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BIZEPS-INFO > Nachrichten > Artikel

Text: Klagsverband · 11. September 2007 15:22 Uhr

Klage wegen Beförderungsverweigerung eingebracht

Markus Ladstätter benützt einen Elektrorollstuhl und ist als Student Besitzer eines Semestertickets. Am 26. April 2007 wollte er - wie fast täglich - mit der Buslinie 26A der Wiener Linien fahren.

Wiener Linien

An diesem Tag weigerte sich jedoch der Busfahrer mit dem Argument "Elektrorollstühle sind verboten, die biegen die Rampen durch" die Rampe herauszuklappen.

"Auf meinen Hinweis, dass ich mich deshalb bei seinem Vorgesetzten beschweren werde, meinte er nur: 'Machen Sie das ruhig', fuhr weg und ließ mich an der Station zurück", berichtet der Wiener, der sich durch diese Beförderungsverweigerung diskriminiert fühlt.

Er brachte diesen Fall vor die Schlichtungsstelle des Bundessozialamtes, weil er darin eine Verletzung des Behindertengleichstellungsgesetzes sieht. Die Schlichtung scheiterte, weil die Wiener Linien den Standpunkt vertraten, durch die Schulungen der Fahrerinnen und Fahrer alles gemacht zu haben, was für sie machbar sei. Eine Mediation sowie die Bezahlung eines gesetzlich vorgesehenen Schadenersatzes lehnte das Verkehrsunternehmen grundsätzlich ab.

"Das Behindertengleichstellungsgesetz sieht als Entschädigung für eine erlittene persönliche Beeinträchtigung einen Anspruch auf Schadenersatz vor", erläutert Dr. Barbara Günther vom "Klagsverbands zur Durchsetzung der Rechte von Diskriminierungsopfern".

Da Markus Ladstätter mit der Vorgangsweise der Wiener Linien nicht einverstanden ist, nimmt er sein Recht in Anspruch und hat mit der Unterstützung des "Klagsverbands zur Durchsetzung der Rechte von Diskriminierungsopfern" am 28. August 2007 eine Klage beim Bezirksgericht für Handelssachen eingebracht.

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Siegfried Allacher · 20. September 2007 16:53 Uhr

Das ist nur Zeit und Energieverschwendung. Ich hab mich auch schon ofters bei den Wiener Linien per Mail beschwert. Es nutzt gar nichts, sie putzen sich nur ab. Außerdem wird man immer auf Fahrer treffen, die beim Einsteigen nicht helfen - so ist das nun mal. Zwingen zu helfen kann man halt keinen, haben mir die Wiener Linien mitgeteilt. Es gibt ja auch den Fahrtendienst.

Man kann ja diesen benutzen, wenn man mit den Wiener Linien nicht zufrieden ist, hört man dann oft. Außerdem gehts Müttern mit Kinderwägen auch nicht viel besser. Ich rege mich über die Wiener Linien nimmer auf, man steht eh nur allein da. Aber wie soll man das Problem lösen? Man wird immer auf Fahrer treffen, die die Hilfe verweigern. Eine Lösung wäre, die Fahrgäste um Hilfe zu bitten oder auf die U-Bahn umzusteigen. Mit dem E-Rollstuhl kann man auch längere Strecken fahren. Mir ist klar, es ist nicht ideal und sehr diskriminierend. Aber wer weiß eine bessere Lösung?

anonym · 20. September 2007 08:12 Uhr

Auch die Linz Linien sind mindestens genauso behindertenfeindlich. Mit dem einen Unterschied, Beschwerden landen dort gleich im Mistkübel.

anonym · 17. September 2007 11:58 Uhr

Bravo! Viel Glück, Markus! Die Busfahrer sind oft echt der Hammer. Bei mir behaupten sie gerne, die Rampe ist "kaputt", was bei einer rein mechanischen Rampe schwer vorstellbar ist. Pure Faulheit. Eine Rampe, die ausfährt, wie bei der neuen U-Bahn, wäre halt besser gewesen.

anonym · 17. September 2007 09:04 Uhr

Warum hat Herr Ladstätter nicht gesagt, dass er täglich mit dem Bus fährt? Gleich mit der Beschwerde beim Vorgesetzten zu drohen, ist ja nicht die feine Art, Er müsste wenigstens wissen, wie der Fahrer heißt, und wieso es die anderen können. Aber nun ist ja der Klagsverband dran - und was nutzt das im Moment?

anonym · 12. September 2007 00:26 Uhr

Was ist eigentlich mit dem Busfahrer passiert, bei dem die Schulungen nichts genutzt hat? Ist er gekündigt worden? Oder gar entlassen? Nein? Naja, vielleicht halten die Wiener Linien auch demnächst Busfahrer, die einfach nicht mehr alle Haltestellen anfahren wollen, oder die dazwischen stehen bleiben oder die gar die vorgesehene Route verlassen und mit den Fahrgästen eine Spritztour machen.

Vielleicht gibt es ja auch Busfahrer, die entgegen allen Schulungen beschließen, dass sie keine Politiker mitfahren lassen wollen, mit ähnlich krausen Ausreden. Dann allerdings wird nicht lange gefackelt werden, würde ich vermuten. So viel zur Gleichstellung.

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