Integrationsklasse

Schule
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Integrationsklassen sind Klassen, in denen behinderte und nichtbehinderte SchülerInnen gemeinsam und ihrem Entwicklungsstand entsprechend unterrichtet werden. Um Anspruch auf einen Platz in einer Integrationsklasse zu haben, muss für den/die Schüler/Schülerin mit Behinderung ein Sonderpädagogischer Förderbedarf (SPF) bestehen. Der Antrag kann sowohl von den Eltern als auch von dem/der LeiterIn des zuständigen Sonderpädagogischen Zentrums beim Bezirksschulrat gestellt werden.

Rechtsanspruch
Im Jahr 1993 wurde das Recht auf Integration an der Volksschule gesetzlich verankert, an der Sekundarstufe I (HS, AHS Unterstufe) erfolgte die Verankerung 1997; d.h. Eltern können im Bereich Volksschule und Sekundarstufe I wählen, ob sie ihr Kind in eine Integrationsklasse oder in ein Sonderpädagogisches Zentrum schicken wollen. Integrationsklassen an der Polytechnischen Schule laufen im Schuljahr 2001/02 nach wie vor als Schulversuche. Es gibt keine über die Pflichtschulzeit hinausgehenden Integrationsklassen für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung.

Was bedeutet Sonderpädagogischer Förderbedarf (SPF)?
Sonderpädagogischer Förderbedarf bedeutet, dass Kindern, die aufgrund ihrer Behinderung dem Unterricht der Regelschule nicht folgen können, das größtmögliche Maß an sozialer und pädagogischer Betreuung und Förderung zuteil werden muss. Bei der Antragstellung auf SPF ist es notwendig, Gutachten von ÄrzteInnen, PsychologInnen, TherapeutInnen etc. vorzulegen. Eltern haben dabei das Recht, die Gutachten von einer Person ihrer Wahl erstellen zu lassen.

Anmeldung
Eltern von Kindern mit voraussichtlichem SPF melden ihre schulpflichtigen Kinder am besten noch vor der offiziellen Schuleinschreibung (Februar) schon im Dezember zuvor am zuständigen Sonderpädagogischen Zentrum an. (Den Standort des jeweiligen Sonderpädagogischen Zentrums erfahren Eltern an der nächstgelegenen Volksschule)

Wann wird eine Integrationsklasse installiert?
In Wien wird dann eine Integrationsklasse installiert, wenn bereits zu Schulbeginn

  • in einer Volksschule mind. 4 Kinder mit SPF
  • in einer Hauptschule und AHS Unterstufe mind. 5 Schülerinnen und Schüler mit SPF
  • und im Schulversuch Polytechnische Schule mind. 6 Schülerinnen und Schüler mit SPF angemeldet sind.

Unterricht
Der Unterricht in einer Integrationsklasse erfolgt jeweils durch die entsprechenden Pflichtschullehrer (VS, HS, AHS, PS) und durch eine Lehrperson mit sonderpädagogischer Ausbildung und sollte nach den Prinzipien des Team-Teachings abgehalten werden. Die Lehrverpflichtung der/des Sonderpädagogin/Sonderpädagogen beträgt 22 Wochenstunden. (Bei Schülerinnen und Schülern, die nach Schwerstbehinderten-Lehrplan unterrichtet werden, können zusätzliche Stunden über Mehrdienstleistungen verrechnet werden)

Lehrpläne
In Integrationsklassen können verschiedene Lehrpläne zur Anwendung kommen, d.h. der jeweilige Regellehrplan (VS, HS, AHS, PTS), der Vorschullehrplan (VS), der Lehrplan der Allgemeinen Sonderschule sowie der Lehrplan für Schwerstbehinderte Schülerinnen und Schüler. Weiters ist es auch möglich, teilweise nach dem Regellehrplan und teilweise nach dem Lehrplan der Allgemeinen Sonderschule unterrichtet zu werden. Lehrplanab- und – aufstufungen in einen anderen Lehrplan sind möglich. Diese Umstufungen werden großteils von den Lehrerinnen und Lehrern beantragt und durch den Bezirksschulrat geprüft. Sind Eltern mit einer Umstufung nicht einverstanden, so wird der Akt an den Landesschulinspektor weitergeleitet.

Standorte
Integrationsklassen werden an Regelschulen bzw. teilweise auch an Sonderpädagogischen Zentren installiert.

Hilfestellung bei Fragen rund um schulische Integration erhalten Sie bei Integration Wien.

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