Zwangssterilisierung in Schweden und Österreich

In Schweden wurden von den 30er Jahren bis 1976 an die 60.000 Menschen - geistig behinderte Frauen aber auch Kriminelle oder alleinstehende Mütter mehrerer Kinder - zwangssterilisiert.

Flagge Schweden
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Und dies war völlig legal aufgrund von in der 30er und 40er Jahren erlassenen Gesetzen, die erst 1976 außer Kraft gesetzt wurden. Nachdem Schwedens Sozialministerin noch 1996 einen Antrag auf Schadenersatz abgelehnt hatte, bezeichnet sie nunmehr die Zwangssterilisation als „Barbarei“ und einen Verstoß gegen die Menschenrechte und will durchsetzen, daß die Betroffenen entschädigt werden.
Angesichts zahlreicher neonazistischer Tendenzen und der Gentechnik sei es gut, daß dieses Thema ins Licht der Öffentlichkeit geraten ist.

Zum Unterschied von Schweden werden in Österreich auch heute noch geistig behinderte Mädchen und Frauen zwangssterilisiert; betroffen ist mindestens jede zweite und es sollen zehntausende sein.
Möglich macht diesen schweren Menschenrechtsverstoß eine rechtliche Grauzone und eine jahrzehntelange Tradition in der Diskriminierung behinderter Menschen. Der Justizminister hat angekündigt, noch im kommenden Frühjahr die gesetzlichen Bestimmungen neu zu regeln.
BIZEPS-INFO wird darüber berichten.

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