Sterbehilfe

Sterbehilfe
Der Standard

Empfehlenswert ist auch der Wikipedia-Artikel ?Sterbehilfe?.

Historie für Österreich:

Im Regierungsprogramm der österreichischen Bundesregierung aus Jahr 2000 wird zur Sterbehilfe festgehalten: „Jeder Schritt in Richtung Sterbehilfe wird entschieden abgelehnt. Vielmehr soll ein Plan für den Ausbau des Hospizwesens und der Palliativmedizin (Schmerzmedizin) entwickelt werden.“

Auch die Ärztekammer und die SLIÖ sind vehement gegen aktive Sterbehilfe.

In Österreich sprachen sich im Jahr 1998 Teile der Liberalen und im Jahr 2001 Teile der Grünen für aktive Sterbehilfe aus. Weiters legte 1998 eine Gruppe von ÄrztInnen, EthikerInnen und JuristInnen ein Manifest „Menschenwürdiges Sterben“ vor, das aktive Sterbehilfe forderte.

Enquete-Kommission „Würde am Ende des Lebens“

Aktuell (2014/2015) findet im Österreichischen Parlament eine eigene Enquete-Kommission unter dem Schlagwort ?Würde am Ende des Lebens? statt. Dem Betreiber der Enquete, der ÖVP, geht es vorwiegend darum, den Ausbau von Hospizwesen und Palliativ-Versorgung abzusichern bzw. zu forcieren. Der aktiven Sterbehilfe wird weiterhin eine klare Absage erteilt. Hingegen soll der Zugang zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht wesentlich erleichtert werden.

Ein großer Anteil der österreichischen Bevölkerung hat bezüglich aktiver Sterbehilfe oder Mitwirkung beim Selbstmord weit weniger Bedenken. Auf jeden Fall soll die Zivilgesellschaft in die Arbeit der Parlamentarischen Enquete-Kommission im starken Maße miteinbezogen werden.

Auch BIZEPS hat im hat ein anlässlich dieser Enquete-Kommission eine Stellungnahme „Herausforderungen und Chancen in jeder Lebensphase“ ausgearbeitet.

Die Arbeit der Enquete-Kommission mündete in einem Bericht, der hier nachzulesen ist. Über die Umsetzung der „51 Empfehlungen“ wird voraussichtlich im Frühjahr 2015 im Nationalrat diskutiert bzw. abgestimmt werden.

Was ist was? – Eine Übersicht:

Vor allem in der Vergangenheit unterschied man folgende ?klassische? Arten der Sterbehilfe:

  • Unter passiver Sterbehilfe versteht man den Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen beim Sterben. Diese ist in Österreich rechtlich erlaubt, wenn ein Patient dies aktuell oder im Rahmen einer gültigen Patientenverfügung im Vorhinein so wünscht.
  • Unter aktiver indirekter Sterbehilfe versteht man medizinische Maßnahmen, welche das Leiden eines Menschen unter Einsatz aller helfenden Mittel lindern, auch wenn möglicherweise der Sterbeprozeß dadurch verkürzt wird. Dies ist rechtlich erlaubt!
  • Unter aktiver direkter Sterbehilfe versteht man jede Maßnahme, die zum Ziel das Töten eines Menschen hat. Sie ist rechtlich strikt verboten!

Quelle: NÖ Patienten- und Pflegeanwaltschaft

Die bisher verwendete Terminologie von aktiver, passiver und indirekter Sterbehilfe wird von Fachkreisen zunehmend vermieden und hingegen die folgenden Begriffe empfohlen: Sterbebegleitung, Therapie am Lebensende, Sterben zulassen. Siehe dazu: ?Empfehlungen zur Terminologie medizinischer Entscheidungen am Lebensende? der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt

Derzeitiges Recht in Österreich:

  • § 77 StGB: Tötung auf Verlangen: Wer einen anderen auf dessen ernstliches und eindringliches Verlangen tötet, ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.
  • § 78 StGB: Mitwirkung am Selbstmord: Wer einen anderen dazu verleitet, sich selbst zu töten, oder ihm dazu Hilfe leistet, ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.

Gesetzeslage in anderen Ländern:

Hier finden Sie einen Länderüberblick zum Thema Sterbehilfe. In den Niederlanden und Belgien wurden Gesetze beschlossen, die aktive Sterbehilfe erlauben.
Die Praxis in diesen Ländern zeigte, dass sich die These von der ?slippery slope? bewahrheitet hat. So wurde in Belgien Anfang 2014 die aktive Sterbehilfe auch für Kinder und Jugendliche ohne Altersbeschränkung möglich. In Ausnahmefällen auch für psychisch-kranke Menschen. In den Niederlanden wurde zumindest in der Vergangenheit immer wieder aktive Sterbehilfe an einwilligungsunfähigen Personen vorgenommen.

In Deutschland wird gerade über einen ?ärztlich assistierten Suizid? heftig diskutiert: Bereitstellung oder Verschreibung eines Medikamentes in tödlicher Dosierung, um dem Patienten die Selbsttötung zu ermöglichen. Einige US-Bundesstaaten erlauben diese Vorgangsweise, in Österreich fällt sie als Beihilfe zum Selbstmord unter § 77 StGB.

Mehr zum Thema Euthanasie in der NS-Zeit finden Sie in der Broschüre „wertes unwertes Leben“.

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