Eurovision Song Contest 2026 – Ein Event für alle?
Ich bin Rollstuhlfahrerin und ein großer ESC-Fan. 2015 und auch dieses Jahr durfte ich beim ESC in Wien als Besucherin …
Manchmal beginnt ein großes Abenteuer ganz leise: mit einer Schulung, einer Einführung und viel Vorfreude auf den Eurovision Song Contest (ESC).
Die vergangene Woche war die Ruhe vor dem Sturm, zumindest für mich. Während es für andere Volunteers mit dem Eintreffen der ersten Delegationen und dem Start der Proben in der Stadthalle bereits vor mehr als einer Woche losging, hatte ich einen eher ruhigen Einstieg.
Ich bekam eine Onlineschulung in meinen Aufgabenbereich und eine kurze Einführung und Besichtigung vor Ort.
Mein erster Dienst fand am Flughafen statt. Die Aufgabe denkbar einfach: lauthals, bewaffnet mit Schildern und Flaggen, die Delegationen begrüßen. Meine Kolleginnen und ich erfüllten unsere Aufgabe mit Bravour.
Sarah Engels aus Deutschland und Sam Battle aus England freuten sich, dass wir gekommen waren. Sie unterschrieben das ein oder andere Autogramm, standen für ein paar Fotos zur Verfügung und gaben uns eine kurze Gesangsprobe ihres Liedes.
Am Sonntag besuchte ich dann das erste Side-Event, das Eurovillage am Rathausplatz. Hier wurde der türkisfarbene Teppich ausgerollt und damit die ESC-Woche offiziell eröffnet.
Über den Teppich vom Burgtheater bis in das Rathaus stolzierten die Künstler:innen aus allen 35 teilnehmenden Ländern in teils beeindruckenden Roben.
Die umfangreichen Maßnahmen zur Umsetzung der Barrierefreiheit im Eurovillage sind beeindruckend. Die App Accessify.Live mit ihren Services bietet großen Nutzen.
Zusätzlich wird bei den Live-Shows ein eigener Screen mit ÖGS-Dolmetschung und Sign-Performances bespielt, der sich am linken Rand der Bühne in unmittelbarer Nähe zur Rollstuhlplattform befindet.
Der Zugang für Menschen mit Behinderungen erfolgt am bequemsten über die Lichtenfelsgasse. Dort befindet sich auch eine überdachte Rollstuhlplattform mit guter Sicht auf Bühne und Screens, die ohne Voranmeldung genutzt werden kann. In unmittelbarer Nähe zur Rollstuhlplattform befinden sich auch zwei barrierefreie Toiletten.
Vor Ort stehen Unterstützungsangebote wie eine Induktionsschleife für Hörgeräte- und CI-Nutzer, Reizentlastungs-Hilfsmittel für neurodivergente Personen sowie ein Safer-Space-Ruhebereich zur Verfügung.
Assistenzhunde sind erlaubt und von der Maulkorbpflicht befreit. Hinter dem barrierefreien Bereich gibt es zudem einen eigenen Freilaufbereich mit Trinkstelle. Auch das Aufladen von Hilfsmitteln wie E-Rollstühlen ist möglich.
Ich habe nichts vermisst, außer vielleicht eine Beschilderung von außen, wo man als Rollstuhlfahrer am besten entlangfahren soll, dann könnte man sich einiges an Laufkilometern ersparen.
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