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Text: Michael Kircher · 11. Jänner 2007 06:24 Uhr

Dänemark: Autisten als hochspezialisierte Arbeitskräfte

Der Firmenchef Thorkil Sonne beschäftigt mittlerweile 31 autistische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verschiedenste Konzerne, wie beispielsweise Microsoft, zählen zu seinen Kunden.

Flagge Dänemark

Wie die Tageszeitung "Die Presse" am 3. Jänner 2007 berichtet, vermittelt in Dänemark ein Personalbüro autistische Arbeitskräfte auf Grund ihrer Zahlenbegabung an große Unternehmen.

Thorkil Sonne stellt im "Die Presse" Interview fest: "Wenn andere Autismus hören, denken sie: Behinderung. Wir denken: Möglichkeiten". Er verlangt für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter marktgerechte Löhne und unterscheidet sich damit grundlegend von geschützten Werkstätten und Ähnlichem.

Die autistischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der Lage, Datenbanken auf Grund ihrer Zahlenbegabung und Konzentrationsfähigkeit viel fehlerfreier zu führen als andere. Der Firmenchef kann nicht allen Interessierten einen Job anbieten, die Arbeitskräfte müssen bestimmten Anforderungen entsprechen, um die Kunden zufrieden stellen zu können. Dazu zählen laut Sonne Arbeitsdisziplin, Einhalten der Arbeitszeiten und Ähnliches.

Der Sohn von Firmenchef Thorkil Sonne ist selbst Autist - der Vater sah dies als Potenzial und begnügte sich nicht mit dem vorgezeichneten Weg Spezialschule und Frühpension. Er gründete sein Unternehmen - "Specialisterne". Wie "Die Presse" weiter berichtet besitzt die Firma mittlerweile drei Büros in Dänemark und befindet sich auf Expansion ins Ausland.

Thorkil Sonne fasst zusammen: "Wir versuchen, die Rahmen zu schaffen, in denen sie funktionieren können, Autismus ist eine Behinderung. Aber wie sie sich auswirkt, wird von der Umgebung bestimmt."

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hanbal · 25. August 2007 18:34 Uhr

Gibts leider nicht in Österreich. Und nur IT-Jobs sind auch bei weitem nicht für alle Aspies brauchbar.

Engelbert Weiß · 8. März 2007 18:14 Uhr

Hervorragend! Gut, dass jemand in diesem Bereich aktiv wird und ebenso gut, dass darüber berichtet wird. Unser Verein wird diese Information an die Mitglieder weitergeben und das vorbildliche Engagement empfehlen.

Anne Schulz · 18. Jänner 2007 10:55 Uhr

Bei unserem Sohn wurde vor 2 Jahren Asperger diagnostiziert und ist in einer Werkstatt für Behinderte untergebracht worden (wie im Fall von Carmen Geißler`s Bruder), weil seine Fähigkeiten auf dem "normalen" Arbeitsmarkt nicht ausreichen. Ich wäre sehr froh, wenn ich Infos zu Interessengemeinschaften in NRW oder auch Deutschland bekommen könnte, die an diesem Projekt interessiert sind.

Wolfgang Skowronek · 17. Jänner 2007 14:12 Uhr

Hochinteressant. Neben "Begabungen" durch Kompensation (Sinnesbehinderung) ist dies ein neuer Aspekt.

Carmen Gießler · 17. Jänner 2007 09:22 Uhr

Endlich setzt sich jemand für diese Personengruppe ein. Mein Bruder ist Autist. Mittlerweile ist er 46 Jahre alt und seine überdurchschnittlichen Fähigkeiten i. Bezug auf Zahlengedächtnis u.s.w. verkümmern in einer geschützten Werkstatt beim Zusammenleben mit z.T. geistig Behinderten (was keine Diskriminierung für diese Personen sein soll). Sollten Interessengemeinschaften bezüglich der Förderung und besseren Integration von Autisten in Deutschland bestehen, wäre ich Ihnen dankbar Infos darüber zu erhalten.

johanna krall · 15. Jänner 2007 07:29 Uhr

Endlich werden die Fähigkeiten von Autisten genutzt! Was für eine Verschwendung war das bis jetzt! Der Artikel darüber geht hoffentlich auch an die Lehrerausbildungstätten und Selbsthilfevereine für Autisten!

Alexandra · 11. Jänner 2007 09:23 Uhr

"Wir versuchen, die Rahmen zu schaffen, in denen sie funktionieren können ..." Nachahmenswert!

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