein weltweiter Tabakkonzern an der Gestaltung eines Trafikportals „im eigenen Interesse“ in Wien haben? Ganz im Gegenteil: Wenn die Hollein-Fassade nicht mehr käme, dann wäre halt eine gewöhnliche Fassade an der Stelle. Welchen Mehrwert hätte es, einen Eyecatcher nicht zu haben und dafür eine gewöhnliche Fassade zu haben??? Ich habe die Befürchtung, dass der Behindertenverein, der da die Behinderten vertritt, vom Wert seiner Fassade nichts gewusst hat. Das wäre allerdings ziemlich peinlich und das kann man schwer zugeben, weil man nicht als Kulturbanause dastehen will. Ich frage mich, welches Verständnis da die Bauverantwortlichen haben, die den Umbau geplant haben?

  • Vorweg: Nicht alle, die sich kritisch über die Vorgehensweise der AT äußern sind gleich „Schicker-Sympathisanten“.
    Auffallend: Seit geraumer Zeit hört man über die AT nur mehr im Zusammenhang mit negativen Meldungen wie Fabriksschließungen, Personalabbau, Verlust der Marktführerschaft und nun der Streit über die Zerstörung eines denkmalgeschützten Trafik-Portals. Im letzten Fall scheint die AT von ihrem eigenen, nicht tolerablen Handeln ablenken zu wollen und jemand anderem -im konkreten Fall Herrn Stadtrat Schicker- die Rolle des Bösewichts zuspielen zu wollen. Herr DSA Srb, geben Sie sich doch nicht für so etwas her!!!

  • Sg. Herr Srb, haben Sie sich da nicht für das Durchsetzen von Eigeninteressen des japanischen Tabakkonzerns AT/JTI instrumentalisieren lassen?!? Glauben Sie wirklich, dass AT/JTI beim brutalen Zerstören des Trafikportals das Wohl der Behinderten im Sinne gehabt hat? Als Stammkunde der Graben-Trafik habe ich dort nie eine/n Behinderten im Verkauf angetroffen. Als langjähriger Memphis-light Raucher habe ich das skandalöse Vorgehen der AT zum Anlass genommen, um auf Marlboro-light umzusteigen.

  • Brenner hat uns belehrt und aufgeklärt! Dem Oberlehrer Brenner fehlt es allerdings an Weiterbildung! Kapiteln dazu wären: EU Directives – Equal Treatment Directiv, UN Convention on the Rights for Disabeld Persons 2008, UN World Action Plan on Aging – Priority III. Beginnen sollte er aber bei Grundsätzlichem, dem Wissen, was „Design for all“ eigentlich in der Umsetzung bedeutet!!! Das Beste in prägnanter Form dazu in Österreich vom Referat für Barrierefreies Bauen Graz http://www.graz.at/cms/beitrag/10027121/421952/

  • @brenner. wo er recht hat, hat er recht! das gesetz verlangt tatsächlich nicht mehr, obwohl es notwendig wär. BGStG (diskriminierung), konventionen, arbeitnehmerbstimmungen usw. sind ja nett, letztlich wird die wiener bauordnung befolgt. und der rest ist schwer bis gar nicht durchzusetzen – obwohl dringend notwendig! wobei schon erstaunlich ist, wie wenig kenntnis von den bedürfnissen behinderter menschen vorhanden ist. ein beleg mehr dafür, dass die derzeitigen gesetzlichen bestimmungen kein durchschlagender erfolg sind!

  • Zum Statement Brenner. Wissen Sie, was ich jetzt gerade überlege? Sicher nicht, bevor ich meine Überlegungen niederschreibe und Ihnen via Forum mitteile! Wurden diese Überlegungen vonseiten des Denkmalamts, in beweisbarer Form, den Betreibern der Trafik mitgeteilt? Entscheidend scheint eben genau dieser Punkt zu sein: Wollte man unter mithilfe eines Behindertenvereins Tatsachen schaffen und damit den Denkmalschutz umgehen? Oder wollte da ein Verein einen berechtigen? Umbau machen und der Denkmalschutz entdeckt plötzlich die Schutzwürdigkeit des Werkes? Immerhin stellt ein Umbau eine massive Investition dar und ein Stop des Umbaus schädigt den Betreiber nachhaltig! Hat sich der Verein im Vorfeld informiert, ob von Seiten des Denkmalschutzes Bedenken bestehen? Das Oeuvre von Hollein war unübersehbar und bekannt! Wir wissen aber auch beide, dass das Werk schon längere Zeit existent war und die Bedeutung und die Leistungen von Hollein stellt niemand in Frage! Ich bin eher verwundert, warum der Denkmalschutz da nicht viel früher aktiv wurde!

  • Frage: wer ist eigentlich der verantwortliche Boss bei diesem KOBV und der Tabak Austria?

  • Hätten die Tabakmenschen einen rechtlich fundierten Boden unter den Füssen, wäre das veranstaltete peinliche Gezetter entbehrlich. Wahrscheinlich haben sich halbkluge Menschen einfach nur ins Knie geschossen.
    Im übrigen habe ich Japaner bisher als korrekte und zurückhaltende Menschen kennengelernt. Dieser Erfahrung widerspricht die gewählte Vorgangsweise um 180 Grad. Diese Firma ist ja jetzt angeblich in japanischem Eigentum. Deren Sitten und Gebräuche dürften hier in Ösiland noch nicht die Runde gemacht haben.

  • Bei der Trafik handelt es sich um ein wichtiges Werk des renommierten Architekten Hollein, der weltweit einer der bekanntesten österr. Künstler in diesem Bereich ist. So wie seine anderen Werke ist auch dieses charakteristisch für eine gewisse Epoche seines Schaffens und deshalb unbeschränkt schützenswert. Das Denkmalamt hatte schon länger Überlegungen in diese Richtung und es war richtig den Umbau sofort zu stoppen. Hier handelt es sich um ein wichtiges Kulturgut und diese Interessen gehen vor. Die österr. Gesetze gelten auch für Behindertenverbände und Unternehmen und hier ist sicher keine Ausnahme zu machen. Es handelt sich hier um eine Trafik und kein Betreuungszentrum. Der Eingang ist breit genug um mit einem Rollstuhl reinzufahren, mehr verlangt das Gesetz nicht. Für darüber hinausgehende sonstige Luxuseinrichtungen gibt es keine Rechtfertigung, denn da geht eben der Denkmalschutz vor. Sonderregelungen für Behinderte gibt es nicht, da werden auch alle Diskussionen nichts daran ändern. Und Herr Stadrat Schicker hat wohl nur gemeint, dass man dann eben, wenn das den Betreibern nicht genug ist, die Trafik an Nichtbehinderte vermieten müsse. Man kann den Behinderten ja auch eine andere Trafik geben.

  • Es scheint da einigen Aufklärungsbedarf zu geben zum Mail von M.F, wobei ich derzeit nicht weiß, wie es wirklich ausschaut. Folgende Fragen stellen sich aber: Sind in der Trafik – laut Einstufung – behinderte Menschen tätig?
    Wie sieht es tatsächlich mit der Barrierefreiheit aus – war die Trafik + Nebenräume + Sanitärräume bereits barrierefrei? (Wendebereich in Trafik, Eingangsbreiten auch für E-Rolli, Markierung Glastüre, Verkaufsthekenhöhe, Induktionsanlage, einfache Sprache Artikel- und Preisauszeichnung etc.)
    Wie sah es tatsächlich mit dem Denkmalschutz aus? War das bereits im Laufen und wollte man damit dem Denkmalschutz zuvor kommen, oder stimmt die Darstellung des KOBV, dass das Denkmalamt erst beim Umbau aktiv wurde?
    Gibt es Nachweise für Kontakte und Vorschlagsunterbreitungen zwischen KOBV und Stadtrat DI Schicker? Was ist da jetzt wirklich die Rolle von Austria Tabak? Welches Rechtsverhältnis liegt da vor, wenn eines vorliegt? Fakten von beiden Seiten sind gefragt, mit gegenseitigen Unterstellungen wird man der Lösung nicht näher kommen!

  • Als unbeteiligte Beobachterin dieses Dramas erkenne ich hier die Ambition, Behinderte als Vehikel vorzuschieben, um einen im Dreck steckenden Karren wieder flott zu bekommen und dafür sollten sich deren Interessensvertreter wirklich nicht hergeben. Oder?

  • Die nervösen reaktionen aus dem büro schicker zeigen wieder einmal, dass sie den nagel auf den kopf getroffen haben. danke. weiter so!

  • Einfach nur traurig. Offensichtlich haben manche hier immer noch die Meinung Behinderte sind Schmarotzer die der Stadt nur auf der Tasche liegen, mit ihren Anliegen lästig sind oder daraus Kapital schlagen wollen.

  • Es macht sehr zornig und betroffen hier in einem Kommentar (M.F.) einen derart dreisten Satz lesen zu müssen: „Offensichtlich wird hier versucht, mit dem Behindertenschmäh Kapital zu schlagen“. An Herrn Schicker und alle die es noch immer nicht begriffen haben: Eine Behinderung ist kein SCHMÄH aus dem man KAPITAL schlagen kann !!!

  • Auch ich war schockiert als ich in diesem Forum das posting von M.F. lesen musste. Wenn die aufgrund des Inhaltes naheliegende Vermutung stimmt, dass diese aus dem Umfeld von Herrn Schicker stammt, so zeigt das einmal mehr die dort herrschende zynische Haltung.

  • Unglaublich und unverschämt! Welche Geisteshaltung diese angebliche Melitta F. vertritt, die hier mit soviel Elan für Schicker Partei ergreift, zeigt sich alleine schon aus der diskriminierenden und menschverachtenden Verwendung des Begriffes „Behindertenschmäh“! Alleine dieser Kommentar lässt die Vorwürfe gegen Schicker schon recht plausibel erscheinen.

  • Bei den letzten beiden postings haben sich die Mitarbeiter von Stadtrat Schicker ganz schön aber recht durchsichtig ins Zeug geworfen. „Armer Stadrat Schicker – böse reiche Tabakregie. Und überhaupt in dieser Trafik gibt es doch angeblich gar keine Behinderten und das ist ja alles nur ein Schmäh.“ Der Schmäh ist wohl ganz ein anderer…

  • Als es um die Neugestaltung der Kärntnerstraße/Graben ging, machte ich mit Stadtrat Schicker bei der Vergabe des Schindler-Awards auch so meine Erfahrungen. Ich machte den Vorschlag, den Straßenbelag so zu gestalten, daß durch eine geringe Anrampung die kleinen Stufen zu den Geschäften wegfallen. Er gab mir vor einer großen Hörerschaft zur Antwort, die Geschäftsleute sollen sich selbst darum kümmern, daß die Eingangsstufen wegkommen. Meiner Meinung wäre diese Maßnahme eine Kleinigkeit gewesen und noch dazu ohne Zusatzkosten! Jetzt ist für die nächsten Jahre der Zug abgefahren und für RollstuhlfahrerInnen heißt es weiterhin: „Ich muß draußen bleiben“.

  • … bin zufällig über google hergeruscht: als „Anonyme/r“ kann man ja leicht lästern und aus den hinteren Reihen motzen. Unten steht aber ohnehin eine Stellungnahme aus dem Büro von Herrn Stadtrat Schicker in der die Vorwürfe zurückgewiesen werden (innerhalb von 3 Stunden nach erscheinen des Artikels, schelle Reaktion hmm) die aber in dem Artikel komplett unberücksichtigt bleibt.

    Macht Bizeps jetzt auch Parteipolitik und unterstützt ignorante, ausländische Großfirmen oder besinnt man sich doch wieder auf die Rolle als Interessensvertretung. Wobei … der Autor war (?) ja mal Grüner … ;-)

  • Unser Schicker ist schon in Ordnung, über den lassen wir nichts kommen.

  • Als regelmäßige Kundin dieser Trafik kann ich sagen, dort noch nie einen Behinderten gesehen zu haben. Barrierefrei war der Zugang auch schon seit Anbeginn. Im übrigen ist das Lokal so klein, dass von Schulungstrafik keine Rede sein kann, da hinter der Budel maximal 2 VerkäuferInnen Platz finden. Offensichtlich wird hier versucht, mit dem Behindertenschmäh Kapital zu schlagen. Die Tabakregie hat durch die sicher selbstverschuldete Schliessung selbst an dem Debakel schuld und will das jetzt dem Herrn DI Schicker in die Schuhe schieben. Verhinderer waren nur die Tabakregieleute, hätten sie verntwortungsvoll korrekt agiert, würde der KOBV weiterhin brav seine Produkte verkaufen können. Vorschlag: KOBV soll sich ganz einfach beim Schuldigen, also der Tabakregie, regressieren, das ist für die ohnhin nur ein Klax. Und Herr Hollein soll das Ding wieder aufbauen.

  • Es ist schon sehr seltsam, dass sich Herr Schicker in seinen Angriffen immer hinter dem „Milliardenkonzern Austria Tabak“ versteckt, wo er doch genau wissen sollte, dass die Austria Tabak seit 1995 (EU-Beitritt und Wegfall des Monopoles) gar nichts mehr mit Trafiken zu tun hat und haben darf. Es muss ihm also sehr wohl bewusst sein, dass Eigentümer dieser sowie einiger anderer Trafiken der Krigesopfer und Behindertenverband ist und er mit seiner Verhinderungspolitik nur die dort tätigen behinderten Trafikanten trifft.
    Ich bin selbst Trafikant mit Behinderung und sehr froh, dass es diese sinnvolle Möglichkeit gibt, in der Erwerbsfähigkeit durch Schicksalsschläge eingeschränkten Menschen ein wirtschaftliches Auskommen zu ermöglichen. Denkmalschutz ist ja eine gute Sache, wobei einem dies bei einem lebenden und noch durchaus aktiven Architekten wie Hollein und in Anbetracht der kleinen nicht sehr auffälligen Trafik etwas seltsam vorkommt. Aber im Sinne einer Interessenabwägung wären etwas mehr Verständnis und Entgegenkommen von Herrn Schicker sicher angebracht.

  • Traurig, auch ich und meine Frau haben so unsere Erfahrungen mit dem Herrn Stadrat Schicker und können bestätigen, dass ihm die Interessen von uns Behinderten nicht sonderlich am Herzen liegen.

  • Dass der KOBV freiwillig auf Einnahmen verzichtet, scheint nicht sehr plausibel!!! Dem KOBV war die Problematik des Umbaus eines alten Bestandsgebäudes sicher bewusst. Mein Eindruck ist eher, dass es mit der Barrierefreiheit von Geschäftslokalen in Wien generell nicht weit her ist. (Dass vieles möglich ist, wenn man politisch will, zeigen positive Beispiele aus anderen Bundesländerhauptstädten). Trafiken sind typischerweise kleine Geschäftslokale, wo schon ohne den Faktor Denkmalschutz viel Kreativität gefragt ist, um Barrierefreiheit zu realisieren. Denkmalschutz ist natürlich wichtig, gerade am Wiener Stephansplatz!
    Allerdings, muss auch klar sein, dass es gerade an diesem touristischen Hot Spot – für inländische und ausländische Gäste – notwendig ist, barrierefreie Geschäftslokale zu haben! Im Sinne eines Tourism for all. Die verantwortlichen Stadtpolitiker sollten klar benennen, wo die Knackpunkte liegen, die eine gute Lösung bis dato unmöglich gemacht haben. Ich bin überzeugt, dass das kollektive Know-how von Fachleuten da Abhilfe schaffen könnte!

  • Ist ja typisch das der Stadtregierung die Anliegen ihres Hofarchitekten Hollein wichtiger sind, als jene von uns Behinderten. Das die sofortige Widerherstellung in den ursprünglichen Zustand verlangt wird und sogar die Ersatzvornahme angedroht wird , zeigt vom typischen patriarchaischen Machtdenken der Potentaten und offenbart die dort herrschende „mir san mir“ Mentalität. Häupl und Schicker, euer Wille geschehe, und die Untertanen sollen gefälligts den Mund halten.

  • Einmal mehr ein sehr irritierender Zugang von StR Schicker. Auch wenn die inkriminierenden Äusserungen von ihm naturgemäss nachträglich in Abrede gestellt werden, so sind diese doch für jeden der ihn kennt, durchaus plausibel und passen durchaus ins Bild. Schicker ist ja auch in der Vergangenheit bei städteplanerischen Aktivitäten mehrmals durch seine ignorante Haltung gegenüber den Anliegen von behinderten Mitmenschen aufgefallen.

  • Sehr geehrter Herr Srb, eine Rückversicherung in unserem Büro, ob diese Behauptungen der Austria Tabak denn der Wahrheit entsprechen, wäre mehr als nur wünschenswert gewesen. Die hier wiedergegebenen und ohne Überprüfung aus der AT-Presseaussendung abgeschriebenen Zitate sind schlichtweg falsch und entbehren jeglicher Grundlage! Die Darstellung wonach behindertenfeindliche Aussagen getätigt wurden damit ebenso!

    Richtig ist vielmehr, dass es einen einzigen Gesprächstermin ohne Vorschlagsunterbreitung seitens des Konzerns gab, mit in weiterer Folge bewusst falsch zitierten Gesprächsinhalten – das wird wohl nicht als Konsensbemühung bezeichnet werden können.

    Es ist außerordentlich bedauerlich, dass durch die bislang mangelnde Konsensorientierung des milliardenschweren Eigentümers und die zuvor getätigten Verfehlungen (Zerstörung eines Geschäftsportals von Hans Hollein in einer Schutzzone, bei laufendem Denkmalschutzverfahren und noch dazu ohne Abbruchbescheid bzw. trotzdem der Eingang bereits barrierefrei war) der Trafikbetreiber Einbußen erleidet. Mehrfach wurde von Seite der Stadt betont: das Portal muss wiederhergestellt werden. Bei der Innenausgestaltung ist man ganz im Sinne der Schulungstrafik klarerweise gesprächsbereit. Wir warten auf die Wiederherstellungsvorschläge des Tabakkonzerns – der Eigentümer hat es damit in der Hand den Umsatzeinbußen des Mieters entgegenzuwirken.

    Mit freundlichen Grüßen Mag. Martin Schipany Mediensprecher DI Rudi Schicker

  • Unglaublich.