Adventkalender „NICHT ins Dunkel“ 2009 – Die Kraft des Augen-Klicks

In Kooperation mit "BIZEPS - Zentrum für Selbstbestimmtes Leben" und der Zeitschrift "behinderte Menschen"

Nicht ins Dunkel
Huainigg, Dr. Franz-Joseph

Es gibt Augenblicke, die die Kraft haben Geschichten zu erzählen, Gefühle und Stimmungen festzuhalten und vielleicht sogar ein bisschen die Welt zu verändern. Fotos, die solche Augenblicke mit behinderten Menschen einfangen, haben wir für unseren heurigen Fotowettbewerb „Die Kraft des Augen-Klicks“ gesucht und gefunden.

Sinn des Fotowettbewerbs

Viele behinderte Menschen fühlen sich durch die weihnachtliche ORF-Aktion „Licht ins Dunkel“ diskriminiert und angegriffen. Die Aktion hinterlässt den bitteren Geschmack von erzwungenem Mitleid. Zur Weihnachtszeit verändert die mediale Realität auch den Alltag behinderter Menschen:

In Diskussionsforen ärgerten wir uns über dieses von uns benannte „Licht-ins-Dunkel-Syndrom“, waren aber gegenüber der Spendenaktion mit den vielen berühmten Stars und Gutmenschen ohnmächtig. Wir hatten und haben das Gefühl, dass das in den Werbekampagnen und Licht-ins-Dunkel-Veranstaltungen vermittelte Bild nichts mit unserer Lebensrealität zu tun hat.

Aller guten Dinge sind drei! Vor zwei Jahren hat es uns endgültig gereicht. Bei der Kerzenaktion im Jahr 2007 haben über 9.000 behinderte und nicht behinderte Menschen eine Reform der Spendenaktion gefordert.

Im Vorjahr 2008 setzten sich 24 Karikaturisten unter dem Motto „Lachen verändert die Welt“ mit der Skurrilität der Spendenaktion zeichnerisch auseinander. Diese beiden Aktionen haben die Verantwortlichen aufgerüttelt. Anstatt einer Reform haben sie sich jedoch schmollend in einen ORF-Winkel verkrochen.

Heuer: Fotowettbewerb

Heuer wollen wir mit dem Fotowettbewerb im Rahmen des Adventkalenders einen dritten Kontrapunkt zur Mitleidskampagne setzen. Vielleicht bewirkt die „Kraft des Augen-Klicks“ in den Köpfen der ORF-Verantwortlichen ein Rattern, Zurren und Blitzen – Auf dass in Zukunft ein neues Bild von behinderten Menschen über den Bildschirm flimmert …

24 Tage – 24 andere Bilder

In 24 Adventfenstern wird ein vielfältigeres Bild vom Leben behinderter Menschen präsentiert, als es derzeit medial vermittelt wird. Fotos von/mit behinderten Menschen aus Alltag, Arbeit, Freizeit, Spiel, kreativen Tätigkeiten, Sport, Urlaub oder Reisen, die etwas anderes ausdrücken als das gängige Klischee. Die Fotos sind witzig, skurril oder ironisch, gefühlvoll und zärtlich und stimmen nachdenklich oder traurig.

Lassen Sie sich jeden Tag von einem Foto überraschen und voten Sie mit Ihrer Stimme für Ihr Lieblingsfoto!

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0 Kommentare

  • Oder auf http://www.bizeps.or.at/advent/2009.php die Bilder ansehen und unter dem Bild direkt abstimmen.

  • Hier ist der Link:

    http://www.franzhuainigg.at/kalender.pl

    Gebrauchsanweisung: zuerst aufs Sternderl, dann auf Abstimmen, dann auf die jeweilige auserkorene Zahl :-)

  • Wo ist denn der Link zu den Bildern?

  • Warum wird bitte im Zusammenhang mit LID immer von „irregeleiteten Gutmenschen“ einen sozialen Hintergedanken oder ähnlichem gesprochen?
    LID ist ein Wirtschaftszweig mit dem Fokus auf optimaler Gewinnerreichung. Dem Spenden, um das es hier geht, liegt zweifelsohne ein Leistungsaustausch zu Grunde. Die Bandbeite erstreckt sich vom „Ablasshandel“ bis zur Werbemaßnahme.
    Aktionen wie der Adventkalender sind M.E. zwar gut gemeint, aber außerhalb der „Behindertenkreise“ dürfte sie kaum jemand registriert haben. Wenn wir was erreichen wollen müssen wir die Vorschläge ausschließlich darauf ausrichten, wie trotz einem „behindertenfreundlicheren Marketing“ der gleiche Gewinn erzielt werden kann und die seit Jahren beteiligten Firmen nicht abspirngen. Alles Andere interessiert hier nicht! Ist zwar vielleicht bedauerlich, kann aber jeden Tag in den Medien nachvollzogen werden.

  • Ich halte diese Aktion für sehr wertvoll. Allerdings glaube ich nicht, dass es sich bei Licht ins Dunkel nur um irregeleitete Gutmenschen handelt, sondern da geht es um beinharte Konzerninteressen. Es ist ja kein Wunder, dass dieses Gremium nach außen mauert wir nur was, dass sich Licht ins Dunkel davor fürchtet, Menschen mit Behinderungen aufzunehmen.

    Da wird mit journalistisch nicht korrekten Mitteln versucht, Spendenmaximierung zu betreiben. Journalistisch nicht korrekt, weil es niemals um eine gesamtheitliche Sichtweise des Menschen geht – oder gar unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, sondern nur um einen Teilaspekt. Es hat auch immer wieder diese widerliche Bettlerperspektive an sich: Gibt mir das und ich bin glücklich, weil ich das habe.
    Und hier steckt diese entmündige Perspektive drinnen. Ich kann es nicht, daher brauche ich es durch deine Spende. Das aber ist nicht wahr. Menschen mit Behinderung können sehr viel, wenn man sie nur lässt.
    Das aber interessiert ja den ORF mit seiner Philosophie aus dem vorvorigen Jahrhundert überhaupt nicht: Wir werden es ja bald wieder sehen. Seitenblicke verbrüdert mit LiD wird Promis begleiten, wie sie sich im Spendenrausch sonnen. Angeblich für behinderte Kinder und Menschen. Von diesen erfahren die interessierten Zuseher nichts – und wenn, dann auch nicht über das, was sie können, sondern was sie nicht können.
    Deshalb ist diese Initiative ausdrücklich zu begrüßen! Ich freue mich schon auf die Bilder!

  • Tolle Aktion!! Da mach ich doch gerne mal mit. Ich hoffe, Franz-Joseph, es ist dir recht, wenn ich für diese Aktion ein bissl die Werbtrommel rühre. Könntest du dich mit mir per Mail in Verbindung setzen? Lieben Dank!