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Text: SLI-Oberösterreich · 8. September 2009 11:37 Uhr

Personaleinsparungen der ÖBB behindern Rollstuhlfahrerin

Selbstbedienungsstrecken verhindern Teilnahme am öffentlichen Verkehr

Rollstuhlfahrerin Felton beim Hebelift in Steyr vor Zug

Am Bahnhof Steyr gibt es an jedem Bahnsteig einen mobilen Hebelift, um den Ein-und Ausstieg von rollstuhlfahrenden Fahrgästen zu ermöglichen. Weiters verkehren auch bereits einige Talent-Züge von Steyr Richtung St. Valentin, die intern über eine Rampe verfügen, die sich ausfahren lässt.

Der Bahnhof Steyr wird zurzeit sogar behindertengerecht adaptiert. Die Bahnsteige werden um 55 Zentimeter angehoben und ein Leitsystem für Sehbehinderte wird installiert. So weit so gut. Das Problem ist nur, dass seit einiger Zeit die Verbindung von Steyr nach St. Valentin eine Selbstbedienungsstrecke ist. Das heißt, dass kein Zugbegleiter mitfährt, der in der Regel dafür zuständig ist, Menschen mit Behinderung beim Ein- und Aussteigen behilflich zu sein.

Fahrten zeitgerecht vorgemeldet

Elfriede Felton aus Steyr, die auf einen Elektrorollstuhl angewiesen ist, musste nun bereits zweimal am Bahnsteig zurückbleiben, weil es keinen Zugbegleiter gab, der ihr beim Einsteigen behilflich war. Am 17. April 2009 wollte sie von Steyr nach Klagenfurt fahren und am 28. August 2009 von Steyr nach Linz. Beide Fahrten wurden von Frau Felton zeigerecht beim Call-Center der ÖBB vorgemeldet.

"Als ich keinen Zugbegleiter sah, wollte mir zwar der Zugfahrer beim Einsteigen helfen, aber weder er, noch die Fahrdienstleitung in Steyr hatten einen Schlüssel für den mobilen Hebelift oder für die zuginterne Rampe. Der Elektrorollstuhl ist auch zu schwer, um mich in den Zug zu heben. So musste ich zu Hause bleiben", erklärt Felton.

Schildbügerstreich

"Einen barrierefreien Bahnhof samt der erforderlichen Hebelifte zu haben, aber kein Personal, das Fahrgästen mit Behinderung beim Ein- und Aussteigen behilflich ist, halte ich für einen Schildbürgerstreich. Der öffentliche Verkehr muss auch für Menschen mit Behinderung zugänglich sein. Wir fordern daher, dass die ÖBB umgehend veranlassen, dass bei den Zügen zwischen Steyr und St. Valentin immer ein Zugbegleiter mitfährt.", erklärt Mag. Wolfgang Glaser von der Selbstbestimmt-Leben-Initiative .

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FRITZ BINDER · 11. September 2009 20:58 Uhr

Soviel das viel gepriesene Behindertengleichstellungsgesetz in der Praxis!

Martin Hofer · 11. September 2009 14:41 Uhr

Das finde ich auch nicht gut, also da würde ich auf jeden Fall nochmals beim ÖBB Callcenter anrufen und nachfragen - um eine Stellungnahme bitten, denn normalerweise geht das ja gut, können wir aus eigener Erfahrung sagen!

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