Wir haben einen Plan!

Das Einstiegsreferat beim BIZEPS-Kongress zur Persönlichen Assistenz am 14. und 15. April 2011 hatte den Titel "Wir haben einen Plan!" und wurde von Martin Ladstätter vorgetragen.

Martin Ladstätter: Wir haben ein Plan!
BIZEPS

Anhand von eindrucksstarken Bildern zeigte er, welche Faktoren – laut Wikipedia – für die Navigation entscheidend sind. Wichtig sei dabei, die eigene Position zu bestimmen, dann den optimalen Weg zum Ziel zu berechnen und diesen auch zu beschreiten – und dabei eine allfällige Abdrift zu berücksichtigen. (Folien des Vortrages)

„Aber wo sind wir? Wie viel haben wir bereits Persönliche Assistenz in Österreich schon erreicht? Und wo haben wir es erreicht?“, fragte er und fuhr fort: „Der Weg, wohin wollen wir? Sind wir uns sicher, dass wir alle schon genau wissen, wohin wir wollen?“

Und selbst wenn dies geklärt ist, stellt sich eine Reihe von weiteren Fragen wie: „Sind wir am Weg? Sind wir am richtigen Weg? Sind wir auf dem Weg, den wir sein wollten? Oder sind wir am falschen Weg?“

Persönliche Assistenz in Österreich

Anhand dieser Einstiegsfragen ging er auf die Situation in Österreich ein und verwies auf die unterschiedlichen Herangehensweisen der Bundesländer im Bereich Persönliche Assistenz.

Planung bedeutet auch zurückzublicken

„Planung bedeutet aber auch zurückzublicken. Und ich glaube wir können mit Stolz sagen, wir haben schon einiges erreicht, genau genommen haben wir schon viel erreicht, aber wer uns kennt, weiß, wir haben auch noch sehr viel vor“, hielt er in seinem Referat fest und forderte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf: „Nicht den Stolz vergessen, über die Dinge, die wir schon geschafft haben, aber auch nicht hochmütig werden.“

Doch das Erreichte soll nicht dazu verleiten, daran festzuhalten. „Gerade bei Wanderungen in der Wüste, habe ich mir sagen lassen, ist eins der gefährlichsten Dinge eine Oase. Die Oase ist etwas sehr Positives, einerseits, aber andererseits ist sie auch eine große Gefahr. In einer Oase besteht die Gefahr, dass ich mein eigentliches Ziel außer Acht lasse und verweile und zwar vielleicht länger, als ich es geplant habe, ja vielleicht beginne ich sogar damit, meinem Weg zum Ziel zu überdenken und aufzugeben.“

Ziel: Selbstbestimmt leben mit Persönlicher Assistenz

Das Ziel sei klar, erinnerte er: „Wir alle wollen selbstbestimmt leben mit Persönlicher Assistenz und alle, auch die, die es nicht hierher geschafft haben, wollen leben mit Persönlicher Assistenz. Und darum geht es bei unserem Weg zum Ziel.“

Um in dieses für viele „unbekannte Land“ zu gelangen, bedarf es viel an Informationsarbeit. „Nicht nur für viele betroffene Menschen, auch für die Verwaltung, auch für die Politik, auch für die Gesellschaft im Allgemeinen und deswegen ist es so wichtig, dass wir von und über die Persönliche Assistenz und was sie bewirken kann, möglichst viel erzählen. Und die Leute auch träumen lassen.“

Auch Umwege können zum Ziel führen

Behinderte Menschen arbeiten schon sehr viele Jahre, damit Persönliche Assistenz für alle Alltag werden kann. Schritt für Schritt. Und dieser Weg zum Ziel, der führt auch manchmal über Umwege.

„Wenn die Richtung stimmt, kann man auch hin und wieder einen Umweg machen. Und viele in diesem Raum wissen das, wie viele Umwege wir in den letzten 20 Jahren machen haben müssen, um trotzdem Schritt für Schritt vorwärts zu kommen“, blickte Ladstätter gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des BIZEPS-Kongress zurück.

„Im Bereich Persönliche Assistenz läuft in Österreich vieles falsch, vieles auch richtig.“, zeigte der Berater bei BIZEPS-Zentrum für Selbstbestimmtes Leben auf und rief dazu auf, Missstände auch zu benennen: „Wenn wir sehen, dass etwas falsch läuft, dann müssen wir es auch ändern. Und das ist mir persönlich ganz wichtig.“

Er schloss das Einstiegsreferat mit den Worten eines in der Beratungsstelle BIZEPS aufgehängten Plakats: „Wenn wir heute nichts tun, leben wir morgen wie gestern.“

Über die Veranstaltung

Der Kongress zur Persönlichen Assistenz am 14. und 15. April 2011 in Wien wurde von BIZEPS-Zentrum für Selbstbestimmtes Leben organisiert und vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz gefördert. Fotos vom Kongress sind auf Flickr zu sehen. Hier finden Sie die Liste aller Vorträge.

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