Wir trauern um Heinz Schneider (1939-2014), Generalsekretär der ÖAR (1975-2000)

Eine kraftvolle Stimme für die Anliegen der Menschen mit Behinderungen ist für immer verstummt - ein Nachruf von Eduard Riha.

Heinz Schneider
BIZEPS

Heinz Schneider ist am 5. Jänner 2014 mit jener Gelassenheit, die seine Persönlichkeit prägte und wissend, dass sein Tod nahe ist, von uns gegangen.
Sein Leben und Wirken war dem einzigen Ziel gewidmet, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen zu verbessern.

Schon früh, nach seinem Unfall 1957, hat er mit seinem Engagement im Verband der Querschnittgelähmten Österreichs erste interessenpolitische Akzente gesetzt.

Als sich dann – 1975 – einige beherzte Organisationen behinderter Menschen zusammenfanden, um durch die Gründung einer Dachorganisation ihre Kräfte zu bündeln, um sich so stärkeres Gehör in Politik und Gesellschaft zu verschaffen, war er, als Generalsekretär, der Motor hinter diesem Zusammenschluss.

Es kann mit Fug und Recht gesagt werden, dass diese – damals noch lose und ihrer Ziele noch unsichere – Gruppierung ihre heutige Bedeutung nicht erlangt hätte, wäre sie nicht von Heinz Schneider, einem Hirtenhund gleich, zusammengehalten worden.

Wer seinen Lebensweg über Jahrzehnte begleitend beobachten durfte, dem erschloss sich der Sinn des Satzes von Karl Kraus (1874 – 1936): „Ich lasse mich nicht hindern zu gestalten, was mich hindert zu gestalten.“

Es ist nicht möglich, in wenigen, dürren Zeilen, den Menschen Heinz Schneider für Alle nachvollziehbar zu beschreiben, es bliebe Stückwerk. Ein Merkmal mag seine einzigartige Persönlichkeit vielleicht erahnen lassen:

Wer so aktiv gelebt und gewirkt hat wie Heinzi – wie ihn seine Freunde nennen durften – erwirbt auch Gegner und Feinde. Von Heinzi kann gesagt werden, dass er von allen gemocht wurde.

Da Heinz Schneider auch in seinen letzten Stunden, Besuchern gegenüber und in Telefonaten, ein Quäntchen Fröhlichkeit vermittelte, wollen wir uns in seinem Sinne an gemeinsame Erlebnisse und Stunden erinnern. Es war sein persönlicher Wunsch, im Anschluss an die Verabschiedung mit einem Glas Sekt auf ihn anzustoßen.

Die Sanduhren erinnern nicht bloß an die schnelle Flucht der Zeit,
sondern auch zugleich an den Staub,
in welchen wir einst verfallen werden.
(Georg Christoph Lichtenberg, 1742 – 1799)

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0 Kommentare

  • Lieber Heinz,

    trotz deiner hohen Position als Funktionär einer großen Behindertenorganisation warst du einer der ganz wenigen, wenn nicht sogar der einzige, der weiterhin mit dem Herzen und dem Bewußtsein eines „einfachen“ Menschen mit Behinderung gedacht und gefühlt und dies auch immer wieder in deinen unnachahmlichen Kommentaren im „monat“ zum Ausdruck gebracht hast. Mit deinem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit hast du uns Betroffenen – so auch mir – stets aus dem Herzen gesprochen.
    Ich denke, du warst für viele von uns ein großes Vorbild und mir wirst du immer sehr fehlen.

  • heinzi, du warst einzigartig!

    ich kann nur eine zeile aus einem neuen song der LENINs WHEELCHAIRs zitieren:
    „….. und de gscheitn leit de steabn und de dumman, de steabn net aus….“
    R.I.P. in großer dankbarkeit

  • Ja so war Heinz und er hat es gut verstanden mit Kräften außerhalb der ÖAR zusammenzuarbeiten. Ich denke gerade an viele gemeinsame Kämpfe, die wir in verschiedenen Rollen, geführt haben und mal unterlegen sind und mal auch erfolgreich waren. Heinz fehlt mir jetzt schon und wir werden noch viel an ihn denken.

  • Lieber Heinz,
    ich bin tief betroffen weil du nicht mehr unter uns bist. Doch wie ich dich kenne, schaust du auch jetzt, was wir so treiben und wie wir werkeln. Es ist schön, dich recht gut zu kennen und das was dich ausmacht, Heinz das bleibt von dir so fest in mir.

  • lieber heinz,

    wir hätten dich doch noch gebraucht! wo immer du bist: herr groll und ich wünschen dir immer eine handbreit wasser unterm kiel! du wirst nicht vergessen.

  • Lieber Heinz, von wo immer du jetzt herschaust, du weißt, dass du Spuren hinterlassen hast, liebevoll, konsequent, engagiert. Ich freu mich sehr, dich gekannt zu haben. Herzlich, Eva

  • Mein herzliches Beileid den nahen Hinterbliebenen. Mir wirst du, Heinz, in lieber Erinnerung bleiben. Auch wenn wir uns jetzt schon sehr lange persönlich nicht mehr getroffen haben, ich zehre von unseren Gesprächen und Diskussionen von damals, die stets von deinem liebenswerten Humor getragen waren. Du warst halt eine „Persönlichkeit“, die es mann/frau nicht schwer machte, dich zu mögen – nicht nur wegen deines Einsatzes um Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen.

  • Herzliches Beileid, ein echter Kämpfer und feiner Mensch !