Zahlreiche Exponate von BIZEPS sind Teil der Web-Ausstellung „Selbst bestimmt!“ des Disability History Projects im Haus der Geschichte Österreich (hdgö)

Mit verschiedenen Objekten, die Protestaktionen dokumentieren, zeigt BIZEPS seinen Beitrag zur Geschichte der Behindertenbewegung auf.

Fotos aus dem BIZEPS Archiv für das hdgö
BIZEPS
BIZEPS-Pickler der letzten 30 Jahre
BIZEPS

Verschiedene Objekte wie Plakate, Buttons, Sticker etc. sind Symbole für den Kampf um Selbstbestimmung. Im Oktober 2024 startete das Haus der Geschichte einen Aufruf, sich an einer Web-Ausstellung mit dem Titel „Selbst bestimmt!“ zu beteiligen.

Objekte der Geschichte des Widerstandes sollen das politische Engagement von Menschen mit Behinderungen von 1848 bis heute dokumentieren.

Auch BIZEPS hat sich an der Web-Ausstellung mit einer Vielzahl von Objekten beteiligt.

BIZEPS Exponate als Teil der Geschichte

Martin Ladstätter und Cornelia Scheuer zeigen im BIZEPS eines der historischen Transparente die dem Haus der Geschichte übergeben wurden.
BIZEPS

BIZEPS hat nicht nur online das größte Archiv der Behindertenbewegung mit mehr als 22.000 Artikeln und vielen tausend Fotos, sondern auch eine Vielzahl von historischen Transparenten und Aktionsmaterialen.

Vieles davon wurde von BIZEPS nun für das Disability History Project dem Haus der Geschichte (hdgö) übergeben.

Die Objekte, die von BIZEPS eingereicht wurden, dokumentieren wichtige Meilensteine der Behindertenbewegung, wie zum Beispiel das Pflegegeld und die Barrierefreiheit von Bussen.

Im September 1995 protestierten Behindertenrechtsaktivist:innen gegen Kürzungen des Pflegegelds, die im Rahmen eines Sparpakets der Bundesregierung angekündigt worden waren. Sie besetzten die Säulenhalle des Parlaments, wo sie auch eine Nacht verbrachten.

1996 wurde erneut gegen Kürzungen des Pflegegeldes protestiert, diesmal mit einer Aktion vor dem Parlament unter dem Motto „Hände weg vom Pflegegeld“. Ziel dieser und ähnlicher Proteste war die Einführungen bzw. der Erhalt eines bundeseinheitlichen Pflegegeldes. Die Protestaktionen waren letztendlich erfolgreich.

Besetzung der Säulenhalle des Parlaments
BIZEPS

Was BIZEPS dem hdgö gab? Infos zu Aktionen mit Bussen, Kinobesuchen und anderen Baustellen

Busblockade von BIZEPS im Jahr 1996
BIZEPS

Im Jahr 1996 protestierten Aktivist:innen des Vereins BIZEPS mit der Besetzung eines Busses der Wiener Linie 13A für Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr. Dabei verwendeten sie dieses Transparent mit der Aufschrift: „BUSSE FÜR ALLE“.

Jahrelange Forderungen an die Wiener Linien gingen der Aktion voraus, waren jedoch ohne Wirkung geblieben. Zum Zeitpunkt des Protests gab es in Wien keine barrierefreien Busse, was viele Menschen mit Behinderungen von der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ausschloss. Um das zu ändern, organisierte BIZEPS Proteste.

Als am 4. Juli 1996 ein Bus der Linie 13A in die Haltestelle Kellermanngasse in Wien Neubau einfuhr, stellten sich die Aktivist:innen vor und hinter dem Bus auf die Straße. Sie hinderten ihn an der Weiterfahrt. Es folgten auch Straßenbahnbesetzungen. Die Wiener Linien starteten schließlich 1998 den ersten barrierefreien Bus, der wiederum auf der Linie 13A fuhr.

Im Jahr 1997 wurde unter dem Motto „KINO für ALLE“ vor dem Apollo Kino demonstriert. Damals wurde ein großes Transparent über die Fassade des Gebäudes gespannt. Man zeigte damit auf, wie durch fehlende Barrierefreiheit Menschen mit Behinderungen von einem normalen Kinobesuch ausgeschlossen wurden.

Ein aktuelleres Ereignis ist die „Baustelle für Inklusion“ aus dem Jahr 2025. Mit einer symbolischen Baustelle vor dem Parlament forderten Aktivist:innen, dass die UN- Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen endlich umgesetzt wird.

Aktivist:innen wie zum Beispiel die BIZEPS-Mitarbeiterin Cornelia Scheuer trugen Blauhelme und lasen auf einer Bühne einzelne Artikel aus der Konvention vor.

Cornelia Scheuer liest vor dem Parlament bei der Aktion: Baustelle Inklusion
BIZEPS

Das Thema Deinstitutionalisierung beschäftigt BIZEPS schon lange. Die Künstlerin und BIZEPS-Mitarbeiterin Eva Kosinar hat hierzu ein Plakat entworfen, welches die Zustände in Wohnheimen kritisiert.

Neben BIZEPS haben zahlreiche andere Organisationen Objekte eingereicht. Auch gibt es Gegenstände aus den Anfängen der Behindertenbewegung wie z.B. ein Anstecker der „Ersten österreichischen Krüppelarbeitsgemeinschaft“ von 1927 mit der Aufschrift „Arbeit nicht Mitleid“.

„Die eingereichten Gegenstände zeigen, was die Behindertenbewegung schon alles erreicht hat. Es macht mich stolz, wenn ich an die großen Protestaktionen für Pflegegeld und barrierefreie Busse denke. Dinge, die wir in der Vergangenheit erarbeitet haben, reichen bis in die Zukunft hinein“, erklärt Martin Ladstätter, Obmann von BIZEPS.

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