Zukunftsweisende Wege zu einer Inklusiven Bildungslandschaft

Statt einem zentralen Angebot in Klagenfurt sollen in Zukunft schulische und therapeutische Angebote für beeinträchtige Kinder in den Regionen nahe am Wohnort der Kinder ermöglicht werden.

Christian Ragger
FPÖ

„Das Willkommensfest in Kühnsdorf ist der Auftakt zu einem völlig neuen Bildungsangebot für Kinder mit Beeinträchtigung im Bezirk Völkermarkt. Künftig muss kein Kind mehr den Bezirk verlassen, um eine entsprechende schulische Förderung mit Nachmittagsbetreuung und Therapie zu erhalten, sondern hat an der VS und HS Kühnsdorf die Möglichkeit dazu.“
Mit diesen Worten eröffnete Sozialreferent LR Christian Ragger, gemeinsam mit Bezirkshauptmann Gert Klösch und Dagmar Zöhrer, Landesschulinspektorin für Sonderpädagogik das Willkommensfest für die neuen Schülerinnen der beiden Inklusionsklassen in Kühnsdorf im Bezirk Völkermarkt.

Mit diesem Fest werde ein Meilenstein in der Integrationsbewegung gefeiert. Bisher war es notwendig, dass Kinder mit höherem Assistenzbedarf aus dem Bezirk Völkermarkt nach Klagenfurt ins bfz fahren mussten, um die notwendige Betreuung in Sonderschulklassen mit Nachmittagsbetreuung und Therapie zu erhalten.

Statt einem zentralen Angebot in Klagenfurt sollen in Zukunft schulische und therapeutische Angebote für beeinträchtige Kinder in den Regionen nahe am Wohnort der Kinder ermöglicht werden. „Mit diesem Schritt wird Kärnten als erstes  Bundesland in Österreich das System der Ausgrenzung von beeinträchtigten Kindern beenden und sie voll in Regelschulen integrieren und damit die Inklusion, welche von der UN- Behindertenkonvention gefordert wird, verwirklichen“, bekräftigte Ragger. Die beiden Inklusionsklassen in Kühnsdorf sind der Auftakt dazu.

Wie die Landesschulinspektorin Zöhrer ausführte, war es den Elternwichtig, dass die Bedingungen in Kühnsdorf die Gleichen sind, wie in Klagenfurt. „Die Ängste, die die Eltern der Inklusions-Kinder gehabt haben, sind völlig unbegründet. Sie werden gut in den Alltag integriert werden“, bekräftige Zöhrer.

In Kühnsdorf werden ab Herbst in einem Pilotprojekt je eine Klasse an die Volks- und Hauptschule angeschlossen, insgesamt werden 12 Schülerinnen in den zwei Kleinklassen unterrichtet werden (sechs Volks- und sechs Hauptschülerinnen). Fünf Kinder, die derzeit halbintern im bfz sind, können somit in ihren Heimatbezirk reintegriert werden. Sieben Kinder, die aus dem Bezirk kommen, werden ebenfalls ab Herbst in der VS/HS beschult werden. Zwei davon sind Schulanfänger, für vier weitere erfolgt der Wechsel in die Hauptschule. Würde dieses Projekt in Kühnsdorf nicht umgesetzt werden, hätten die Eltern, aufgrund des bisher mangelnden Angebotes an Kleinklassen, Nachmittagsbetreuung und therapeutischer Versorgung im Bezirk, ihre Kinder auch nach Klagenfurt ins bfz geben müssen.

„Mit dem Fest soll die Möglichkeit gegeben werden, sich gegenseitig kennenzulernen, um so im Herbst ohne Unsicherheiten oder Ängste ins neue Schuljahr zu starten. Es sollen sich aber auch die Eltern und Lehrer begegnen können, denn der Hauptanteil an der Integrationsarbeit geht von ihnen aus, indem sie Vorurteilen, Problemen oder Fragen entsprechend positiv auf die Kinder und Jugendlichen einwirken können“, sagte Ragger.

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0 Kommentare

  • Die Saualm läßt grüßen!
    Sollte das Interesse der Öffentlichkeit geringer werden wird es zu einer ähnlichen „Entsorgung“ kommen. Kommt ja auch nicht von ungefähr, dass für diese „Kompetenzzentren“ kein Regress kassiert wird, aber für die Gutenbergschule schon, und man den Behindetenregress gegen den Willen ALLER anderen Parteien durchgedrückt hat.
    Bei dem vor kurzen eingeführten Behindertenregress geht es vor allem um die Vernichtung der entsprechenden Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, weil bei der Inklusion nicht nur die Investitionen zurückgefahren werden können, sondern dort nur wie im Hort ein Beitrag für das Essen und die Nachmittagsbetreuung zu leisten wären. Damit sollen Eltern abgehalten werden, die Kinder in Einrichtungen wie das BFZ zu geben. Wenn man weiß, wie viel Mühe in Kärnten schon ab den 80ern investiert wurde, um WIRKLICHE Integration zu ermöglichen tut es einem in der Seele weh, wie die Landespolitik das zwecks Einsparungen und Eigenprofilierung ruiniert. Und öffentlich sagen darf man dagegen auch nichts, denn das wird gleich als Angriff gewertet. Wer sich ein genaueres Bild machen will höre das gestrige Journal Panorama über die Saualm nach. (Adresse habe ich jetzt nicht auf Lager suche sie aber gerne heraus)

  • Und wo bitte bleibt der laut UN-BRK verpflichtende inklusive Unterricht? Das zentralisierte Aussonderungssystem wird nach Gusto dezentralisiert und schwupps, gibt’s „Inklusions-Kinder“ in neuen Sonderschulen. Interessant, was folgenlos und weithin kritiklos alles möglich ist, in einem Staat, der Menschenrechte nur zum schönen Schein missbraucht.