Give me love - PartnerInnensuche im Internet
Die PartnerInnensuche und der Umgang mit der eigenen Sexualität ist für Menschen mit Behinderung oft mit großen Schwierigkeiten verbunden.

Gründe dafür sind u.a. die diskriminierende Behandlung von bzw. die vorurteilsbehaftete Haltung gegenüber behinderten Menschen, eingeschränkte Möglichkeiten, die eigene Sexualität ausleben zu können.
Stolperstein Nr. 40 beschäftigt sich mit den persönlichen Erfahrungen eines behinderten Mannes, der sich auf österreichischen Internet-Partnerbörsen auf die Suche nach einer Partnerin fürs Leben begab.
Dieser Erlebnisbericht soll einen subjektiven Überblick über das vorhandene Internetangebot zum Schwerpunkt PartnerInnensuche und Behinderung bieten und dient als eine Grundlage für eine mögliche Projekt-Planung für eine PartnerInnenbörse für Menschen mit Behinderungen.
Wollen auch Sie die Aktion "Stolpersteine auf dem Weg zur Gleichstellung" unterstützen, senden Sie bitte konkrete Beispiele von Barrieren sowie auch etwaige Lösungsvorschläge für deren Beseitigung an bmkz@uni-klu.ac.at.
Weitere Informationen: Sexualität
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Egon Tenert, Graz · 8. September 2005 09:51 Uhr
Als querschnittgelähmter Mann von 50 habe ich auch Einiges zu diesem Thema zu sagen, leider sind meine Erfahrungen bei der Partnersuche ebenfalls nicht gerade positiv: Als ich vor 11 Jahren durch einen Unfall im Rollstuhl landete, war ich alleinstehend, und mir war klar, dass ich es als Behinderter länger bleiben würde als ich es ohne den Unfall geblieben wäre. Wenn man keine Familie und wenige Freunde hat, gibt es kaum Chancen, neue Kontakte zu knüpfen. Online-Singlebörsen gab es noch nicht, die Möglichkeiten waren also noch geringer als heute. Da ich auf die Hilfe von Pflegerinnen und Schwestern der Hauskrankenpflege angewiesen bin, habe ich dadurch zwar viele Frauen kennengelernt, doch da fast alle fest gebunden und auch oft viel zu jung waren und zudem von den Dienststellen private Beziehungen zwischen Pflegepersonal und Klienten nicht gerne gesehen werden, ergab sich daraus nicht mehr als eine kurze Affäre und mehrere kleine Flirts. Als sich dann immer mehr Kontaktbörsen im Internet etablierten, versuchte ich dort mein Glück, zuerst bei www.love.at, dann bei www.neueliebe.at und www.handicap-love.de . Anfangs präsentierte ich nur mein Profil, hatte nicht den Mut, aktiv Frauen zu kontaktieren, bekam sogar einige Zuschriften, allerdings nur von Frauen, die aus verschiedensten Gründen prinzipiell zu keiner intimen Beziehung bereit oder fähig waren und sich gerade deshalb an mich als Behinderten wandten, weil sie mich nicht als richtigen Mann betrachteten, der von ihnen mehr als eine unverbindliche (Brief-)Freundschaft erwarten würde. Ich finde es natürlich bedenklich, wenn sich ein Mann für eine Frau nur aus sexuellen Motiven interessiert und sie nicht in ihrer Ganzheit als Persönlichkeit wahrnimmt und respektiert, doch ist es vielleicht ebenso fragwürdig, wenn eine Frau einen Mann nur wegen seiner intellektuellen Qualitäten schätzt und ihn mit seinen Gefühlen und Begierden nicht ernst nimmt und diskriminiert.
Pfennigbauer Elisabeth · 7. September 2005 18:06 Uhr
Mein Sohn ist ein 25 jähriger junger Mann mit Lernverzögerung. Bis jetzt hat er noch keine "Plattform" gefunden, wo er mit jungen Leuten zum Thema "Sexualität" diskutieren kann.
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